Hardwarezuschlag Mobilfunk: Vodafone reduziert Grundgebühr nach 24 Monaten
Wer sich für einen Mobilfunkvertrag mit Smartphone entscheidet, zahlt das Handy über eine erhöhte Grundgebühr im Zeitraum von 24 Monaten ab. Was wenige Kunden wissen: Läuft der Vertrag nach zwei Jahren weiter, zahlen sie den Aufpreis weiterhin, obwohl die Hardware abgezahlt ist. Das Modell ist auf dem deutschen Mobilfunkmarkt gängige Praxis, nur O2 macht seit Jahren einen Unterschied. Der Netzbetreiber unterscheidet zwischen einem Servicevertrag für Mobilfunk und Ratenkredit für das Smartphone.
Nun soll sich auch Vodafone von diesem Verfahren verabschieden. Der Wirtschaftswoche(öffnet im neuen Fenster) liegt ein internes Vertriebsmemo vor, das eine Familie bei festlich gedecktem Tisch zeigt. In dem Memo heißt es, 50.000 Bestandskunden sollen eine gute Nachricht erhalten und sie würden von "Sub auf SIM Only" umgestellt.
Vodafone will Kunden sukzessiv umstellen
Vodafone hat auf unsere Anfrage den Bericht der Wirtschaftswoche bestätigt. Für Kunden, die vom subventionierten Vertrag auf einen SIM-Only-Vertrag umgestellt werden, heißt es konkret, sie zahlen nach dem Ablauf der 24 Monate eine geringere monatliche Grundgebühr. Ein Pressesprecher teilte Golem.de mit:
"Wir beginnen diese branchenübliche Abrechnungsweise, die von vielen Netzbetreibern so angewandt wird, für unsere Kunden umzustellen. Das Ziel: Unsere Kunden sollen künftig nach Ablauf des 24. Vertragsmonats automatisch in einen SIM-Only-Tarif wechseln. Eine solche Umstellung erfordert zahlreiche systemische Anpassungen, die wir bereits angestoßen haben. In einem ersten Schritt werden alle Kunden, die sich im 24. Vertragsmonat befinden, umgestellt, so dass die Zahlung für die Hardware nicht mehr erfolgt. Die Umstellung soll sodann sukzessive auch für weitere Kunden erfolgen."
Schritt von Vodafone überrascht
Es ist erstaunlich, dass Vodafone sich gerade jetzt für die Maßnahme entscheidet. Der Netzbetreiber befindet sich in einer schwierigen Lage und setzt auf ein Sparprogramm. Zuletzt hieß es, man wolle 2.000 Stellen in Deutschland abbauen . Gerade in Zeiten, wo viele Kunden ihr Smartphone über einen längeren Zeitraum nutzen, lässt sich Vodafone mit der Umstellung von Sub auf SIM-Only wichtige Einnahmen entgehen.
Nach der Einschätzung der Wirtschaftswoche zahlen viele Kunden nach Ablauf der Mindestvertragslaufzeit bis zu 50 Euro pro Monat für ein Gerät extra, welches längst abgezahlt ist. Gerade ältere Kunden würden ihr Handy deutlich länger als zwei Jahre nutzen.
Auch wenn sich Vodafone sichere Einnahmen entgehen lässt, könnte der Netzbetreiber von dieser Maßnahme am Ende profitieren. Das Ziel dürfte es sein, wechselwillige Bestandskunden nach 24 Monaten weiter an sich zu binden.
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