Cyberbunker kein "Herzensprojekt"

Xennt, den Weggefährten als ''bunkergeil'' beschrieben haben, will sein Faible für die unterirdischen Anlagen schon als Kind entdeckt haben. Auf die Idee, die Bunker als "bullett proof hoster" zu nutzen, habe ihn sein langjähriger Geschäftspartner Sven Kamphuis gebracht. Der Cyberbunker sei aber nie sein Herzensprojekt gewesen.

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Auch dort bekam er schon Ärger mit der Justiz. Weil die Geschäfte nicht so gut liefen, vermietete er einen Teil der Räumlichkeiten an Leute, die dort Ecstasy produzierten. Bei einer Explosion und einem Brand im Juli 2002 flog die Drogenküche auf und Xennt verlor seine Gewerbeerlaubnis. Vor Gericht sagte er nun, dass Kamphuis ihm die kriminellen Untermieter eingebrockt habe. Angeblich habe es sich um einen Maler gehandelt, der für 250 Euro einen Raum anmieten wollte, um Farbe und Materialien zu lagern.

Kein wirklicher Internet-Anarchist

Auch in anderen Punkten distanzierte er sich von seinem Geschäftspartner, der den Prozess in Trier aufmerksam verfolgt und Zeugen instruiert hat. So teile er nicht Kamphuis' Ideen über die Freiheit im Internet, berichtete der Trierische Volksfreund.

Die beiden hatten um die Jahrtausendwende die Republik Cyberbunker ausgerufen. Das niederländische Bunkergelände wurde zum freien Staatsgebiet erklärt. Während Xennt sich als Seine Majestät anreden ließ, fungierte Seine Königliche Hoheit Prinz Sven Olaf von Cyberbunker-Kamphuis als Außen- und Telekommunikationsminister. Kamphuis hat nach eigener Aussage im Jahr 2015 maßgeblich die Infrastruktur im Traben-Trarbacher Bunker aufgebaut und für Xennt eine Art Suchmaschine für das Darknet (Onions.es und Cb3rob.org) entwickelt.

Kryptomessenger geplant

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Xennts wahre Leidenschaft sei hingegen die sichere Kommunikation gewesen. So will er - offenbar im Anschluss an die Enthüllungen von US-Whistleblower Edward Snowden - 14 App-Marken für verschlüsselte Kommunikation entwickelt haben. Damit habe er "Privatsphäre für jeden verfügbar machen" wollen, zitiert ihn das Blatt.

Inwieweit das zutrifft, ist unklar. Medienberichten zufolge wollte Xennt in Kooperation mit einer irischen Unterwelt-Größe eine abhörsichere Kommunikation für Kriminelle entwickeln. Solche Kryptohandys sind sehr beliebt, wie spektakuläre Abhöraktionen der Polizei in den vergangenen Jahren gezeigt haben. So gab es allein in Deutschland 750 Verhaftungen nach dem Hack des Messengerdienstes Encrochat.

Internet of Crimes: Warum wir alle Angst vor Hackern haben sollten (Deutsch) Gebundene Ausgabe

Doch wegen der Verhaftung der Cyberbunker-Mitarbeiter im September 2019 scheiterte das Kryptomessenger-Projekt. "2020 sollten die perfekt und fertig sein", sagte Xennt dem Bericht zufolge und fügte hinzu: "Stattdessen starb mein Vater und ich und fast alle, die ich kenne, sitzen fest."

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 Hauptverdächtiger sagt aus: Vom Computermillionär zum Cyberbunker-AngeklagtenBewerbung mit polizeilichem Führungszeugnis 
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goto10 15. Okt 2021

Das kannst du auf alle Kanzlerkandidaten und Kanzlerkandidatinnen ausweiten. ;-)

Winetou_Koslowski 11. Okt 2021

Der Angeklagte soll angeblich auch auf Abuse E-Mails nicht reagiert haben. Siehe 29...

Pixeltechniker 09. Okt 2021

Wie muss ich mir das vorstellen, er wurde herausgepresst und hat dann gesagt "Moin Leute...



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