Hauptverteiler: Bundesnetzagentur für exklusives Telekom-Vectoring offen

Die Bundesnetzagentur hat sich positiv zu Exklusivrechten der Telekom beim Vectoring geäußert, wenn der Konzern weitgehende Ausbauverpflichtungen eingeht. Doch eine Entscheidung sei trotz politischen Drucks der Regierung angeblich noch offen.

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Vectoring-Werbung der Telekom
Vectoring-Werbung der Telekom (Bild: Telekom)

Die Bundesnetzagentur ist dafür offen, der Deutschen Telekom ein exklusives Recht auf die Nutzung der Vectoring-Technologie einzuräumen, wenn der Konzern sich zum Ausbau verpflichtet. Das gab die Regulierungsbehörde am 27. August 2015 bekannt. Das Kanzleramt, das Bundeswirtschafts- und das Verkehrsministerium wollen der Telekom laut einem Bericht des Handelsblatts offenbar exklusives Vectoring ohne Wettbewerber ermöglichen und üben politischen Druck auf die Bundesnetzagentur aus.

"Sofern sich das Unternehmen verpflichtet, seine bereits im Verfahren angekündigte Ausbau- und Investitionsabsicht verbindlich zu erklären, ist diese Verpflichtung ein Abwägungskriterium, das in der späteren Regulierungsentscheidung, ob und inwieweit die Vectoring-Technik von der Telekom in allen Nahbereichen eingesetzt werden kann, berücksichtigt wird", erklärte die Bundesnetzagentur.

"Eine Entscheidung über den Vectoring-Einsatz auch im Nahbereich ist nach dem Telekommunikationsgesetz in einem förmlichen und transparenten Beschlusskammerverfahren unter Einbindung aller interessierten Marktakteure zu treffen", sagte Behördenchef Jochen Homann.

Die Bundesnetzagentur hat ein Rechtsgutachten veröffentlicht, das im Rahmen des laufenden Regulierungsverfahrens zur Einführung der Vectoring-Technik im Nahbereich eingeholt wurde. Der Regensburger Jura-Professor Jürgen Kühling kam zu dem Ergebnis, dass ein öffentlich-rechtlicher Vertrag zwischen der Bundesnetzagentur und einem regulierten Unternehmen zur verbindlichen Absicherung eines Investitions- und Ausbauversprechens prinzipiell möglich ist.

Ausbau auf 100 MBit/s für wie viele Haushalte?

Die Telekom will im Nahbereich um 8.000 Hauptverteiler die Vectoring-Technik einsetzen und beantragte dazu bereits vor einiger Zeit bei der Bundesnetzagentur, von der Verpflichtung befreit zu werden, Wettbewerbern VDSL-Anschlüsse in den Hauptverteilern zu ermöglichen. Da VDSL2-Vectoring nach derzeitigem Stand technologiebedingt immer nur von einem Netzbetreiber eingesetzt werden könne, würden die Pläne der Telekom zur Verdrängung von Konkurrenten führen, die die Vermittlungsstellen in diesem Bereich bereits vielerorts mit VDSL2 erschlossen hätten, kritisierten die Wettbewerber.

Insgesamt könnten so knapp 80 Prozent der Haushalte bis zu 100 MBit/s bekommen, argumentiert die Telekom. Die Hauptverteiler sind die über 8.000 zentralen Vermittlungsstellen des Konzerns. Über diese Knotenpunkte sind die grauen Kästen am Straßenrand (Kabelverzweiger) angeschlossen.

Der VATM, der Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko) und der Buglas (Bundesverband Glasfaseranschluss) erklärten, durch das Vorhaben der Telekom, exklusiv Vectoring ausbauen zu dürfen, würden die Wettbewerber in diesen Gebieten vollständig vom Infrastrukturausbau abgehalten. In den Gebieten seien bereits heute etwa 70 Prozent der Haushalte mit sehr hohen Bandbreiten von 50 MBit/s versorgt. Laut Telekom können bisher nur etwa ein Prozent der Haushalte 50 MBit/s über die Telefonleitungen erhalten, also rund 62.000 Haushalte.

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postb1 28. Aug 2015

Der "Deutsche Michel", der seit den 1980er Jahren die Entsprechende Politik wieder und...

postb1 28. Aug 2015

Nein, meines wissens ist die Regelung hier eindeutig nach dem Motto "Wer zuerst kommt...

sneaker 28. Aug 2015

Korrekt. Wobei man dazu sagen muß: die größten Konkurrenten mit derartigen Ausbauten...

M.P. 28. Aug 2015

Wozu braucht man Vectoring, wenn man flächendeckend Outdoor-DSLAMs installiert? Ich...



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