HD über Antenne: Medienexpertin erwartet DVB-T2-Empfänger erst ab 2017
Die Sprecherin der Grünen für digitale Infrastruktur, Tabea Rößner(öffnet im neuen Fenster) , hat den heutigen Kabinettsbeschluss zur Frequenzversteigerung kritisiert. "Der heutige Kabinettsbeschluss ist überstürzt und übers Knie gebrochen. Viele Fragen sind noch ungeklärt. Die frühe Umstellung von DVB-T auf DVB-T2 ist ganz und gar nicht verbraucherfreundlich, weil es vor 2017 keine marktfähigen Empfänger geben wird."
Der Sendedienstleister Media Broadcast testet seit Oktober 2014 in Berlin den neuen DVB-T2-Standard. TV-Sender, die Verbände sowie zahlreiche Unternehmen der Endgeräte-Industrie sind als Projektpartner beteiligt. Den Herstellern steht eine Testumgebung zur Entwicklung künftiger Endgeräte zur Verfügung. Das Projekt unterstützen Samsung, Sony, LG Electronics, Panasonic, Philips, Loewe, Humax, Technisat, Rohde & Schwarz, Sagemcom und Funke.
Bei der Versteigerung der Frequenzen für das mobile Internet würden laut Rößner neue Anbieter keine Chance haben. Die Vorherrschaft von drei Mobilfunkkonzernen in Deutschland werde damit zementiert und neue Technologien und Innovationen ausgebremst.
Die drei deutschen Mobilfunkbetreiber Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica Deutschland (O2) gelten als sichere Teilnehmer. Unklar ist, ob der Neueinsteiger Liquid Broadband mit seinen kleinen LTE-NetStations, die in Privathaushalten aufgestellt werden können, dabei sein wird.
Nach Abzug aller Kosten aus der Versteigerung der Frequenzen würden voraussichtlich weniger als eine Milliarde Euro für den Bund übrig bleiben. Rößner: "Das ist beim Ausbau in den ländlichen Regionen, wo noch eine Finanzierungslücke von circa zwölf Milliarden Euro besteht, nur ein Tropfen auf den heißen Stein."
- Anzeige Hier geht es zu den aktuellen Blitzangeboten bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.