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HDTV per Antenne: ARD und ZDF starten 2017 mit DVB-T2

Die öffentlich-rechtlichen Fernsehsender bleiben langfristig der digitalen terrestrischen Ausstrahlung ihrer Programme treu. Dazu wollen sie 2017 mit der Nutzung von DVB-T2 beginnen, was auch HD-Fernsehen mit einfachen Antennen möglich machen könnte.
/ Nico Ernst
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Fernsehtürme mit DVB-T-Antennen (Bild: Media Broadcast)
Fernsehtürme mit DVB-T-Antennen Bild: Media Broadcast

In sehr ähnlichen Erklärungen haben sich die ARD(öffnet im neuen Fenster) und das ZDF(öffnet im neuen Fenster) für die Weiterentwicklung von DVB-T ausgesprochen. Demnach soll der Beginn von regulären Ausstrahlungen nach dem Standard DVB-T2 im Jahr 2017 beginnen, die ARD gibt an, bis 2020 vollständig umstellen zu wollen. Das ZDF nennt dafür keinen genauen Zeitraum.

Seit die RTL-Gruppe aus Kostengründen aus der DVB-T-Ausstrahlung ausgestiegen war, galt die Zukunft des digitalen Antennenfernsehens als ungewiss. ZDF-Intendant Thomas Bellut stellt nun aber klar: "Wir stehen zum digitalen Antennenfernsehen. Dieser Übertragungsweg bietet eine verbraucherfreundliche und kostenfreie Alternative für TV-Inhalte auch auf portablen und mobilen Geräten."

Laut dem ZDF empfangen insgesamt 11 Prozent der deutschen TV-Haushalte ihr Programm über DVB-T, in Ballungsgebieten sollen es sogar 20 Prozent sein. Da Bellut auch "deutliche Qualitätsverbesserungen" verspricht, könnte sich dieser Anteil sogar noch steigern. Vor allem auf großen Fernsehern sieht das gegenwärtige DVB-T mit MPEG-2-Komprimierung und sichtbaren Artefakten nicht besonders gut aus.

DVB-T2 braucht neue Tuner

Das soll sich mit DVB-T2 ändern, zu einem Kompressionsverfahren wie H.264 oder H.265 (HEVC) äußern sich die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten bisher aber noch nicht. Das ist auch nicht nötig, denn der DVB-T2-Standard schreibt den Codec nicht ausdrücklich vor. Dennoch steht schon fest – was ARD und ZDF auch zugeben -, dass sich bestehende DVB-T-Empfänger nicht umrüsten lassen. Bei Fernsehern oder Standalone-Receivern mit wechselbaren Tunern sollte das aber nicht ganz ausgeschlossen sein. Die für ältere Fernseher häufig genutzten billigen DVB-T-Receiver mit Scart-Anschluss dürften aber kaum aufzurüsten sein.

Mit DVB-T2 sollen auch mehr Programme angeboten werden. So spricht das ZDF davon, alle seine Sender in einem Bouquet – also einem Verbund von Sendern auf derselben Frequenz – unterbringen zu wollen. Bisher müssen sich Kika und ZDFneo einen Sendeplatz teilen. Alternativ kann auch ein Bouquet für einen oder mehrere HD-Sender genutzt werden. HDTV per Antenne stellt immerhin die ARD in Aussicht, das ZDF erwähnt das in seiner Mitteilung nicht.

Beide Sender sprechen sich aber dafür aus, dass das 700-MHz-Band bis 2020 wie bisher für DVB-T genutzt werden soll. Dieser Frequenzbereich soll nach Plänen der Bundesnetzagentur aber bereits ab 2014 zur Versteigerung von neuen Mobilfunkfrequenzen freigegeben werden.


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