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HDMI 2.1: "Wir versuchen, das so verwirrend wie möglich zu machen"

8K-Auflösung, HDR, hohe Bildraten: HDMI-LA-Marketing-Chef Brad Bramy erzählt im Interview mit Golem.de, was der neue Standard HDMI 2.1 bringt und scherzt über das Chaos bei den Kabeln.

Ein Interview von und veröffentlicht am
Brad Bramy auf der Ifa 2018
Brad Bramy auf der Ifa 2018 (Bild: Michael Wieczorek/Golem.de)

Geräte mit dem 2017 angekündigten Standard HDMI 2.1 gibt es wohl bereits, doch wissen Kunden davon nichts. "Viele der Produkte sind bereits erschienen, aber sie dürfen einfach nicht zeigen, dass sie HDMI 2.1 entsprechen oder die Funktion haben, weil sie bisher noch nicht nach den Regeln getestet wurden", sagt Brad Bramy, Marketingchef bei der Organisation HDMI Licensing Administrator. Mit dem neuen Standard für die digitale Übertragung von Video- und Audiodaten sollen Fernsehgeräte 8K-Auflösung, einen großen Dynamikumfang (HDR) und hohe Bildraten erreichen. Im Interview mit Golem.de erklärt er, warum er HDR unglaublich toll findet, was HDMI 2.1 bringt - und warum Kunden sich vorerst kein neues Kabel kaufen müssen.

Inhalt:
  1. HDMI 2.1: "Wir versuchen, das so verwirrend wie möglich zu machen"
  2. Wie erkennt man ein HDMI-2.1-Kabel?

Ein erstes Zeichen von HDMI 2.1 ist der Standard eArc. Er ermöglicht die unkomprimierte Audioübertragung von vielen parallelen Soundkanälen, etwa für Dolby Atmos. "Wenn man auf Webseiten der Hersteller geht, findet man heraus, dass Hi-Fi-Hersteller wie Yamaha, Onkyo und Denon eArc bereits angekündigt haben. Das Update wird hauptsächlich per Firmware eingespielt", sagt Bramy.

Auf der Ifa 2018 waren diverse Hersteller bereits mit 8K-Fernsehern vertreten, darunter Sharp, Samsung oder LG. Sogar Toshiba stellte ein 8K-Panel aus, das allerdings nur unter der Lizenz eines unbekannten Herstellers gefertigt wird. "Sharps zweite Generation an 8K-Fernsehern wird mit HDMI 2.1 kompatibel sein", sagt Bramy. Wird dies nicht explizit genannt, dann muss die hohe Auflösung auf einem anderen Weg erreicht werden. "Um 8K bei 60 Hz zu leisten, benötigt man vier Kabel". Da aber bisher noch nicht einmal 8K-Quellmaterial existiere, skalierten viele Geräte die Auflösung schlicht nach oben, etwa von 4K auf 8K.

"HDR ist wunderbar!"

Mit HDMI 2.1 werden unkomprimierte Signale von 8K in 60 Hz möglich sein. "Ich denke, zuerst wird es 4K-120-Hz geben", sagt Bramy. Dabei ist für ihn High Dynamic Range (HDR) ein wichtiger Faktor, der im Gegensatz zu 3D wohl keine Randerscheinung sein wird: "3D ist bisher immer eher eine Nische gewesen. Sitzt die Familie vor einem Fernseher mit Brillen auf dem Gesicht? Ich denke nicht. HDR hingegen ist wunderbar. Hat man einen Kameramann, der HDR-Enthusiast ist und das Quellmaterial darin dreht - ehrlich gesagt hätte ich lieber dieses Material in 1080p mit HDR als eine 4K-Auflösung. HDR ist einfach unglaublich!" Mit Dynamic HDR steht laut Bramy zudem eine verbesserte Version bereit, die Teil von HDMI 2.1 ist.

