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HD Earth Viewing Experiment: Die Erde aus der Sicht eines Astronauten betrachten

Seit Kurzem können Erdbewohner ihren Heimatplaneten aus dem Weltall betrachten. An der ISS sind vier Kameras angebracht worden, die rund um die Uhr die Erde von oben aufnehmen. Die Bilder sind im Netz verfügbar.
/ Werner Pluta
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HDEV: Gehäuse mit vier Kameras am europäischen Columbus-Modul (Bild: HDEV/Screenshot: Golem.de)
HDEV: Gehäuse mit vier Kameras am europäischen Columbus-Modul Bild: HDEV/Screenshot: Golem.de

Bislang konnten wir uns die Internationale Raumstation(öffnet im neuen Fenster) (International Space Station, ISS) von unten anschauen, wenn sie mit etwa 28.000 Kilometern pro Stunde über uns hinweg saust. Seit Kurzem gibt es den Blick auch aus der anderen Perspektive: Das High Definition Earth Viewing Experiment(öffnet im neuen Fenster) (HDEV) liefert rund um die Uhr einen hochaufgelösten Videostream, der die Erde aus der Sicht der ISS zeigt(öffnet im neuen Fenster).

Das HDEV besteht aus vier handelsüblichen HD-Kameras, die in einem Gehäuse stecken, das unter Druck steht. Es soll die Kameras vor der Temperatur und der Weltraumstrahlung schützen. Das Kameragehäuse ist am Columbus-Modul angebracht, das die Europäische Weltraumorganisation (Esa) zur ISS beigesteuert hat.

Vier Kameras

Die Kameras sind fest, sie können nicht geschwenkt werden und auch nicht zoomen. Zwei der Kameras sind nach vorne, in Flugrichtung gerichtet, eine schaut nach hinten und eine gerade nach unten. Die Bilder werden laut der US-Raumfahrtbehörde Nasa in einem "Ethernet-kompatiblen Format für die Übertragung zur Erde" kodiert. Die Bilder werden nicht auf der ISS aufgezeichnet, sondern in Echtzeit zur Erde gestreamt. Im Stream wechselt die Perspektive jeweils nach einigen Minuten. Ist die ISS über der Nachtseite der Erde unterwegs, bleibt das Bild dunkel.

Die Raumfähre Dragon(öffnet im neuen Fenster) des privaten US-Raumfahrtunternehmens Space Exploration Technologies(öffnet im neuen Fenster) (SpaceX) hat HDEV zur ISS gebracht. Dragon ist am 18. April zur dritten regulären Versorgungsmission gestartet und dockte am 22. April an der Station an. HDEV wurde am 30. April in Betrieb genommen.

Gemüse für die ISS

Der Start der Dragon hatte sich mehrfach verzögert – die Fähre sollte bereits im März fliegen. Zur Ladung gehörte neben HDEV auch ein Weltraumgewächshaus – es soll getestet werden, ob die Pflanzen in weitgehender Schwerelosigkeit gedeihen. Außerdem transportierte die Raumfähre als Sekundärnutzlast einen Cubesat3, der 200 Nanosatelliten ausgesetzt hat.

Die aktuelle Position der ISS zeigt die Esa auf einer Website an(öffnet im neuen Fenster). Die Nasa hat eine Seite eingerichtet, auf der der Stream und die aktuelle Postion gemeinsam zu sehen sind(öffnet im neuen Fenster).

Die US-Raumfahrtbehörde informiert zudem darüber, wann die ISS vom eigenen Standort aus gut am Nachthimmel zu sehen ist: Nutzer können den Dienst Spot The Station(öffnet im neuen Fenster) abonnieren und erhalten eine Nachricht, wann die ISS ihren Standpunkt überfliegt. Diese enthält Angaben darüber, wann und wie lange die ISS zu sehen ist, wo sie erscheint und wo sie wieder verschwindet sowie die maximale Höhe über dem Horizont. Die ISS ist nach Sonne und Mond das hellste Objekt am Himmel.


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