Erpressungsversuch: Polizei leakt versehentlich Daten und verhaftet Empfänger
In der niederländischen Gemeinde Ridderkerk ist in der vergangenen Woche ein 40-jähriger Mann verhaftet worden. Laut Pressemitteilung der Polizei(öffnet im neuen Fenster) war der Verdächtige aufgrund eines Fehlers an vertrauliche Polizeidokumente gelangt und weigerte sich anschließend, diese zu löschen, ohne dafür eine Gegenleistung zu erhalten. Es folgten eine Hausdurchsuchung und die Festnahme.
Der Beschuldigte wollte der Polizei ursprünglich am 12. Februar in Bezug auf ein anderes Ermittlungsverfahren mögliches Beweismaterial zukommen lassen. Der zuständige Polizist wollte dafür einen Upload-Link bereitstellen, über den der Mann die Daten hätte hochladen können.
Anstelle eines Upload-Links teilte der Polizist jedoch versehentlich einen Download-Link, über den der Verdächtige andere vertrauliche Dokumente herunterladen konnte – was er dann auch tat. Auf die Bitte der Polizei hin, weitere Downloads zu unterlassen und bereits heruntergeladene Daten zu löschen, entgegnete er, dies erst zu tun, wenn er "etwas dafür bekommt" .
Datenträger beschlagnahmt
An dieser Stelle wollte die niederländische Polizei offenbar keine weiteren Risiken eingehen und stattete dem Verdächtigen einen persönlichen Besuch ab. Noch am Abend des 12. Februar durchsuchten Einsatzkräfte die Wohnung des Mannes und beschlagnahmten sämtliche Datenträger, um die heruntergeladenen Polizeidaten sicherzustellen und deren Verbreitung zu verhindern.
Die Polizei wirft dem Mann vor, trotz der Bitte, dies zu unterlassen, die Daten vorsätzlich heruntergeladen zu haben. Damit mache er sich "möglicherweise des Computerbetrugs schuldig" . Er habe aufgrund der Umstände davon ausgehen können, "dass der Download-Link und die damit geteilten Dateien nicht für ihn bestimmt waren" .
Den Angaben zufolge wurde der Vorfall an die zuständigen Behörden gemeldet. Bisher gibt es wohl keinen Hinweis darauf, dass der Mann die Daten weitergab. Die Ermittlungen bezüglich dieses Vorfalls sind aber noch nicht abgeschlossen. Zu Art und Umfang der geleakten Daten machte die Polizei keine genaueren Angaben.
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