Hayabusa-2: Erste Proben auf Asteroiden Ryugu entnommen

Woran der Vorgänger noch gescheitert ist, hat Hayabusa-2 geschafft: Die Raumsonde hat erstmals Proben von der Oberfläche eines Asteroiden genommen. Die Jaxa hat mit der Sonde aber noch Größeres vor, bevor diese 2020 zur Erde zurückkehrt.

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Im Oktober machte der Rover 1-b von Hayabuse diese Aufnahme der Oberfläche von Ryugu.
Im Oktober machte der Rover 1-b von Hayabuse diese Aufnahme der Oberfläche von Ryugu. (Bild: Jaxa)

Die kleine Sonde Hayabusa-2 ist am 3. Dezember 2014 zum Asteroiden 162173 Ryugu gestartet. Die nur 609 kg schwere Raumsonde hat ein Missionsbudget von rund 150 Millionen US-Dollar und wurde mit einer der kleinsten japanischen Raketen gestartet. In der vergangenen Nacht gelangen die kontrollierte Landung auf dem Asteroiden und die Entnahme der Probe. Dazu näherte sich die Sonde mit wenigen Zentimetern pro Sekunde an den Asteroiden an, um letztlich ein Projektil auf die Oberfläche abzufeuern und das aufgewirbelte Material von der Oberfläche einzufangen. Laut allen empfangenen Daten verlief das Manöver erfolgreich.

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Die japanische Raumfahrtbehörde Jaxa begleitete das Manöver sowohl auf Twitter als auch mit einer Liveübertragung auf Youtube, die auf Englisch übersetzt wurde. Ursprünglich war das Manöver bereits für Oktober geplant, als die Minerva Rover auf der Oberfläche abgesetzt wurden. Aber Kameraaufnahmen des Asteroiden zeigten so viele Felsen auf der Oberfläche, dass das Risiko von Schäden an der Sonde bei einer Annäherung zu groß gewesen wäre.

Bei dem aktuellen Manöver wurde gezielt eine Gegend mit wenigen Felsen angesteuert. Zur Probenentnahme wurden 5 Gramm schwere Projektile aus Tantal mit einer Geschwindigkeit von 300 Metern pro Sekunde auf die Oberfläche abgeschossen, vergleichbar mit dem Projektil einer Kleinkaliberpistole. Dabei wird Material von der Oberfläche weggeschleudert und von Trichtern aufgefangen. Die Probenbehälter sollen so zwischen 0,1 und 10 Gramm Material sammeln.

Im April soll eine weitere Annäherung an Ryugu erfolgen, bei der auch Material aus etwas tieferen Schichten des Asteroiden gesammelt werden soll. Dazu soll aus 500 Meter Entfernung ein 2,5 kg schweres Projektil mit Hilfe von 4,5 kg Sprengstoff auf den Asteroiden abgefeuert werden. Dabei sollen ein 2 Meter großer Krater entstehen und ein kleiner Teil der entstehenden Trümmer aufgefangen werden, die aus tieferen Schichten stammen werden und noch nicht von Sonnenstrahlung, Sonnenwind und kosmischer Strahlung beeinflusst wurden.

Hayabusa hat mehr Erfolg im zweiten Versuch

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Hayabusa-2 ist die Nachfolgemission der früheren Sonde Hayabusa, die 2003 zum Asteroiden 25143 Itokawa startete. Ihr Vorgänger erreichte den Asteroiden zwar und landete, aber das Projektil wurde nicht abgefeuert, und die Probenentnahme misslang. Nur kleine Staubkörner, meist unter 10 Mikrometer groß, gelangten beim Aufsetzen in den Probenbehälter und erreichten am 13. Juni 2010 die Erde in einer kleinen Kapsel.

Trotz zahlreicher technischer Fehlfunktionen galt Hayabusa als Erfolg. Es war die erste Mission, die erfolgreich in einen Orbit um einen Asteroiden einschwenkte und ihn mit Kameras, Infrarot- und Röntgenspektrometern untersuchte. Dennoch sollte ein verbesserter Nachfolger, Hayabusa-2, die Mission auf einem anderen Asteroiden wiederholen.

Anders als die Vorgängermission verlief der Flug von Hayabusa-2 bisher weitgehend problemlos. Die Raumsonde erreichte den Asteroiden im Juni 2018 und soll ihn im Dezember 2019 auf einer Flugbahn Richtung Erde wieder verlassen. Die entnommenen Proben sollen im Dezember 2020 zur Erde zurück gelangen. Anders als die Vorgängersonde soll sie dabei nicht in der Erdatmosphäre verglühen, sondern nur die Rückkehrkapsel abwerfen und mit der Treibstoffreserve einen weiteren Asteroiden anfliegen. Die letzten Details dieses Missionsteils stehen aber noch nicht fest.

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