Hat ARM es übertrieben?: RISC-V-Entwickler Sifive bekommt viel Geld für neue CPUs
Lange war es recht ruhig um Sifive, den bekanntesten Entwickler von RISC-V-Prozessorkernen. Eine neue, nach Angaben von Sifive überzeichnete Investitionsrunde lässt nun aufhorchen: 400 Millionen US-Dollar brachte die Serie-G-Finanzierung nach Angaben des Unternehmens(öffnet im neuen Fenster) ein, das dadurch nun mit 3,65 Milliarden US-Dollar bewertet ist.
Mit dem frischen Geld will sich Sifive noch stärker auf Rechenzentren konzentrieren. Dort sollen neue Kerne entwickelt werden, von denen wohl einer den bereits etwas in die Jahre gekommenen P870 ablösen wird. Laut Sifives CEO Patrick Little hätten "Hyperscale-Kunden sehr deutlich gemacht, dass es an der Zeit sei, die Verfügbarkeit einer offenen Alternative für Rechenzentren zu beschleunigen."
Der Hintergrund könnte sein, dass ARM selbst in den Hardware-Markt einsteigen will – erste CPUs wurden unlängst vorgestellt – und die Kosten für seine ARM-v9-Kerne deutlich angezogen haben soll. Bislang nutzen etwa Amazon und Google sowie Nvidia ARM-Kerne, während Alibaba seit Jahren auf RISC-V setzt. Nvidia ist einer der Geldgeber der aktuellen Finanzierungsrunde, was aber noch kein Hinweis auf eine Abkehr von ARM sein muss.
KI als zweites Standbein
Auch vom KI-Boom will Sifive profitieren, allerdings nicht mit einem Beschleuniger, sondern mit speziellen CPU-Kernen. Diese können für viele Anwendungen ausreichend leistungsfähig sein.
Hier kombiniert Sifive verhältnismäßig kleine Kerne mit großen Vektoreinheiten oder einer Matrixeinheit. Sie werden in vier Varianten als X-Serie angeboten(öffnet im neuen Fenster). Die Kerne sind, wie alle im Portfolio von Sifive, an Kundenspezifikationen anpassbar. In der Vergangenheit hatte Sifive es schwer, insbesondere für seine großen Kerne Abnehmer zu finden. Der Umfang der aktuellen Finanzierungsrunde lässt aber erwarten, dass sich dies ändern könnte.
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