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Er erinnert sich noch daran, wie gesundheitsschädlich die Technik zu Beginn war: "Anfangs haben die hohen Nits in den Augen wehgetan. Es gab Berichte und Gerüchte, dass das die Augen schädigen kann". Mittlerweile ist durch verbessertes Local Dimming und Panel-Technologien wie OLED ein wesentlich angenehmeres HDR-Bild möglich. "Die Filmstudios unterstützen HDR. Sobald sie das tun, wird HDR überall verbreitet werden. Sie lieben HDR!"

Controller werden erst einmal teurer

Vorteile von HDMI 2.1 - neben hohen Bildraten, hoher 8K-Auflösung und 4:4:4-Chroma-Subsampling - sind laut Bramy auch die erst einmal nicht so offensichtlichen Attribute. Als Beispiel nennt er die Kompatibilität von Variable Refresh Rate. "Noch weniger sexy sind der Auto Low Latency Mode und Quick Media Switching. Wenn man die Bildquelle wechselt oder sich der Inhalt einer Bildquelle ändert, wird es weniger Bildfehler, schwarze Frames oder Drop-outs geben. Der Vorgang wird flüssiger sein", sagt er.

Passende, dem Standard entsprechende Chips in den Endgeräten könnten dabei vorerst etwas teurer sein als ältere Hardware. "Erst einmal wird es nicht viele Lieferanten geben. Und durch den Premium-Charakter des Produktes verlangen sie gerne etwas mehr", sagt Bramy. Der Preis sollte allerdings mit der Zeit wieder sinken.

China und Japan als Pioniere

Zwar ist 8K-Inhalt bisher nicht sehr verbreitet, allerdings experimentiert Japan bereits mit 8K-Übertragungen. Die kommenden Olympischen Spiele sollen in dieser Auflösung ausgestrahlt werden. "Es gibt sie schon", sagt Bramy über die hochauflösenden Inhalte. Ein interessanter Markt für ihn ist in dieser Hinsicht China. "Damit 8K zum Tragen kommt, braucht man größere Panels. Man würde denken, die USA mit ihren großen Häusern und Heimen wären hier führend. Allerdings weisen Chinesen hier den Weg. Sie mögen das einfach. Und China ist ein großer Markt", sagt er.

Das Übertragen von niedriger auflösenden Bildsignalen auf höher auflösende Panels, Upsampling, sei dabei ein wichtiger Faktor für 8K-Geräte. "Upsampling wurde vor einigen Jahren nicht wirklich vermarktet. Mittlerweile sehen Leute den Unterschied. Und Upsampling auf 8K sieht wirklich gut aus." Für Bramy sollte ein Signal zudem zumindest in 10-Bit-HDR übertragen werden. "Es gibt einfach einen riesigen Qualitätsabfall von 10 Bit auf 8 Bit. Und ich denke, dass die Industrie versucht, dies als Norm zu etablieren", sagt er und nennt dabei Organisationen wie die Ultra HD Alliance, welche 10-Bit-HDR und eine lokale Helligkeit von mindestens 1.000 cd/m² voraussetzt. Er fügt hinzu: "Warum sollte man überhaupt 8K haben wollen, wenn es nicht mindestens in 10 Bit oder höher gesendet wird?".

Nach der leidvollen Erfahrung mit bisherigen HMDI-Standards ist eine der wichtigsten Fragen: Wie geht es mit den Kabeln weiter?

Wie erkennt man ein HDMI-2.1-Kabel? 
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Xeo81 04. Okt 2018

Einfach den TV per HDMI mit einem Apple TV verbinden. Im Apple TV das WLAN einrichten...

Thotti22 01. Okt 2018

Erinnern wir uns an 3D - jeder hat sein eigenes Süppchen gekocht, unkomfortable teure...

1e3ste4 29. Sep 2018

Streaming-Anbieter wie Netflix sind die ungeeignetste Bildquelle für hochauflösendes 4K...

Die Heilige... 28. Sep 2018

Dir ist klar, dass die PS4 Pro in dem Sinne auch ungeeignet ist, weil sie sehr locker mit...

Gast24 28. Sep 2018

Jaein. Tatsächlich ist es für echtes 4k aka 4k DCI tatsächlich schwer ein...


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