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HBO Max im Nachtest: Katalog von Warners Streamingabo enttäuscht immer noch

Wie hat Warner Bros. auf die Kritik zum Marktstart von HBO Max in Deutschland reagiert? Der Frage gehen wir in einem Nachtest nach.
/ Ingo Pakalski
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HBO Max im Nachtest einige Monate nach dem Deutschlandstart (Bild: Warner/Screenshot: Golem)
HBO Max im Nachtest einige Monate nach dem Deutschlandstart Bild: Warner/Screenshot: Golem
Inhalt
  1. HBO Max im Nachtest: Katalog von Warners Streamingabo enttäuscht immer noch
  2. HBO Max ist weiterhin keine Warner-Filmbibliothek
  3. HBO Max im Nachtest – Verfügbarkeit und Fazit

Seit fünf Monaten gibt es HBO Max in Deutschland. Golem hat das zum Anlass genommen, erneut einen genauen Blick auf das Abo zu werfen. Bei den Funktionen und technischen Eigenschaften hat es seit dem Start von HBO Max keine großen Neuerungen gegeben. Daher gilt das meiste immer noch, was wir in unserem ersten Test beschrieben hatten.

Das gilt zum Beispiel für die vereinzelten Probleme mit Untertiteln: Auf einem Android-Tablet und einem Fire TV Cube sind bei uns standardmäßig deutsche Untertitel aktiviert. Wir haben auf beiden Geräten die Apps neu installiert, es änderte sich nichts. Skurril: Auf anderen Android-Smartphones und Streaminggeräten tritt der Fehler mit dem gleichen HBO-Max-Abo nicht auf.

Wir können nicht abschätzen, wie häufig Abonnenten davon betroffen sind. Jedenfalls ist der Fehler nervig, denn falls keine deutschen Untertitel erwünscht sind, müssen sie zunächst deaktiviert werden. Schauen wir eine Serie, ist das bei jeder neuen Folge nötig. Hinzu kommt: Zumindest die HBO-Doku zu Robin Williams hat so miserable deutsche Untertitel, dass ihnen kaum gefolgt werden kann.

Download-Beschränkungen sind nicht alltagstauglich

Auf technischer Seite enttäuscht HBO Max weiterhin bei den Download-Funktionen zum Offline-Schauen von Filmen oder Serien. Je nach Abostufe können pro Monat maximal 30 oder 100 Titel heruntergeladen werden. Eine Serienepisode wird als ein Titel gezählt, so dass sich umfangreichere Serien nicht für die Offline-Nutzung herunterladen lassen.

Sobald ein Offline-Titel gestartet wurde, muss er binnen 48 Stunden zu Ende geschaut werden. Andernfalls muss der Titel erneut heruntergeladen werden, was manchmal nicht ohne weiteres möglich ist. Wurden Offline-Inhalte noch nicht gestartet, stehen sie maximal 30 Tage zur Verfügung. Dann müssen sie neu geladen werden. Eine erneute Autorisierung gibt es weiterhin nicht.

In der niedrigsten Qualitätsstufe sind in Actionszenen deutliche Artefakte zu sehen. Falls solche Qualitätseinbußen unerwünscht sind, sollte mindestens die mittlere Qualitätsstufe aktiviert sein. Ebenfalls unschön: Es gibt keinen Befehl, um die komplette Staffel einer Serie herunterzuladen. Wir müssen Folge für Folge einzeln für den Download auswählen; das ist mühsam.

Sowohl in der Android- als auch in der iOS-App haben die Offline-Funktionen weiterhin lästige Fehler. Wenn wir einen Titel noch bei aktiver Internetverbindung angefangen haben und ohne Internetverbindung die Offline-Variante abspielen, startet der Inhalt nicht an der letzten Position, sondern beginnt von vorn.

Nur die iOS-App von HBO Max merkt sich die Wiedergabeposition, wenn wir den begonnenen Offline-Titel mit aktiver Internetverbindung weiterschauen. Die Android-App vergisst die Stelle. Wenn wir die Wiedergabe über den Download-Bereich statt über den Hauptbildschirm fortsetzen, wird die Offline-Stelle berücksichtigt.

Werbefreies HBO-Max-Abo trotzdem mit Werbung

Warner Bros. folgt weiterhin der Unsitte anderer Anbieter wie Apple, Disney, Paramount und Sky, indem auch in den vermeintlich werbefreien Abos Werbeschaltungen erscheinen. Es handelt sich um Programmhinweise, die sich zwar überspringen lassen, aber von vielen als Werbung empfunden werden, weil der ausgewählte Inhalt nicht direkt abgespielt wird.

Beim Schauen einer Serie kommt es somit zu Werbeunterbrechungen zwischen den Episoden. Diese Schaltungen machen immer mal wieder technische Probleme. Gelegentlich passierte es, dass der eigentliche Inhalt danach nicht geladen wurde, wir zurückspringen mussten und teilweise erneut Werbung gesehen haben.

Anders als bei der Konkurrenz werden Wiedergabeeinstellungen wie der Episodensprung oder automatische Wiedergabestarts nicht in den Profilen konfiguriert. Das macht HBO Max unkomfortabler, falls das gleiche Gerät von mehreren Personen verwendet wird. Bei den Profilen muss neuerdings ein Geburtsdatum hinterlegt werden, das war zum Marktstart noch nicht der Fall.

Der größte Nachteil von HBO Max ist jedoch der noch immer sehr lückenhafte Katalog. Abonnenten sollten nicht erwarten, dass sie in einem Streamingabo von Warner Bros. alle Filme und Serien des Hollywoodstudios erhalten.


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