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Wie erkennt man ein HDMI-2.1-Kabel?

Mit HDMI 2.1 soll für Kunden klarer erkennbar werden, welches Kabel nach welchem Standard gefertigt wird. "Das Kabel wird genauso aussehen. Allerdings lautet der Name des Kabels Ultra-High-Speed-HDMI-Kabel. Passend dazu gibt es ein spezielles Logo, das man verpflichtend auf die Verpackung aufdrucken muss", erklärt Bramy. HDMI-2.1-Kabel werden dabei immer mit integriertem Ethernet ausgeliefert. "Das Logo sollte auch auf dem Kabel selbst stehen."

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In der Praxis half diese Beschriftung in der Vergangenheit nicht so richtig. So funktionieren einige sogenannte HDMI-2.0-High-Speed-Kabel mit Ethernet an einem Fernseher, während andere aus der gleichen Charge nach zehn Sekunden versagen. "Ein Kabel ist einfach wie jedes andere Produkt, das zertifiziert werden muss. Der Hersteller sendet es in ein Labor, testet es dort für den Standard und produziert es dann als Massenware." Oft entspreche ein Prototyp erst nach dem zweiten oder dritten Anlauf den Richtlinien.

Als ehemaliger Produkthersteller spricht Bramy aus Erfahrung: "Wenn man beispielsweise eine Knappheit an Lötzinn hat und der Vertragspartner keinen Nachschub liefern kann, dann wird ein anderer Hersteller angerufen. Das ist ein anderes Material. Es könnte das elektrische Signal beeinflussen. Und wenn es ein HDMI-Kabel ist, das gerade so durch die Zertifizierung gekommen ist, könnte es dieser nicht mehr entsprechen - oder eventuell sogar eine bessere Leistung abliefern."

Die Situation ist noch komplexer geworden, seit die HDMI LA den 2.0-Standard festgelegt hat. Die Kabel sind jedoch gleich geblieben. Anfangs seien dabei die spezifizierten Kabel für HDMI 1.4b 10.2 GBit/s auch für HDMI 2.0 ausreichend gewesen. "Mit dem Aufkommen von HDR und hohem Chroma Subsampling gingen die Bandbreitanforderungen nach oben. Durch ein Kabel, das damals ganz knapp bestanden hat, entstehen jetzt eben einige Probleme", sagt Bramy.

Aus diesem Grund wurde das sogenannte Premium-Programm eingeführt, das Kabel auf einer Bandbreite von 18 GBit/s testet. Vertreter der HDMI LA nehmen dabei persönlich Stichproben aus der Fabrik. "Die Kriterien für den Test sind höher", sagt Bramy. Allerdings ist das Testverfahren optional. Verwirrung stiftet zusätzlich, dass sich HDMI-1.4-Kabel und HDMI-2.0-Kabel High-Speed-Kabel nennen. "Es gibt auch Kabel mit gefälschtem Logo, die eigentlich nicht getestet wurden. Diese tendieren dazu, den Vorgaben nicht zu entsprechen", sagt Bramy.

Teilweise sei es ohnehin schwierig, an Quellmaterial mit echter 4K-Auflösung bei einer Bildfrequenz von 60 Hz zu gelangen, das ein gutes Kabel benötigt. "Streaming zum Beispiel ist sehr komprimiert. Da viele Inhalte mittlerweile daher stammen, ist es sehr schwierig, herauszufinden, welches Signal man wirklich erhält." Bramy spielt dabei auf Parameter an, die Nutzer nicht vorrangig beachten: Ein Chroma Subsampling von 4:2:0 sei sehr häufig vertreten. 10-Bit-HDR oder sogar 12-Bit-Dolby-Vision ist hingegen in diesem Bereich noch im Kommen.

Kurze Kabel wirken dem Trend entgegen

Auf die Frage, wie lang ein künftiges HDMI-2.1-Kabel sein kann, liefert Bramy eine ernüchternde Antwort: "Die Kabel werden etwas kürzer sein als zuvor. Es wird für zwei Meter spezifiziert." Er ist sich dabei bewusst, dass der Trend zu längeren Kabeln dieser Einschränkung entgegenwirkt. "Was früher nur Werbung war, setzen Kunden mittlerweile um. Ein Kabel vom Sofa bis hin zum hängenden Fernseher ist länger als zwei Meter, oft auch länger als drei Meter. Das ist ein Problem, das mir Sorge bereitet."

Bramys Voraussage ist, dass viele längere HDMI-2.1-Kabel deshalb als aktive Kupferkabel oder aktive optische Kabel hergestellt werden. "Optische Kabel waren bisher immer eine heikle Sache. Manchmal funktionieren sie, manchmal nicht. Aber mittlerweile gibt es viele Hersteller, die das gut hinbekommen", sagt er.

Eine kleine Erleichterung für Endkunden ist, dass alle HDMI-2.1-Kabel integriertes Gigabit-Ethernet voraussetzen. Unterschiedliche Kabelarten haben bisher erfahrungsgemäß Verwirrung gestiftet, gerade weil bisherige HDMI-Kabel alle als High-Speed-Kabel bezeichnet werden. Bramy gesteht ein, dass diese Namensgebung nicht optimal ist. "Wir versuchen, das so verwirrend wie möglich zu machen", scherzt er.

Neue Kabel zu kaufen, werde vorerst nicht unbedingt notwendig sein, meint er. "Wer wird anfangs 48 GBit/s schon wirklich ausnutzen? Einige Gamer vielleicht. Aber Leute werden das beste Kabel haben wollen, weil es halt als bestes Kabel vermarktet wird." Obwohl das kommende HDMI-2.1-Kabel abwärtskompatibel ist, wird sich dessen Bauweise von den Vorgängern unterscheiden. Bramy versichert, dass das Produkt nicht dicker und dadurch unflexibler sein werde. "Es wird auf jeden Fall eine bessere elektromagnetische Abschirmung haben."

Bramy rechnet mit ersten nativen 8K-Inhalten bei 60 Hz im Jahr 2019. Die ersten Compliance-Testspezifikationen gibt es seit August 2018. Wie Kunden HDMI 2.1 letztlich aufnehmen, wird sich zeigen. Man sollte auf jeden Fall in den nächsten Monaten nach Kabeln mit der Aufschrift Ultra High Speed Cable Ausschau halten.

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 HDMI 2.1: "Wir versuchen, das so verwirrend wie möglich zu machen"
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