FTTH: Telekom will bei Glasfaser in Europa Nummer eins werden

Die Telekom will FTTH sehr breit ausbauen. Die erste Stadt in Deutschland steht mit Bonn laut Hauptversammlung bereits fest.

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Telekom-Chef Tim Höttges
Telekom-Chef Tim Höttges (Bild: Deutsche Telekom/Screenshot: Golem.de)

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom, Tim Höttges, hat auf der Hauptversammlung des Konzerns als Ziele die Marktführerschaft bei 5G und die Führungsposition auf dem Mobilfunkmarkt in den USA mit T-Mobile US genannt. Für das Festnetz erklärte er am 19. Juni 2020: "Wir werden das Glasfaserunternehmen Nummer eins in Deutschland und Europa."

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Im deutschen Festnetz blickte Höttges auf den Ausbau von FTTC/Vectoring zurück. Nun stehe FTTH auf dem Programm. "Mein Ziel ist: Bis 2030 hat jeder Haushalt in Deutschland einen Glasfaseranschluss. Das erfordert zweistellige Milliarden-Investitionen für Deutschland. Ein Teil von uns. Aber auch von den Wettbewerbern", sagte Höttges. Auch die erste Glasfaserstadt ist offenbar bereits ausgewählt. "Bonn erfüllt Kriterien für wirtschaftlichen Ausbau, und wenn das so ist, dann geht es los", erklärte er auf die Frage von Aktionären.

Die Telekom hat bislang im wesentlichen Vectoring als Fiber To The Curb ausgebaut. Daher betreibt der Konzern im Vergleich zur Größe seines Netzes erst sehr wenige Glasfaseranschlüsse, es laufen aber mehrere große Projekte wie im Raum Stuttgart.

Laut Höttges ist die Telekom selbst mit Vectoring "der größte Treiber des Glasfaserausbaus in Deutschland". Man habe mit Vectoring und Supervectoring Glasfaser näher zum Kunden gebracht im Sinne einer "bandbreiten Grundversorgung" und als "Vorinvestition".

Höttges: Mehr Nachfrage nach Super Vectoring

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Das Interesse der Kunden nach schnellen Internetzugängen steige. So sei in der Coronakrise die Nachfrage nach Datenraten von 250 MBit/s mit Super Vectoring um 50 Prozent pro Woche gestiegen. Glasfaser bleibe aber eine Zukunftsinvestition, betonte Höttges.

"Wir brauchen auch eine einfache Standardbauweise, es kann nicht sein, dass der Ausbau pro Haushalt in Deutschland 1.500 Euro und in Spanien nur 300 Euro kostet", forderte Höttges. Spanien spannt die Glasfaser auch über Masten oder tackert die Leitungen einfach an Hauswände.

Telekom-Finanzvorstand Christian Illek sagte, dass sich in der Coronapandemie derzeit 60.000 Beschäftigte des Unternehmens im Homeoffice befänden. "Wir haben nur etwas mehr als 100 Infizierte in Summe."

Höttges ging auf aktuelle gesellschaftliche Debatten ein und stellte klar, dass die Telekom für alle da sei und niemanden ausschließe. "Wir verbinden Menschen. Wir trennen sie nicht. Rassismus, Sexismus, Diskriminierung, Hass und Hetze haben keinen Platz bei uns. Wir arbeiten dafür, dass bei uns alle die gleiche Chance haben. Egal, welche Herkunft. Egal, welches Geschlecht. Egal, welche Hautfarbe." Noch aber seien "die Vorurteile in den Köpfen" nicht verschwunden. Der Wandel müsse weitergehen.

Erstmals richtete die Telekom ihre Hauptversammlung als Videokonferenz aus. Das ursprünglich für den 26. März geplante Aktionärstreffen im World Conference Center Bonn konnte wegen der Coronapandemie nicht stattfinden.

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