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Hayabusa-2: Asteroid Ryugus möglicher Beschuss durch Mikrometeoriten

Die Asteroidenproben von Ryugu sind mit der Elektronenholografie untersucht worden. Die entdeckte Veränderung der Oberfläche stammt wohl von Mikrometeoriten.
/ Patrick Klapetz
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Konzeptionelle Darstellung der Studie (Bild: Yuki Kimura)
Konzeptionelle Darstellung der Studie Bild: Yuki Kimura

Staub- und Gesteinsproben von der japanischen Raumsonde Hayabusa-2 weisen auf Veränderungen der Oberfläche des Asteroiden Ryugu hin. Eine japanische Forschungsgruppe(öffnet im neuen Fenster) geht davon aus, dass die Veränderungen auf den Beschuss mit Mikrometeoriten zurückzuführen sind.

Asteroiden sind bei ihrer Bahn durch das Sonnensystem dem Weltraumwetter – den hochenergetischen Teilchen der Sonne (dem Sonnenwind) und dem Beschuss durch Mikrometeoroiten – ausgesetzt. Welche langfristigen Auswirkungen das auf die Asteroiden und ihre Oberfläche hat, lässt sich durch die Probenentnahme im Weltall herausfinden.

Bei den meisten Meteoritenproben, die auf der Erde landen, ist es unmöglich, diese Einflüsse und Veränderungen genau zu untersuchen. Das liegt zum einen daran, dass sie aus dem Inneren eines Asteroiden stammen, aber auch an den Auswirkungen ihres feurigen Abstiegs durch die Erdatmosphäre.

Die Untersuchungsmethode und das Ergebnis

Für die Untersuchungen der mitgebrachten Probe wurde die Elektronenholografie angewandt. Dabei werden Elektronenwellen genutzt, um in die Proben einzudringen. Dadurch werden Details zur Struktur und den magnetischen und elektrischen Eigenschaften der Probe aufgedeckt.

Die kleinen Mineralkörner (Framboids), die aus Magnetit (einer Form von Eisenoxid) bestehen, hatten ihre normalen magnetischen Eigenschaften vollständig verloren. Dies soll laut dem Forschungsteam auf die Kollision mit Hochgeschwindigkeits-Mikrometeoriten mit einem Durchmesser von zwei bis 20 Mikrometern zurückzuführen sein. Die Framboids waren von Tausenden von metallischen Eisennanopartikeln umgeben.

Erhoffte Verbesserung der Fernerkundungsuntersuchung

Laut dem Forschungsteam nahm die Stärke des Magnetfelds im frühen Sonnensystem mit der Entstehung der Planeten ab. Die Messung der Restmagnetisierung auf Asteroiden kann Aufschluss über das Magnetfeld in der Frühphase des Sonnensystems geben. Die Forscher hoffen, dass ihre Ergebnisse dazu beitragen werden, das relative Alter von Oberflächen auf luftleeren Körpern zu bestimmen. Dies kann bei der genauen Interpretation von Fernerkundungsdaten, die von diesen Körpern stammen, behilflich sein.

Die Hayabusa-2-Raumsonde der japanischen Raumfahrtbehörde Jaxa erreichte den Asteroiden Ryugu am 27. Juni 2018. Während zwei heikler Landungen sammelte sie Gestein und Staub von dessen Oberfläche ein und brachte die abgeworfenen Proben im Dezember 2020 zur Erde zurück. Seitdem befindet sich die Sonde auf dem Weg zu zwei weiteren Asteroiden, die sie in den Jahren 2029 und 2031 erreichen soll.

Zur Studie

Die Forschungsarbeit wurde am 29. April 2024 in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht: Nonmagnetic framboid and associated iron nanoparticles with a space-weathered feature from asteroid Ryugu(öffnet im neuen Fenster) (Nichtmagnetisches Framboid und assoziierte Eisennanopartikel mit einem weltraumverwitterten Merkmal vom Asteroiden Ryugu).


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