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HDD: Glasplatter sollen 20-TByte-Festplatten ermöglichen

Um die Kapazität von 3,5-Zoll-Festplatten weiter zu steigern, dürften in Zukunft Platter aus Glas statt aus Aluminium verwendet werden. Die sind steifer und dünner und ermöglichen mit HAMR eine neue Speichertechnik für HDDs.
/ Marc Sauter
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HDD mit Glasplattern (Bild: Hoya)
HDD mit Glasplattern Bild: Hoya

Festplatten in 3,5-Zoll-Bauweise sollen künftig aus einem Plattersubstrat aus Glas hergestellt werden, um über 20 Terabyte in einem Gehäuse unterzubringen. Das berichtet Computerbase(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf die japanische Tageszeitung Nikkei(öffnet im neuen Fenster) . Auch wenn HDDs im Consumer-Segment an Bedeutung verlieren, im Cloud-Bereich sind große Festplatten weiterhin gefragt.

Bisher sind Platter mit einem Substrat aus Aluminium bei 3,5-Zoll-Disks typisch, Glas oder Keramik hingegen ist das bevorzugte Material bei 1,8- und 2,5-Zoll-HDDs. Der praktisch einzige Lieferant für Glasplatter ist die japanische Firma Hoya, von denen Western Digital vor Jahren ein Werk gekauft hatte . Glas ist deswegen relevant, weil die Platter aufgrund ihrer Steifheit dünner ausfallen können und somit mehr Scheiben in ein Gehäuse passen. Dadurch steigt bei gleicher Datendichte die mögliche Kapazität einer Festplatte.

HGST etwa setzt bei der Helium-gefüllten Ultrastar He12 auf acht Platter für 12 Terabyte, die HDD nutzt herkömmliche PMR-Technik (Perpendicular Magnetic Recording). Ein Modell mit 14 Terabyte soll mit überlappenden Spuren (Shingled Magnetic Recording) arbeiten, dadurch sinkt aber die Schreibgeschwindigkeit. Mit zwölf Plattern, wie sie Hoya anbieten möchte, wären somit 18 (PMR) und 21 (SMR) Terabyte in einem 3,5-Zoll-Gehäuse möglich.

HAMR auf Glas

Ein weiterer Vorteil von Glasplattern ist ihre höhere Hitzebeständigkeit verglichen mit Aluminiumscheiben. Relevant wird das bei Heat Assisted Magnetic Recording ( HAMR ), da dabei die Datenschicht per Laser erhitzt werden muss. Der Lese- und Schreibkopf ist zudem bei bisherigen Prototypen etwas größer, weshalb dünnere Platter hier erneut von Vorteil sind.

Gegen Glas als Substratmaterial dürften bisher vor allem die Kosten sprechen, allerdings steigt mit der Kapazität ohnehin meist auch der Preis.


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