Hasskommentare: Japan verschärft Gesetz gegen Cybermobbing

Japanische Gerichte können für Hasskommentare und Beleidigungen im Netz jetzt Gefängnisstrafen von einem Jahr verhängen.

Artikel veröffentlicht am , dpa/
Hasskommentare: Strafen erhöht, Verjährung verlängert.
Hasskommentare: Strafen erhöht, Verjährung verlängert. (Bild: pixelcreatures/Pixabay)

Für Cybermobbing ins Gefängnis: In Japan ist eine Gesetzesänderung in Kraft getreten, mit der Hasskommentare und Beleidigungen schärfer bestraft werden. Anlass war der Tod einer Sportlerin.

Stellenmarkt
  1. Systemadministrator (w/m/d) mit Entwicklungsmöglichkeit zum DevOps Engineer (w/m/d)
    Bildbau AG Neue Medien, Berlin
  2. Inhouse Consultant - SAP Security (m/w/d)
    OEDIV KG, Bielefeld
Detailsuche

Wer im Internet Hasskommentare, Verunglimpfungen oder Beleidigungen verbreitet, kann in Japan künftig zu einer Gefängnisstrafe von bis zu einem Jahr verurteilt werden. Bislang habe die Höchststrafe dafür weniger als 30 Tage betragen, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Neben der längeren Haftstrafe können künftig auch Geldstrafen von bis zu 300.000 Yen, umgerechnet rund 2.100 Euro, verhängt werden. Zuvor waren es weniger als 10.000 Yen, etwa 72 Euro.

Daneben wurde auch die Verjährungsfrist für derartige Vergehen auf drei Jahre verlängert. Bisher verjährte Cybermobbing bereits nach einem Jahr.

Anlass für die Verschärfung war der Tod von Hana Kimura im Jahr 2020. Die 22-jährige Profi-Wrestlerin war über die Netflix-Reality-Show Terrace House international bekannt geworden. Als Todesursache wird Suizid angenommen.

Golem Karrierewelt
  1. AZ-104 Microsoft Azure Administrator: virtueller Vier-Tage-Workshop
    19.-22.09.2022, virtuell
  2. Kubernetes – das Container Orchestration Framework: virtueller Vier-Tage-Workshop
    29.08.-01.09.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Kurz vor ihrem Tod schrieb die Japanerin auf Twitter, dass sie täglich fast 100 Kommentare erhalte und sich verletzt fühle. Ihr Tod führte zu einer öffentlichen Debatte über das Thema Cybermobbing.

Mobbing im Allgemeinen ist schon lange ein ernstes gesellschaftliches Problem im harmoniebetonten Japan. Die Regierung erklärte damals in Reaktion auf Kimuras Tod, die Gesetzeslage zu ändern wollen, damit Personen, die hasserfüllte Kommentare in sozialen Medien verbreiten, einfacher identifiziert werden können.

Zwei Männer in den Präfekturen Osaka und Fukui waren mit einer Geldstrafe von lediglich 9.000 Yen, umgerechnet 65 Euro, belegt worden, weil sie Kimura online verunglimpft hatten. Kritik an dieser geringen Strafe führte schließlich zur Gesetzesverschärfung.

Anmerkung der Redaktion:

Golem.de berichtet sehr behutsam über das Thema Suizid. Denn es gibt Hinweise darauf, dass bestimmte Arten der Berichterstattung durch Identifikation Nachahmungstaten zur Folge haben, gerade wenn der Betroffene eine prominente Person ist. Haben Sie selbst Suizidgedanken oder suchen Hilfe als Angehöriger, finden Sie professionelle Hilfe etwa bei der Telefonseelsorge unter den Rufnummern 0800/1110111 und 0800/1110222 oder im Internet. Weitere Informationen finden Sie über die Seiten der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Google Fonts
Abmahnungen an Webseitenbetreiber mit Google-Schriftarten

Nach einer Entscheidung des Landgerichts München erhalten Webseitenbetreiber mit eingebundenen Google Fonts vermehrt Abmahnungen.

Google Fonts: Abmahnungen an Webseitenbetreiber mit Google-Schriftarten
Artikel
  1. Windows auf dem Mac: Parallels wird merklich teurer
    Windows auf dem Mac
    Parallels wird merklich teurer

    Parallels 18 bietet eine native Unterstützung für Windows 11 und eine bessere Ressourcenzuweisung. Allerdings wird die Software teurer.

  2. Programmiersprache: JSON-Erfinder will Javascript in Rente schicken
    Programmiersprache
    JSON-Erfinder will Javascript in Rente schicken

    Douglas Crockford, der Erfinder des Datenformats JSON und Mitentwickler von Javascript, findet, dass die Sprache in Rente geschickt werden sollte.

  3. Gehalt in der IT-Branche: Verdienen treue Angestellte weniger als Wechsler?
    Gehalt in der IT-Branche
    Verdienen treue Angestellte weniger als Wechsler?

    Es gibt gute Gründe, lang bei einer Firma zu bleiben. Finanziell wird diese Treue aber eher nicht belohnt, sagt ein IT-Personalberater.
    Ein Interview von Peter Ilg

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Günstig wie nie: WD SSD 1TB m. Kühlkörper (PS5) 119,90€, MSI 29,5" 200 Hz 259€, LG QNED 75" 120 Hz 1.455,89€ • MindStar (XFX RX 6950 XT 999€, Gainward RTX 3070 559€) • Gigabyte Deals • Der beste Gaming-PC für 2.000€ • Apple Week bei Media Markt • be quiet! Deals [Werbung]
    •  /