Abo
  • Services:

Haushaltspläne: Zitis setzt auf Supercomputer für Kryptoanalyse

Die neue Bundesbehörde Zitis sucht immer noch händeringend nach Hackern. Von den geplanten Haushaltsmitteln sollen Hochleistungsrechner angeschafft werden, um Verschlüsselung zu knacken.

Artikel veröffentlicht am ,
Die Zitis hat ihren Sitz in München.
Die Zitis hat ihren Sitz in München. (Bild: Michaela Rehle/Reuters)

Die Bundesregierung will verschlüsselte Kommunikation nun doch mit Hilfe von Supercomputern knacken. Anders als das Bundeskriminalamt (BKA) oder die Zollverwaltung sollen für die Zentrale Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich (Zitis) entsprechende Rechner angeschafft werden. Das geht aus dem Haushaltsplan der Regierung hervor, den Netzpolitik.org veröffentlichte. "Unter anderem gehört zu den geplanten Beschaffungsprojekten der Aufbau eines Hochleistungsrechners, der vorrangig im Bereich der Kryptoanalyse genutzt wird", heißt es in dem Dokument.

Stellenmarkt
  1. Felsomat GmbH & Co. KG, Königsbach-Stein
  2. Bechtle Onsite Services GmbH, Stuttgart-Zuffenhausen

Für 2019 soll die Bundesbehörde mit 36,7 Millionen Euro ausgestattet werden. Das sind 25 Prozent mehr als 2018 und mehr als doppelt so viel wie 2017. Von den geplanten 14,3 Millionen für 2017 wurden aber nur gut drei Millionen ausgegeben. Von den 36,7 Millionen Euro für 2019 sollen 10,4 Millionen Euro investiert werden. Die geplanten Personalausgaben liegen bei 11,5 Millionen Euro. Bei 190 Planstellen bedeutet dies durchschnittlich 60.500 Euro pro Stelle.

Personalgewinnung "anspruchsvoll"

Die Regierung bezeichnet die Personalgewinnung für Zitis als "anspruchsvoll". Zum 1. Oktober 2018 waren demnach erst 74 der im Kalenderjahr 2018 zur Verfügung stehenden 150 Planstellen belegt. Fast die Hälfte der bislang besetzten Stellen betrifft die Verwaltung und die Leitung der Behörde. Im kommenden Jahr soll der Schwerpunkt bei der Personalgewinnung auf IT-Mitarbeitern liegen. "Zitis wird zudem auch ausbilden und plant, in Zukunft Studiengänge 'Cyber-Sicherheit' und 'Informatik' anzubieten", heißt es weiter.

Bislang gibt es 44 eingestellte Mitarbeiter für Beratung und IT-Dienste, Telekommunikationsüberwachung (TKÜ), Kryptoanalyse, Digitale Forensik und Big Data. Von den insgesamt 81 eingestellten Mitarbeitern kommen 52 aus anderen Behörden von Bund, Ländern und Kommunen. Der Chaos Computer Club (CCC) kommentierte dies auf Netzpolitik.org mit den Worten: "Es ist gut zu sehen, dass Hacker offenbar keinerlei Interesse haben, für eine IT-Unsicherheitsbehörde zu arbeiten. Die Community hat schon vor vielen Jahren verstanden, was verbohrte Politiker nicht akzeptieren wollen: Das Ausnutzen und Offenhalten von Sicherheitslücken ist ein nachhaltiges Risiko für Unternehmen, kritische Infrastrukturen und Zivilgesellschaft."

Wettlauf um Entschlüsselung

Andere Bundesbehörden wie das BKA oder die Zollverwaltung wollen für das Entschlüsseln kryptografisch geschützter Kommunikation oder Datenträger hingegen keine Supercomputer einsetzen. Die Fahnder verwenden demnach "eigene Computersysteme" mit teilweiser "Unterstützung durch Prozessoren auf Grafikkarten" bei ihren Versuchen, an verschlüsselte Daten heranzukommen. Das hatte die Bundesregierung im April 2018 auf eine parlamentarische Anfrage der Linke mitgeteilt (PDF).

