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Hardwarebeschleunigung: Libreoffice bekommt OpenGL-Backend

Für ein schnelleres und besseres Rendering bekommt Libreoffice ein OpenGL-Backend. Das soll auch unter Wayland helfen und erst mit Version 4.4 Anfang 2015 bereitstehen.
/ Sebastian Grüner
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Eine Demo der noch rudimentären OpenGL-Funktionen in Libreoffice (Bild: Michael Meeks)
Eine Demo der noch rudimentären OpenGL-Funktionen in Libreoffice Bild: Michael Meeks

Mit der für Ende Januar 2015 geplanten Version 4.4 wird Libreoffice erstmals über ein experimentelles OpenGL-Backend verfügen, wie der Entwickler Michael Meeks in seinem Blog(öffnet im neuen Fenster) schreibt. Das könnte die Darstellung der gesamten Oberfläche deutlich beschleunigen. Mittelfristig könnte durch OpenGL das bisher verwendete Rendering über die Visual Components Library(öffnet im neuen Fenster) (VCL) ersetzt werden.

Im Gegensatz zu OpenGL-Operationen, die in modernen Rechnern auf der GPU ausgeführt werden, wird das Rendering über die VCL mehrheitlich von der CPU übernommen, was vor allem auf Smartphones und Tablets zu spürbaren Leistungseinbußen führt. Das Skalieren von Bildern sowie das Einbauen von sehr großen Bildern in Dokumente oder Präsentationen sollte dank OpenGL ebenfalls einfacher werden. Helfen könnte das OpenGL-Backend den Libreoffice-Hackern auch bei einem Wechsel auf Wayland, wobei dies eine nahezu optimale Lösung für die neue Technik bietet.

Der neue OpenGL-Code umfasst ein VCL-Backend, so dass die Inhalte sämtlicher VCL-Fenster damit gerendert werden können. Der größte Teil dieses Codes soll plattformübergreifend genutzt werden können, auch wenn bestimmte Teile natürlich an die verschiedenen unterstützten Betriebssysteme angepasst sind. Zudem erlaubt der Code das Rendering der gesamten Anwendung im selben OpenGL-Kontext, wodurch eine nahtlose Integration von 3D-Inhalten möglich wird.

Meeks nimmt an, dass auch in absehbarer Zukunft das OpenGL-Rendering nicht von jedem genutzt werden könne, woran die unterschiedlichen OpenGL-Implementierungen schuld seien. Wegen vorhandener Fehler darin würden diese wohl auf eine Blacklist gesetzt. Neuere und stabile Treiber sollen aber ebenso über eine Whitelist genutzt werden können, und die Libreoffice-Anwender sollen wählen können, ob sie das alte Rendering-Modell und das OpenGL-Rendering einsetzen.

Der Code kann in dem aktuellen Master-Entwicklungszweig getestet werden und soll mit Libreoffice 4.4 Ende Januar 2015 erstmals erscheinen.


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