Haustier-Suchfunktion: Angst vor Massenüberwachung durch Ring-Kameras
Nach einer Werbung im Rahmen des Superbowl ist Kritik an Rings neuer Haustiersuchfunktion Search Party aufgekommen. Mit Search Party(öffnet im neuen Fenster) können Haustierbesitzer ihre Lieblinge mithilfe der Ring-Kameras in der Umgebung suchen. Dafür wird ein Bild in einer App hochgeladen, ein KI-Algorithmus sucht dann das Kameramaterial nach dem Tier ab.
Die Funktion wird, anders als die ebenfalls kürzlich präsentierte Gesichtserkennung Familiar Faces, automatisch aktiviert. Wie The Verge(öffnet im neuen Fenster) berichtet, befürchten Kritiker, dass Search Party auch für die Suche nach Menschen und zur Massenüberwachung verwendet werden könnte – auch vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Lage in den USA und Amazons Verbindungen zu Sicherheitsunternehmen. Der Anbieter gehört zu Amazon.
Ring kündigte etwa vor Kurzem eine Partnerschaft mit Flock Safety an, einem Überwachungsunternehmen mit Regierungsverträgen. Die Kritiker befürchten, dass Amazon Daten direkt oder indirekt an die US-Regierung weitergibt. So erklärte der demokratische Senator Ed Markey: "Hier geht es definitiv nicht um Hunde – es geht um Massenüberwachung."
Search Party ist Ring zufolge nicht für die Überwachung von Menschen geeignet
Davon kann laut Ring allerdings keine Rede sein: "Das sind keine Werkzeuge zur Massenüberwachung" , sagte Sprecherin Emma Daniels. "Wir implementieren die richtigen Sicherheitsrestriktionen und sind dabei äußerst transparent." Search Party sei "nicht in der Lage, menschliche Biometriedaten zu verarbeiten" .
Die Familiar-Faces-Funktion für Gesichtserkennung werde zudem unabhängig von Search Party betrieben. Die angekündigte Zusammenarbeit mit Flock Safety dürfte auch trotz der aktuellen Kritik weiter verfolgt werden. "Bei der Integration werden wir sicherstellen, dass die Funktion ausschließlich für die Nutzung durch lokale Behörden für öffentliche Sicherheit entwickelt wird – denn genau dafür ist das Programm konzipiert" , hieß es.
The Verge merkte allerdings an, dass es keine Mittel gebe, die lokale Behörden daran hindern würden, Informationen an Bundesbehörden weiterzugeben.
- Anzeige Hier geht es zu Hacking & Security: Das umfassende Handbuch bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.