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HBF Mönchengladbach: KI-gestützte Radarüberwachung von Personen im Test

Am Hauptbahnhof Mönchengladbach wird derzeit ein System mit Radarsensoren und KI erprobt. Ziel ist es, potenziell gefährliche Situationen zu erkennen.
/ Michael Linden
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Modellierung eines Körpers aus den Daten (Bild: Hochschule Niederrhein)
Modellierung eines Körpers aus den Daten Bild: Hochschule Niederrhein

Im Rahmen eines Pilotprojekts am Hauptbahnhof Mönchengladbach wird ein KI-System mit Radarsensoren zur Überwachung der Umgegend getestet(öffnet im neuen Fenster) , das die Privatsphäre der Bürger wahren soll.

Das Projekt mit dem Namen KIRaPol.5G wird von der Hochschule Niederrhein wissenschaftlich begleitet und könnte in Zukunft die polizeiliche Überwachung unterstützen.

Insgesamt acht Radarsensoren wurden installiert, vier davon in der Bahnhofsvorhalle und vier am Platz davor. Diese Sensoren erfassen Bewegungen und Handlungen mittels Farbspektren und Wellenlinien. Die Besonderheit liege darin, dass die Technologie keine personenbezogenen Daten sammele, sondern lediglich anonymisierte Informationen verarbeite.

Das System soll während der Testphase darauf trainiert werden, drei spezifische Szenarien zu erkennen: Flucht, körperliche Auseinandersetzung und eine hilflose Person am Boden. Die KI wird trainiert, diese potenziell sicherheitsrelevanten Situationen aus den erfassten Radardaten zu identifizieren.

Die Polizei unterstütze das Projekt, indem sie Trainings- und Videomaterial zur Verfügung stelle. Zusätzlich könnten die Projektverantwortlichen auf die Videokameras der Bundespolizei in der Bahnhofsvorhalle zurückgreifen, um die erfassten Radardaten mit Videomaterial abzugleichen und zu bewerten.

Datenschutz und Sicherheit im Einklang

Ein wesentlicher Vorteil der KI-gestützten Radartechnologie liege nach Angaben der Hochschule in der Wahrung der Persönlichkeits- und Datenschutzrechte. Im Vergleich zur herkömmlichen Videoüberwachung wird der Eingriff in die Privatsphäre als sehr gering eingeschätzt. Die Sensoren erfassten ausschließlich anonymisierte Daten, aus denen keine Rückschlüsse auf die Identität einer Person gezogen werden könnten.

Die Radartechnik bietet weitere Vorteile. Sie ist unempfindlich gegenüber Lichtverhältnissen sowie Umwelteinflüssen wie Nebel, Niederschlag oder Rauch.

Nach Ende des Tests im Herbst 2024 sollen die Daten ausgewertet werden. An dem Projekt sind insgesamt fünf Partner aus Industrie, Wissenschaft und Sicherheitsbehörden beteiligt.

Erst nach Abschluss der Auswertung soll entschieden werden, ob und wie das System künftig im Echtbetrieb an Bahnhöfen und auf öffentlichen Plätzen für mehr Sicherheit sorgen könnte.


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