Der Europäische Ministerrat hatte im Oktober 2017 den Mitgliedstaaten empfohlen, gegebenenfalls unter Einbeziehung des Privatsektors "spezielle Hard- und Software mit angemessener Rechenleistung" bereitzustellen, um durch "intelligentere Analysen" Passwörter zu knacken. Um schwachen Passwortschutz zu brechen, sollen die Ermittler darauf achten, Hinweise zu Passphrasen, entsprechenden Segmenten, Zeichensätzen oder zur Passwortlänge zu sammeln.

Wie der Bundesnachrichtendienst (BND) oder das Bundesamt für Verfassungsschutz verschlüsselte Nachrichten analysieren oder Passwörter knacken, wollte die Regierung nicht mitteilen, um keine "Informationen zu Aufklärungsaktivitäten, Analysemethoden und zur aktuellen Aufgabenerfüllung" zu verraten und die "Interessen der Bundesrepublik" nicht zu gefährden.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (pay what you want ab 0,88€)
  2. 99,99€ (versandkostenfrei)
  3. (u. a. 32 GB 6,98€, 128 GB 23,58€)
  4. 54,99€

User_x 17. Okt 2018

Selbst wenn man es drauf hat, wird man mit den Jahren verkümmern, weil Verwaltungsorgien...

TrollNo1 17. Okt 2018

Halt mein Bier... bin gleich zurück, nur kurz ne Bewerbung schreiben :D

ww 16. Okt 2018

Noch tragischer ist, dass sie es für EUR25 Amazon-Gutscheine! gemacht haben. So viel ist...

ww 16. Okt 2018

AES ist nicht zu brechen. Auch nicht mit einem "Supercomputer". Wenn es eine...

scroogie 16. Okt 2018

Das ist ein inhärentes Problem. Nach den Tarifen _kann_ man den Mitarbeitern nicht mehr...


Folgen Sie uns
       


Microsoft Hololens 2 - Hands on (MWC 2019)

Die Hololens 2 ist Microsofts zweites AR-Headset. Im ersten Kurztest von Golem.de überzeugt das Gerät vor allem durch das merklich größere Sichtfeld.

Microsoft Hololens 2 - Hands on (MWC 2019) Video aufrufen
Sechs Airpods-Konkurrenten im Test: Apple hat nicht die Längsten
Sechs Airpods-Konkurrenten im Test
Apple hat nicht die Längsten

Nach dem Klangsieger und dem Bedienungssieger haben wir im dritten Test den kabellosen Bluetooth-Hörstöpsel mit der weitaus besten Akkulaufzeit gefunden. Etwas war aber wieder nicht dabei: die perfekten True Wireless In-Ears.
Ein Test von Ingo Pakalski


    Operation 13: Anonymous wird wieder aktiv
    Operation 13
    Anonymous wird wieder aktiv

    Mehrere Jahre wirkte es, als sei das dezentrale Kollektiv Anonymous in Deutschland eingeschlafen. Doch es bewegt sich etwas, die Aktivisten machen gegen Artikel 13 mobil - auf der Straße wie im Internet.
    Von Anna Biselli


      Galaxy S10e im Test: Samsungs kleines feines Top-Smartphone
      Galaxy S10e im Test
      Samsungs kleines feines Top-Smartphone

      Mit dem Galaxy S10e bietet Samsung auch ein kompaktes Modell seiner neuen Oberklasse-Smartphone-Serie an. Beim Gerät gibt es zwar ein paar Abstriche bei der Hardware, es liegt aber fantastisch in der Hand und macht super Fotos - für uns der klare Geheimtipp der neuen Reihe.
      Ein Test von Tobias Költzsch

      1. Samsung Galaxy M20 kommt an drei Tagen nach Deutschland
      2. Smartphone Samsungs LPDDR4X-Speicher fasst 12 GByte
      3. Non-Volatile Memory Samsung liefert eMRAM aus

        •  /