Cyberbunker kein "Herzensprojekt"

Xennt, den Weggefährten als ''bunkergeil'' beschrieben haben, will sein Faible für die unterirdischen Anlagen schon als Kind entdeckt haben. Auf die Idee, die Bunker als "bullett proof hoster" zu nutzen, habe ihn sein langjähriger Geschäftspartner Sven Kamphuis gebracht. Der Cyberbunker sei aber nie sein Herzensprojekt gewesen.

Stellenmarkt
  1. Key-User Quadient Inspire / Fachinformatiker (m/w/d) im Bereich Output Management
    Lowell Financial Services GmbH, Gelsenkirchen
  2. Senior iOS-Entwickler (m/w/d)
    intive GmbH, Regensburg, München
Detailsuche

Auch dort bekam er schon Ärger mit der Justiz. Weil die Geschäfte nicht so gut liefen, vermietete er einen Teil der Räumlichkeiten an Leute, die dort Ecstasy produzierten. Bei einer Explosion und einem Brand im Juli 2002 flog die Drogenküche auf und Xennt verlor seine Gewerbeerlaubnis. Vor Gericht sagte er nun, dass Kamphuis ihm die kriminellen Untermieter eingebrockt habe. Angeblich habe es sich um einen Maler gehandelt, der für 250 Euro einen Raum anmieten wollte, um Farbe und Materialien zu lagern.

Kein wirklicher Internet-Anarchist

Auch in anderen Punkten distanzierte er sich von seinem Geschäftspartner, der den Prozess in Trier aufmerksam verfolgt und Zeugen instruiert hat. So teile er nicht Kamphuis' Ideen über die Freiheit im Internet, berichtete der Trierische Volksfreund.

Die beiden hatten um die Jahrtausendwende die Republik Cyberbunker ausgerufen. Das niederländische Bunkergelände wurde zum freien Staatsgebiet erklärt. Während Xennt sich als Seine Majestät anreden ließ, fungierte Seine Königliche Hoheit Prinz Sven Olaf von Cyberbunker-Kamphuis als Außen- und Telekommunikationsminister. Kamphuis hat nach eigener Aussage im Jahr 2015 maßgeblich die Infrastruktur im Traben-Trarbacher Bunker aufgebaut und für Xennt eine Art Suchmaschine für das Darknet (Onions.es und Cb3rob.org) entwickelt.

Kryptomessenger geplant

Golem Akademie
  1. Masterclass: Data Science mit Pandas & Python
    22.-23. November 2021, online
  2. IT-Sicherheit für Webentwickler
    2.-3. November 2021, online
  3. PostgreSQL Fundamentals
    6.-9. Dezember 2021, online
Weitere IT-Trainings

Xennts wahre Leidenschaft sei hingegen die sichere Kommunikation gewesen. So will er - offenbar im Anschluss an die Enthüllungen von US-Whistleblower Edward Snowden - 14 App-Marken für verschlüsselte Kommunikation entwickelt haben. Damit habe er "Privatsphäre für jeden verfügbar machen" wollen, zitiert ihn das Blatt.

Inwieweit das zutrifft, ist unklar. Medienberichten zufolge wollte Xennt in Kooperation mit einer irischen Unterwelt-Größe eine abhörsichere Kommunikation für Kriminelle entwickeln. Solche Kryptohandys sind sehr beliebt, wie spektakuläre Abhöraktionen der Polizei in den vergangenen Jahren gezeigt haben. So gab es allein in Deutschland 750 Verhaftungen nach dem Hack des Messengerdienstes Encrochat.

Internet of Crimes: Warum wir alle Angst vor Hackern haben sollten (Deutsch) Gebundene Ausgabe

Doch wegen der Verhaftung der Cyberbunker-Mitarbeiter im September 2019 scheiterte das Kryptomessenger-Projekt. "2020 sollten die perfekt und fertig sein", sagte Xennt dem Bericht zufolge und fügte hinzu: "Stattdessen starb mein Vater und ich und fast alle, die ich kenne, sitzen fest."

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Hauptverdächtiger sagt aus: Vom Computermillionär zum Cyberbunker-AngeklagtenBewerbung mit polizeilichem Führungszeugnis 
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5.  


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Klimaforscher
Das Konzept der Klimaneutralität ist eine gefährliche Falle

Mit der Entnahme von CO2 in den nächsten Jahrzehnten netto auf null Emissionen zu kommen, klingt nach einer guten Idee. Ist es aber nicht, sagen Klimaforscher.
Von James Dyke, Robert Watson und Wolfgang Knorr

Klimaforscher: Das Konzept der Klimaneutralität ist eine gefährliche Falle
Artikel
  1. Elektroauto: Xiaomis Autoproduktion startet Anfang 2024
    Elektroauto
    Xiaomis Autoproduktion startet Anfang 2024

    2024 sollen erste Elektrofahrzeuge von Xiaomi auf den Markt kommen - also etwas später als zunächst gedacht.

  2. M1 Pro/Max: Dieses Apple Silicon ist gigantisch
    M1 Pro/Max
    Dieses Apple Silicon ist gigantisch

    Egal ob AMD-, Intel- oder Nvidia-Hardware: Mit dem M1 Pro und dem M1 Max schickt sich Apple an, die versammelte Konkurrenz zu düpieren.
    Eine Analyse von Marc Sauter

  3. Werbeversprechen kassiert: Teslas Solarschindeln sind doch nicht so stabil
    Werbeversprechen kassiert
    Teslas Solarschindeln sind doch nicht so stabil

    Tesla hat die Website zu seinen Solarschindeln aktualisiert. Die Behauptung, dass diese dreimal stärker als Standardschindeln sind, wurde fallengelassen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Cyber Week: Bis zu 16% auf SSDs & RAM von Adata & bis zu 30% auf Alternate • 3 Spiele für 49€: PC, PS5 uvm. • Switch OLED 369,99€ • 6 Blu-rays für 40€ • MSI 27" Curved WQHD 165Hz HDR 479€ • Chromebooks zu Bestpreisen • Alternate (u. a. Team Group PCIe-4.0-SSD 1TB 152,90€) [Werbung]
    •  /