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Harmony OS: Luftnummer 2.0 von Huawei

Huawei präsentiert ein Update für sein Betriebssystem Harmony OS. Viel mehr als Versprechungen hat der Hersteller aber immer noch nicht zu bieten.
/ Sebastian Grüner
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Der große Durchbruch von Harmony OS lässt weiter auf sich warten. (Bild: Sean Gallup/Getty Images)
Der große Durchbruch von Harmony OS lässt weiter auf sich warten. Bild: Sean Gallup/Getty Images

Mit viel Aufsehen und großem Tamtam hat Huawei vor einem Jahr sein eigenes Betriebssystem Harmony OS vorgestellt, das wir damals schon als große Luftnummer bezeichnet haben . Ein Jahr später wiederholt sich dieses Spiel mit der Ankündigung von Harmony OS 2.0, das der Hersteller auf seiner Hausmesse HDC 2020 vorgestellt(öffnet im neuen Fenster) hat. Huawei macht damit vor allem wieder große Versprechungen, statt wirklich etwas Handfestes anzukündigen. Der große Wurf und vor allem nötige Befreiungsschlag für das Unternehmen ist das auf keinen Fall.

Wie im vergangenen Jahr sind Informationen zu dem Betriebssystem rar und basieren letztlich nur auf den Aussagen des Herstellers selbst. Dafür kündigt Huawei an, dass Harmony OS auf Geräten mit bis zu 128 MByte Arbeitsspeicher laufen soll, also vor allem auf Geräten des sogenannten Internet of Things oder auf Smart-TVs und Wearables. Einen Smart-TV hatte Huawei auch schon im vergangenen Jahr als Beispiel für Harmony OS angekündigt und dann im Frühjahr für den chinesischen Markt vorgestellt.

Angeblich hat dieser OLED-TV ganze 6 GByte RAM(öffnet im neuen Fenster) und läuft mit Harmony OS. Wie das zu der aktuellen Ankündigung vom HDC 2020 passt, weiß vermutlich nur Huawei - und wird aber auch keinem wirklich erzählen wollen, wie das denn zusammenpassen könnte. Immerhin soll Harmony OS aber schon ab kommendem April auch auf Geräten mit bis zu 4 GByte RAM laufen und im Herbst nächsten Jahres sollen Geräte über diese Grenze hinaus unterstützt werden.

Weiter wohl nur Android-Fork

Nachprüfbar ist das aber weiterhin nicht, schon allein deshalb, weil die Geräte mit dem neuen System von Huawei zumindest hierzulande nicht verfügbar sind. Und selbst im heimischen chinesischen Markt sind sie wohl eher schwer zu bekommen.

Wir gehen davon aus, dass die Geräte statt auf dem komplett eigenen System weiter auf einem üblichen Linux-Kernel basieren, wie dies im vergangenen Jahr als Übergangslösung angekündigt wurde. Dafür spricht auch, dass Huawei ebenfalls angekündigt hat, dass Harmony OS bereits im kommenden Jahr auf Smartphones laufen(öffnet im neuen Fenster) können soll. Ebenso soll es möglich werden, von Geräten mit EMUI 11 auf Harmony OS zu aktualisieren(öffnet im neuen Fenster) .

Dass es Huawei innerhalb von einem Jahr gelingt, seine aktuellen Geräte auf ein völlig neues System zu portieren, ist unwahrscheinlich. Wir gehen also weiter davon aus, dass Huawei mit Harmony OS auch mittelfristig eine Art Android-Fork im Stile von Amazons FireOS umsetzt. Die erhoffte Revolution und eine wirkliche Android-Konkurrenz ist das weiterhin nicht.


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