Viel ist bei HBO Max gut umgesetzt
Die Genres der Film- und Serienrubriken zeigen die entsprechenden Inhalte immer in alphabetischer Reihenfolge. Wir finden das übersichtlicher, als wenn eine vom Anbieter ausgedachte Sortierung gewählt wird.
Gut gefällt uns die Suchfunktion, die etwa Filmreihen meist in der richtigen Reihenfolge anzeigt und nicht wild durcheinanderwirbelt. Wir können nicht nur nach Titeln, sondern auch nach Personen suchen, die an den Filmen oder Serien beteiligt sind.
Warner Brothers folgt allerdings der Unsitte anderer Anbieter wie Apple, Disney, Paramount und Sky, indem auch in den vermeintlich werbefreien Abos Werbeschaltungen erscheinen. Es handelt sich dabei um Programmhinweise, die sich zwar überspringen lassen, aber von vielen als Werbung empfunden werden, weil nicht direkt der ausgewählte Inhalt abgespielt wird.
Kopfhörernutzung funktioniert einfach
Eigentlich wäre das keiner Erwähnung wert, aber Paramount+ macht es nötig: Bei HBO Max können wir die Wiedergabe über einen per Bluetooth mit dem Smartphone oder Tablet verbundenen Kopfhörer steuern.
Anders als Disney+ bietet HBO Max zu Filmen und Serien keinen Sonderbereich, um dort Bonusmaterial, gestrichene Szenen, Audiokommentare, Hintergrundberichte oder Ähnliches anzubieten.
Profilfunktionen mit Licht und Schatten
Überwiegend sehr gut umgesetzt sind die Profilfunktionen bei HBO Max. Die Kinderprofile verdienen dabei Lob und Tadel zugleich. Positiv sind zusätzliche Altersfreigaben, die sich nicht nur nach der FSK-Einstufung richten. Schade nur, dass die Freigabe von Inhalten für Kinder über 13 Jahre automatisch auch alle FSK-16- und FSK-18-Inhalte erlaubt.



















Es fehlt eine Möglichkeit, diese Inhalte von einem Kinderprofil auszuschließen. Dafür muss ein normales Profil verwendet werden, für das keine Verlassen-PIN festgelegt werden kann. Jugendliche könnten dann in andere Profile wechseln, falls diese nicht alle einzeln mit einer PIN gesichert werden.
Dafür ist die Absicherung der Kinderprofile perfekt umgesetzt: Es gibt einen Zugangscode und einen Code zum Verlassen des Profils. Dadurch müssen die Elternprofile nicht mit einer PIN geschützt werden, um den Zugriff von Kindern zu verhindern.
Anders als bei der Konkurrenz werden Wiedergabeeinstellungen wie etwa der Episodensprung oder automatische Wiedergabestarts nicht in den Profilen konfiguriert. Das macht HBO Max an der Stelle unkomfortabler, falls das gleiche Gerät von mehreren Personen verwendet wird.
Denn diese Einstellungen gelten immer für das entsprechende Gerät. Wäre das in den Profilen hinterlegt, müsste die Einstellung nicht auf jedem weiteren Gerät angepasst werden.
Diese Komfortfunktionen fehlen
Trotz aller Begeisterung bei der technischen Umsetzung und Steuerung hinkt Warner Brothers der Konkurrenz doch in ein paar Punkten hinterher. Es gibt bei HBO Max keine Einblendungen zu Schauspielern in einer Szene, wie sie bei Prime Video und Apple TV angeboten werden. In der Smartphone-App gibt es auch keine Helligkeitsregelung – das bleibt weiterhin eine Netflix-Besonderheit.
HBO Max hat die mit Abstand unüblichste Regelung zu Offline-Inhalten. Je nach Abostufe lassen sich pro Monat 30 oder 100 Titel herunterladen. Dabei wird eine Serienepisode als ein Titel gezählt, so dass sich umfangreichere Serien gar nicht erst für die Offline-Nutzung herunterladen lassen.
Offline-Funktion von HBO Max nicht konkurrenzfähig
Sobald ein Offline-Titel gestartet wurde, muss er innerhalb von 48 Stunden zu Ende geschaut werden. Falls das nicht passiert, muss der Titel erneut heruntergeladen werden, was etwa auf Reisen vielleicht gar nicht ohne Weiteres möglich ist. Wurden Offline-Inhalte noch nicht gestartet, stehen sie maximal 30 Tage zur Verfügung.
In der niedrigsten Qualitätsstufe sind in Actionszenen sehr deutliche Artefakte zu sehen, so dass mindestens die mittlere Qualitätsstufe aktiviert sein sollte, falls solche Qualitätseinbußen unerwünscht sind. Ebenfalls unschön: Es gibt keinen Befehl, um die komplette Staffel einer Serie herunterzuladen. Wir müssen Folge für Folge einzeln für den Download auswählen – das ist mühsam.



















Sowohl in der Android- als auch in der iOS-App fiel die Offline-Funktion mit lästigen Fehlern auf. Wenn wir einen Titel noch bei aktiver Internetverbindung angefangen haben und dann ohne Internetverbindung die Offline-Variante abspielen, startet der Inhalt nicht an der letzten Position, sondern beginnt von vorn.
Nur die iOS-App von HBO Max merkt sich die Wiedergabeposition, wenn wir den Offline-Titel mit aktiver Internetverbindung weiterschauen. Die Android-App vergisst auch hier die Stelle des Videos. Ebenfalls in der Android-App fiel ein Fehler mit Untertiteln auf: Bei etlichen Titeln waren standardmäßig Untertitel aktiviert, die wir dann jedes Mal erst ausschalten mussten, wenn wir sie nicht haben wollten.
Da diese Fehler in der iOS-App von HBO Max nicht so massiv auftreten, haben wir die Hoffnung, dass Warner Brothers dies in den kommenden Wochen korrigiert.
Wir haben uns für den Test auch den Katalog von HBO Max in etlichen Stichproben genauer angeschaut – das Ergebnis war zum Teil erschreckend.



