Über die Rolle der Redaktionen und die Kritik an #ichbinhier

Golem.de: Welche Rolle spielen eigentlich die Redaktionen bei der Moderation in den Kommentarspalten? Schließlich sind das ja ihre Artikel, die da kommentiert werden.

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Hannes Ley: Einige kümmern sich tatsächlich gar nicht darum, wie zum Beispiel der Focus. Das merkt man auch, denn in den Kommentarspalten, in denen moderiert wird, ist der Tonfall gleich viel gemäßigter. Viele Redaktionen wissen aber einfach nicht, wie sie richtig moderieren. Die Landesanstalt für Medien NRW hat deswegen erst kürzlich einen aktuellen Leitfaden für Journalisten herausgebracht.

Golem.de: Für Ihr Engagement haben Sie und Ihr Team im vergangenen Jahr einen Grimme Online Award bekommen. Insgesamt gibt es viel Lob für Ihr Projekt, bisweilen aber auch Kritik. Unter anderem die, dass das Abgestimmte an der #ichbinhier-Gegenrede das Ziel, also eine sachlichere Diskussion in einem angenehmen Tonfall, konterkariert. Mit dem Ergebnis: noch mehr Hasskommentare und noch mehr Aggressivität im Tonfall. Haben Sie aus dieser Kritik etwas gemacht?

Hannes Ley: Ich bin der Ansicht, dass man gegen Hate Speech nur als Gruppe vorgehen kann. Es gibt eine Menge Hasskommentatoren, denen muss man eine Menge Gegenredner gegenüberstellen. Man muss auch sehen, dass die Kritik zu einem großen Teil aus der Ecke kommt, aus der auch die Hasskommentare stammen. Zum Beispiel von der sogenannten Identitären Bewegung, die das in großem Stil betreibt, wie wir aus einer umfangreichen Datenanalyse wissen.

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Golem.de: Haben Sie mal gedacht, dass Sie ohne den #ichbinhier-Hashtag weniger angreifbar wären?

Hannes Ley: Der Hashtag hat uns bekanntgemacht, das war eine gute Marketingmaßnahme. Es steht jedem Nutzer frei, ihn zu verwenden oder nicht, ich finde ihn nach wie vor gut.

Golem.de: Sie haben vor einiger Zeit angekündigt, mit Ihrem Projekt auch in die echte Welt zu gehen, in Schulen nämlich. Wie weit sind Sie damit?

Hannes Ley: Tatsächlich waren wir vor wenigen Wochen in zwei zehnten Klassen und haben da eine Doppelstunde zu dem Thema gemacht. Es gab einen kurzen Theorieteil zur Frage, was Hassrede ist, dann ging es in die Praxis. Für jeden Schüler wurde in einem geschlossenen System ein anonymes Profil angelegt und ein Artikel gepostet, den er oder sie kommentieren sollte - erst mit der eigenen Meinung, dann in verschiedenen Rollen, etwa als geistiger Brandstifter oder ausgleichender Kommentator. Anschließend haben wir darüber gesprochen, wie die Schüler es empfanden, einen Hasskommentar zu lesen oder zu schreiben.

Golem.de: Warum wird dieses Thema nicht schon längst in den Schulen behandelt?

Hannes Ley: Viele Lehrer trauen sich da einfach nicht ran. Es gibt ja Konzepte zur Förderung von Medienkompetenz. Da geht es um Mobbing, Quellenrecherche und Sicherheit in sozialen Netzwerken. Hate Speech kommt da nicht vor. Unser Ziel ist es, ein Konzept für die Lehrerbildungsinstitute (LBI) zu entwickeln, die das in die Schulen bringen. Bis es so weit kommt, wird aber sicher noch mindestens ein halbes Jahr vergehen.

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 Hasskommentare: "Wie würde es im Netz aussehen, wenn es uns nicht gäbe?"
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Stormking 13. Aug 2018

Nicht nur das. Man muss akzeptieren, daß auch jemand der 1.) genauso "wohlmeinend" wie...

janoP 13. Aug 2018

Man darf dir aber auch antworten, was du willst. Da gibt es etlich organisierte Gruppen...

JTR 09. Aug 2018

Alter Hut Genosse, alter Hut. Wollen wir die Internationale anstimmen oder das andere...

JTR 05. Aug 2018

Man outet sich einfach als Denunziant. Es waren immer diese Leute gefährlich die andere...

divStar 04. Aug 2018

Ist es auch im Vergleich zu dem, was sonst noch am Markt ist. Wenn man aber etwas...



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