Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Hardware: KI-Boom belastet den Mainboard-Markt für Privatkunden

Der KI-Boom belastet nun auch den Mainboard-Markt für Privatkunden. Die Folge: Die Hersteller stellen sich offenbar auf sinkende Verkäufe ein.
/ Przemyslaw Szymanski
10 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Ohne Mainboard geht bei einem PC nichts. (Symbolbild) (Bild: pixabay.com)
Ohne Mainboard geht bei einem PC nichts. (Symbolbild) Bild: pixabay.com

Der KI-Boom hat erste Auswirkungen auf den Mainboard-Markt für Privatkunden. Nach Informationen von Digitimes(öffnet im neuen Fenster) stellen sich die großen taiwanesischen Anbieter auf ein schwächeres Jahr 2026 ein. Asus, Gigabyte, MSI und ASRock senkten demnach ihre Ziele, weil im klassischen PC-Geschäft weniger Mainboards nachgefragt werden.

Besonders deutlich zeigt sich das bei Asus. Der Marktführer soll 2025 noch rund 15 Millionen Mainboards ausgeliefert haben, nach etwa 14 Millionen im Jahr zuvor. In der ersten Hälfte des laufenden Jahres kamen laut Bericht aber nur rund 5 Millionen Stück zusammen. Für 2026 gilt daher bereits das Erreichen von 10 Millionen Einheiten als schwierig. Das wäre der niedrigste Wert seit der Abspaltung des Markengeschäfts im Jahr 2008.

Auch die übrigen Anbieter rechnen mit weniger Stückzahlen: Gigabyte lag 2025 noch bei etwa 11,5 Millionen Boards, soll intern aber nur noch mit 9 Millionen Einheiten planen. Aus dem Umfeld der Zulieferer hieß es allerdings, dass 8 bis 8,5 Millionen realistischer seien.

Ähnlich sieht es bei MSI aus, das nach rund 11 Millionen Marken-Mainboards im Vorjahr nun 8,4 Millionen anpeilt. Asrock fällt noch deutlicher zurück: Statt 4,3 Millionen Einheiten im Jahr 2025 stehen für 2026 nur noch 2,7 Millionen im Raum.

Engpässe verteuern neue PCs

Der Rückgang hat mehrere Gründe: Wer einen neuen PC baut, braucht nicht nur ein Mainboard, sondern auch RAM, SSDs, CPUs und Grafikkarten. In mehreren Bereichen werden Kapazitäten stärker in Richtung Server- und KI-Hardware gelenkt. Das trifft besonders Speicher, der sowohl in klassischen PCs als auch in Grafikkarten und Rechenzentren gebraucht wird. Die Folgen zeigen sich bereits bei den Preisen: Arbeitsspeicher ist deutlich teurer geworden, auch GPUs mit viel Videospeicher haben angezogen.

Hinzu kommt die schwierige Liefersituation bei Prozessoren: AMD und Intel sollen mit der Produktion nicht vollständig hinterherkommen, weil die Nachfrage nach Serverchips stark gestiegen ist und sich Fertigungskapazitäten nicht beliebig schnell ausbauen lassen. Server- und Consumer-Prozessoren konkurrieren dadurch um ähnliche Kapazitäten. Dementsprechend wird davon ausgegangen, dass dies zu längeren Wartezeiten führt und den Bau neuer PCs zusätzlich verteuert.

Für die Hersteller bedeutet das aber nicht, dass ihr gesamtes Geschäft gleichermaßen unter Druck steht. Asus, Gigabyte und ASRock profitieren zugleich von der Nachfrage nach KI-Servern. Bei Asus soll der Serverumsatz 2025 um mehr als 100 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 100 Milliarden Neue Taiwan-Dollar steigen (umgerechnet rund 2,71 Milliarden Euro). Für 2026 wird ein weiterer Anstieg auf 250 Milliarden Neue Taiwan-Dollar erwartet (6,77 Milliarden Euro).

Für Privatkunden könnte die Entwicklung durch die beschränkten Kapazitäten zur Folge haben, dass Mainboards künftig ebenfalls teurer werden.


Relevante Themen