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Hauptverteiler: Telekom will weitere 6 Millionen mit Vectoring versorgen

Die Telekom will VDSL2- Vectoring um die deutschlandweit 7.900 Hauptverteiler anbieten. Dies wird zur Verdrängung von Konkurrenten führen, die die Vermittlungsstellen bereits mit VDSL2 erschlossen haben, kritisiert der Breko. Laut Telekom wären gerade einmal 135.000 TAL von Konkurrenten betroffen.
/ Achim Sawall
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Vectoring-Werbung der Telekom (Bild: Telekom)
Vectoring-Werbung der Telekom Bild: Telekom

Die Deutsche Telekom baut ihr Vectoring-Angebot stark aus: Der Netzbetreiber will in Kürze einen Regulierungsantrag zum Einsatz von VDSL2-Vectoring in einem Radius von durchschnittlich rund 550 Metern um die deutschlandweit etwa 7.900 Vermittlungsstellen (Hauptverteiler, HVt), dem sogenannten HVt-Nahbereich, bei der Bundesnetzagentur einreichen.

Telekom-Sprecher Andreas Middel bestätigte Golem.de: "Wir planen einen Antrag bei der Bundesnetzagentur, aber ich kann noch nicht sagen, wann er eingereicht wird."

Laut dem Branchenverband Breko vorliegenden Informationen(öffnet im neuen Fenster) will die Telekom im angesprochenen HVt-Nahbereich künftig exklusiv VDSL2-Vectoring einsetzen. Dies umfasst alle Vermittlungsstellen, aber auch Kabelverzweiger, die grauen Kästen am Straßenrand, innerhalb dieses Gebietes.

Bislang konnten solche nahe der Vermittlungsstelle gelegenen Kabelverzweiger weder mit VDSL2 noch mit VDSL2-Vectoring erschlossen werden, da laut technischen Prüfberichten der Telekom die VDSL2-Vectoring-Signale dieser Kabelverzweiger die entsprechenden Signale des nahe gelegenen HVt stören könnten, so der Breko. Da VDSL2-Vectoring nach derzeitigem Stand technologiebedingt immer nur von einem Netzbetreiber eingesetzt werden könne, würden die Pläne der Telekom zur Verdrängung von Konkurrenten führen, die die Vermittlungsstellen in diesem Bereich bereits vielerorts mit VDSL2 erschlossen haben, kritisiert der Breko.

Für ländliche Gebiete

Middel sagte: "Wir haben mit dieser Reaktion der Wettbewerber gerechnet. Richtig ist, dass wir mit Vectoring im Nahbereich weitere 5,9 Millionen Haushalte in Deutschland mit schnellem Internet bis zu 100 MBit/s versorgen könnten. Betroffen wären gerade einmal 135.000 TAL von Konkurrenten - das sind 1,5 Prozent aller TAL."

Es ginge dabei nicht um den Ausbau in Ballungsgebieten, sondern gerade auch um Kommunen in ländlichen Gebieten wie Heimbach (Eifel), Enzklösterle (Schwarzwald) und Burg (Spreewald). Gerade auch Wettbewerber profitieren vom Nahbereich-Vectoring, da sie über Vorleistungsprodukte ihren Kunden die hohen Bandbreiten anbieten können.

Zudem gab die Telekom bei Facebook(öffnet im neuen Fenster) bekannt, über 400.000 Haushalte mit Vectoring zu erschließen: Neu dazukommen unter anderem Wittenberg, Cottbus, Münster, Peine, Velbert, Dinslaken, Göttingen, Heilbronn, Herne und Recklinghausen.

Insgesamt plane die Telekom, ihr VDSL-Vectoring-Angebot von derzeit 14 Millionen auf 24 Millionen Anschlüsse auszuweiten, hieß es im August 2014. Vectoring sei die "Technologie, mit der die Telekom bis zu 100 MBit/s im Download und bis zu 40 MBit/s im Upload anbieten wird" , erklärte der Konzern.

VATM-Präsident Martin Witt von der 1&1 Internet AG erklärte(öffnet im neuen Fenster) : "Dort wo Investoren Glasfaser ausgebaut haben oder weiter ausbauen wollen, müssen diese regional verfügbaren Investitionsmittel weiterhin genutzt werden dürfen."


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