Trump vs. Musk: Die Schlammschlacht ist eröffnet

US-Präsident Donald Trump hat sich auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzler Friedrich Merz im Weißen Haus in Washington, D.C erstmals persönlich zur anhaltenden Kritik von Elon Musk am geplanten Haushaltsgesetz geäußert. Im Nachgang eskalierte der Streit zwischen Trump und Musk auf ihren Netzwerken Truth Social und X.
"Ich bin sehr enttäuscht von Elon" , sagte Trump am 5. Juni 2025 in der rund 40-minütigen Pressekonferenz, in der Merz kaum zu Wort kam. Als Gründe für Musks Angriffe vermutet der US-Präsident die Streichung der Elektroautoförderung und die Nichtnominierung dessen Vertrauten Jared Isaacman zum Direktor der Weltraumbehörde Nasa.
Trump zeigte wenig Verständnis für Musks Kritik. "Ich bin sehr enttäuscht, denn Elon kannte das Innenleben dieses Gesetzes besser als fast jeder, der hier sitzt. Er kannte jeden Aspekt dieses Gesetzes. (...) Und er hatte nie ein Problem damit, bis kurz nachdem er gegangen war" , sagte der US-Präsident. Musk widersprach dem umgehend(öffnet im neuen Fenster) auf X: "Falsch, dieser Gesetzentwurf wurde mir nicht ein einziges Mal gezeigt und wurde mitten in der Nacht so schnell verabschiedet, dass fast niemand im Kongress ihn überhaupt lesen konnte!"
Trump: Manche Mitarbeiter werden feindselig
Von der Kritik an dem Gesetz zeigte sich Trump hingegen unbeeindruckt. "Mir wäre lieber, er würde mich kritisieren als den Gesetzentwurf, denn der ist unglaublich" , sagte er. Von seinem Verhältnis zu Musk sprach Trump dann weiter in der Vergangenheitsform. "Elon und ich hatten eine großartige Beziehung. Ich weiß nicht, ob wir das noch haben werden" , sagte der US-Präsident. Musk habe ihn in den höchsten Tönen gelobt und sich einen Hut mit dem Spruch aufgesetzt: Trump hatte mit allem recht. Er habe Musk sehr geholfen.
Trump spekulierte darüber, dass Musk seinen Abschied aus dem Weißen Haus nicht verkraftet habe. Das sei schon früher bei Menschen passiert, die seine Regierung verlassen hätten. "Sie gehen und wachen am Morgen auf, und der Glamour ist weg. Die ganze Welt ist anders, und sie werden feindselig" , sagte Trump. Solche Personen hätten wohl das Trump Derangement Syndrom .
Musk wiederum zeigte sich verärgert über die Behauptung Trumps, wonach er auch ohne Musks Unterstützung die Präsidentschaftswahl gewonnen hätte. "Ohne mich hätte Trump die Wahl verloren, die Demokraten würden das Repräsentantenhaus kontrollieren und die Republikaner hätten 51-49 Stimmen im Senat" , schrieb er auf X(öffnet im neuen Fenster) und fügte hinzu(öffnet im neuen Fenster) : "Solch ein Undank."
Trump droht, Musk enthüllt
Auf seiner Plattform Truth Social legte Trump nach der Pressekonferenz noch einmal nach(öffnet im neuen Fenster) und schrieb: "Elon war 'erschöpft', ich bat ihn zu gehen, ich nahm ihm seine Elektroauto-Verpflichtung weg, die jeden zwang, Elektroautos zu kaufen, die sonst niemand wollte (er wusste seit Monaten, dass ich das tun würde!), und er ist einfach durchgedreht!"
Der US-Präsident schob dann die Drohung hinterher(öffnet im neuen Fenster) : "Der einfachste Weg, in unserem Haushalt Milliarden und Abermilliarden von Dollar einzusparen, ist die Beendigung von Elons staatlichen Subventionen und Verträgen. Ich war immer überrascht, dass Biden das nicht getan hat!"
"Zeit, die große Bombe platzen zu lassen"
Wie kaum anders zu erwarten, ließ Musk diese Behauptungen nicht lange auf sich sitzen. "Eine so offensichtliche Lüge. So traurig" , schrieb er auf X(öffnet im neuen Fenster) und fuhr fort(öffnet im neuen Fenster) : "Zeit, die wirklich große Bombe platzen zu lassen. Donald Trump ist in den Epstein(öffnet im neuen Fenster) -Akten. Das ist der wahre Grund, warum sie nicht öffentlich gemacht wurden. Einen schönen Tag noch, DJT!"
Zuvor hatte er bereits eine Nutzerabstimmung zu der Frage gestartet(öffnet im neuen Fenster) : "Ist es an der Zeit, in Amerika eine neue politische Partei zu gründen, die tatsächlich die 80 Prozent in der Mitte vertritt?" Nach rund zwei Stunden hatten mehr als 80 Prozent der Teilnehmer mit Ja gestimmt.
Musk storniert Flüge mit Dragon-Raumschiff
Die einflussreiche Politaktivistin Laura Loomer, die für rechtsextreme und rassistische Positionen bekannt ist, schrieb auf X(öffnet im neuen Fenster) : "Ich kenne Abgeordnete, die sich fragen, ob sie sich auf die Seite von Präsident Trump oder Elon stellen sollen." Das Topthema im Kongress laute an diesem Tag: "Der mächtigste Mann der Welt gegen den reichsten Mann der Welt." Musk kommentierte das mit den Worten(öffnet im neuen Fenster) : "Trump hat noch 3,5 Jahre als Präsident vor sich, aber ich werde noch mehr als 40 Jahre dabei sein ..."
Später kündigte Musk noch an(öffnet im neuen Fenster) : "In Anbetracht der Erklärung des Präsidenten über die Stornierung meiner Regierungsverträge wird SpaceX sofort mit der Stilllegung seines Dragon-Raumschiffs beginnen." Mit einem Dragon-Transporter hatte SpaceX im März 2025 gestrandete US-Astronauten auf die Erde zurückgebracht .
Der Kurs der Tesla-Aktie gab angesichts des öffentlichen Streits um mehr als 14 Prozent nach und verzeichnete damit den höchsten Tagesverlust seit vier Jahren(öffnet im neuen Fenster) . Der Börsenwert sank laut Dow Jones Market Data(öffnet im neuen Fenster) an diesem Tag um 152,4 Milliarden US-Dollar, was den größten Einbruch in der Firmengeschichte darstellte.
Nachtrag vom 5. Juni 2025, 23:00 Uhr
Der Artikel wurde sukzessive um weitere Äußerungen Trumps und Musks auf ihren jeweiligen Netzwerken ergänzt (Seite 2 des Artikels).