Vergleichszahlen sind nicht sehr valide

Die Bundesregierung hatte das NetzDG nahezu ausschließlich auf einer Erhebung der Länderstelle Jugendschutz.net (PDF) aus dem Januar/Februar 2017 begründet. Demnach sperrte Facebook damals 39 Prozent, Youtube 90 Prozent und Twitter nur 1 Prozent der als rechtswidrig eingestuften Beiträge.

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Die neuen Monitoringberichte von Intelligent Data Analytics weichen von der damaligen Erhebung stark ab. So lag die Löschquote bei Facebook im ersten Halbjahr 2020 bei 56,4 Prozent, bei Youtube bei 61,5 Prozent und bei Twitter bei 32,8 Prozent. Das Unternehmen hatte dazu knapp 1.000 Testmeldungen als "eindeutig" rechtswidrig eingestuft und überprüft, wie viele davon tatsächlich entfernt wurden.

Ist die Löschquote gesunken?

In der Studie der Leipziger Forscher heißt es dazu: "Nimmt man zu den drei untersuchten Sozialen Netzwerken Facebook, Youtube und Twitter den Durchschnitt der Entfernungsquoten bei den drei Berichten nach Inkrafttreten des NetzDG als Mittelwert für 2019 und 2020, so ergibt sich eine Gesamtquote von 37,3 Prozent gelöschter/gesperrter Inhalte gegenüber den vor Inkrafttreten des NetzDG 2017 ermittelten 43,3 Prozent." Das würde bedeuten, dass trotz des NetzDG als eindeutig rechtswidrig eingestufte Beiträge sogar seltener gelöscht werden.

Nach Ansicht der Forscher "legen die Befunde der Berichte nicht nahe, dass das Netzwerkdurchsetzungsgesetz zu einer messbaren Steigerung der Anteile erfolgter Inhaltsentfernungen an den insgesamt durch die Monitoring-Stelle gemeldeten 'eindeutig rechtswidrigen' Inhalten im Sinne des NetzDG geführt haben".

Twitter hat viel mehr Beschwerden als Facebook

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Die von den Netzwerken selbst genannten Löschquoten weichen wiederum stark davon ab. Das liegt vor allem daran, dass die Nutzer offensichtlich deutlich mehr Inhalte melden, die nicht rechtswidrig und damit zulässig sind. Zudem sind die Statistiken der Firmen nur bedingt miteinander vergleichbar. So gab es bei Facebook im zweiten Halbjahr 2020 nur 4.401 Beschwerden nach dem NetzDG, während es bei Twitter 811.469 waren. Dazwischen lag Youtube mit 323.792. Umgekehrt war die Löschquote bei Facebook mit 30,3 Prozent am höchsten, gefolgt von Youtube mit 22,7 Prozent und Twitter mit 14,6 Prozent.

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Die Studie weist darauf hin, dass die Netzwerke in den vergangenen Jahren vermehrt Inhalte auf Basis ihrer eigenen Standards löschten. Bei Youtube und Facebook geschehe dies vor allem auf Basis automatisierter Tools. Bei Facebook sei der Anteil proaktiv erkannter Inhalte, gegen die Maßnahmen wegen Hassrede schon vor einer Beschwerde ergriffen worden sei, seit Inkrafttreten des NetzDG von 23,6 Prozent auf 97,1 Prozent im vierten Quartal 2020 gestiegen.

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 Hasskriminalität: Was bringt das NetzDG wirklich?Löschquote kein geeignetes Kriterium 
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