Hohe Systemvoraussetzungen

Um diesen technologischen Sprung in der Signalqualität zu ermöglichen, sind zwei Komponenten essenziell. Nutzer benötigen mindestens 16 GByte RAM, einen Intel-Core-i5-Prozessor der sechsten Generation (Skylake oder neuer) und eine Geforce GTX 1060 von Nvidia. Ohne die aktuelle Pascal-Generation von Nvidia ist es nicht möglich, HDR-Videos abzuspeichern, die Optionen dafür werden beispielsweise selbst mit einer sehr performanten Geforce GTX 980 Ti ausgegraut.

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Die hohen Systemvoraussetzungen sind laut Avermedia nötig, um die großen unkomprimierten Dateien verarbeiten zu können (DMI3 zwischen CPU und Chipsatz sowie DDR4 erst ab Skylake) und unablässig für das Encoding mit dem HEVC-Codec (H.265).

Die Capture-Karten haben beide jeweils einen HDMI-2.0-Ein- und -Ausgang. Beiden liegt ein passendes kurzes Kabel bei. Durch die Limitierung des HDMI-2.0-Standards lässt sich maximal ein HDR-Signal bei 4K im Farbraum YUV 4:2:0 aufnehmen. Volles RGB 4:4:4 oder YUV 4:2:2 ist nicht möglich. Die Konsolen zeigen diesen Umstand auch direkt an, sobald sie mit den Capture-Karten verbunden werden.

Nutzung mit älteren PCs

Wir haben die Live Gamer 4K und Live Gamer Ultra dennoch auch mit einem Intel Core i7-4770K Haswell und der angesprochenen Geforce GTX 980 Ti ausprobiert. Signale bis zu 4K60 mit HDR werden auch hier problemlos an den TV weitergegeben. Allerdings gibt es tatsächlich Einschränkungen bei Aufnahme und Livestreaming.

So ist es mit diesem ansonsten durchaus noch modernen PC maximal möglich, 4K-Signale mit 30 Bildern pro Sekunde im bewährten H.264-Codec zu sichern. 1440p-Signale lassen sich bereits mit 60 fps speichern und 1080p-Signale mit 120 fps - alles ohne HDR.

  • Die Avermedia Live Gamer Ultra (l.) und 4K (r.) mit Verpackungsinhalt (Bild: Michael Wieczorek/Golem.de)
  • Die Live Gamer 4K ist eine PCIe-Karte. (Bild: Michael Wieczorek/Golem.de)
  • Der Lüfter der Capture-Karte ist in einem üblichen Gehäuse nicht hörbar. (Bild: Michael Wieczorek/Golem.de)
  • Anders bei der Live Gamer Ultra: Hier ist der Lüfter surrend gut zu vernehmen. (Bild: Michael Wieczorek/Golem.de)
  • Auch die mobile Capture-Karte schleift ein 4K-Bild mit HDR ohne Verzögerung durch. (Bild: Michael Wieczorek/Golem.de)
  • Die Live Gamer Ultra an einem Macbook (Bild: Michael Wieczorek/Golem.de)
  • Detroit Become Human ohne HDR (Bild: Michael Wieczorek/Golem.de)
  • Detroit Become Human mit HDR (Bild: Michael Wieczorek/Golem.de)
Die Live Gamer Ultra an einem Macbook (Bild: Michael Wieczorek/Golem.de)

HDR-Aufnahmen sind möglich, sobald wir nur die Grafikkarte austauschen. Setzen wir zum Beispiel statt der Geforce GTX 980 Ti eine Geforce GTX 1060 ein, ist die HDR-Aufnahme zumindest in 1080p mit 60 fps möglich, während das volle 4K60-HDR-Signal an den Fernseher weitergeleitet wird. 4K60 mit HDR aufzeichnen klappt nicht, solange der Core i7-4770K verbaut ist.

HDR-Aufnahmen nur mit RECentral

Für die neuartigen HDR-Spielaufzeichnungen muss die mitgelieferte Software RECentral genutzt werden. Mit OBS, Streamlabs oder XSplit ist die HDR-Verarbeitung noch nicht möglich. Das liegt am fehlenden H.265-Codec und dem Tone-Mapping, das diese Programme nicht leisten. HDR-Signale würden deshalb farbarm, wie mit einem Grauschleier überzogen aussehen. Die CPU-Auslastung liegt bei einer Bitrate von 150.000 KByte pro Sekunde bei sehr guten 20 bis 30 Prozent. Die Software nutzt stets alle verfügbaren Threads und Kerne. Die Grafikkarte wird mit bis zu zehn Prozent beansprucht. Viel höhere Auslastungsmessungen konnten wir nur mit OBS erzielen, wo beim Encoding auch mehr Freiheit geboten wird.

RECentral hat sich in den vergangenen Jahren zu einer sehr brauchbaren Lösung für das Aufzeichnen und Streamen von Inhalten entwickelt. Wir sind überrascht, wie stabil die Software von Avermedia läuft. Teststreams an eine oder mehrere Plattformen gleichzeitig laufen stabil und die Optionen sind übersichtlich. Nutzer können weitere externe Quellen hinzufügen und Bildinhalte frei arrangieren - deutlich besser als zum Beispiel in Elgatos Game-Capture-Software, aber auch nicht so komplex und intuitiv wie in OBS. Besonderes Augenmerk gilt natürlich dem HDR-Tone-Mapping, also die Konvertierung vom HDR- zum SDR-Signal zur Weiterverarbeitung beim Stream oder Videoschnitt.

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 HDR-Capture im Test: High-End-Streaming von der Couch ausVon HDR zu SDR, von 5.1-Sound zu Stereo 
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Kevinjohn91 01. Dez 2018

Ich habe mir die externe Variante gestern bestellt und in Betrieb. Habe ein 4k HDR switch...

Peace Р03. Aug 2018

Ah gut zu wissen! Ich hatte mich nämlich schon öfter gefragt, warum die Qualität bzw...

mw (Golem.de) 02. Aug 2018

Nativ unter OBS schreiben wir. :) Um Elgatos Software und Treiber geht es dabei nicht.


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