HD über Antenne: Erste Ausstrahlung mit DVB-T2 gestartet
Der Sendedienstleister Media Broadcast hat heute in Berlin ein Pilotprojekt zur Erprobung des neuen DVB-T2-Standards gestartet. Das gab das Unternehmen am 6. Oktober 2014 bekannt(öffnet im neuen Fenster) . TV-Sender, die Verbände sowie zahlreiche Unternehmen der Endgeräte-Industrie seien als Projektpartner beteiligt.
Das Pilotprojekt ist laut Media Broadcast für eine Dauer von 18 Monaten geplant. Die Nachfolgetechnologie des heutigen DVB-T wird in Kombination mit dem HEVC/H.265-Kompressionsstandard getestet. Den Herstellern steht eine Testumgebung zur Entwicklung künftiger Endgeräte zur Verfügung.
Auch Tests und Spezifikationen für das Umschalten von DVB-T auf DVB-T2 sind Bestandteile des Piloten. Ein weiterer Test zu DVB-T2 wird von IRT/BR in München durchgeführt.
Das Projekt unterstützen ARD, ZDF, die Mediengruppe RTL, ProSiebenSat.1, Arte, Samsung, Sony, LG Electronics, Panasonic, Philips, Loewe, Humax, Technisat, Rohde & Schwarz, Sagemcom und Funke. Zudem sind die deutsche TV Plattform des Verbandes VPRT, das DVB-Konsortium und der ZVEI (Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie) eingebunden.
Bei dem Pilotprojekt geht es um stationären und portablen Indoor-Empfang. Die Testsignale werden im Kanal 42 von den Senderstandorten Alexanderplatz und Schäferberg (jeweils 50 kW ERP) übertragen. Dabei werden nach Unternehmensangaben Datenraten zwischen 18 und 28 MBit/s im Multiplex erzielt, bis zu sieben HDTV-Programme können übertragen werden. Geplant sind Programmangebote mit und ohne DRM. Dem Digitalisierungsbericht 2014 zufolge nutzen weiter rund 7,4 Millionen Haushalte in Deutschland DVB-T über verschiedenste Endgeräte.
Weiter viele Antennennutzer
Das entspricht 18,5 Prozent aller TV-Haushalte. Der digital-terrestrische Empfang findet gegenwärtig zu einem erheblichen Teil über PCs oder Notebooks, TV-Empfänger in Autos sowie mobile Endgeräte wie Tablets oder Smartphones statt. Mit rund vier Millionen TV-Haushalten (10 Prozent) sinkt der darin enthaltene DVB-T-Empfang am TV-Gerät leicht.
ARD, ZDF und die Medienanstalten betonten erneut, ab Juni 2016 schrittweise auf den neuen Standard umstellen zu wollen. Bis zum Abschluss des Umstellungsprozesses Mitte 2019 müsse ausreichend Frequenzspektrum zur Verfügung stehen. Dies betreffe insbesondere das 700 MHz-Band. Zudem müssten Bund und Bundesnetzagentur dauerhaft einen störsicheren Betrieb der neuen DVB-T2-Sender gewährleisten. Dies erfordere auch eine zügige Koordination mit den angrenzenden Ländern.
Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz forderte , dass DVB-T2 ganz ohne Verschlüsselung umgesetzt werden solle. "Eine Verschlüsselung senkt die Akzeptanz und wirkt eher abschreckend" , erklärte Michael Gundall, Fernsehexperte der Verbraucherzentrale. Bestes Beispiel hierfür sei das verschlüsselte Angebot Viseo+ der Mediengruppe RTL in Stuttgart, Halle und Leipzig, das Ende 2014 eingestellt wird.
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