Hardware-Kaufberatung: Hardware-Weihnachten steht vor der Tür

Der wichtigste Monat für Hardware-Käufe hat begonnen. Für die meisten Komponenten ist die Gelegenheit zudem günstig, denn viele Hersteller haben in den vergangenen Monaten Produkte vorgestellt, darunter Prozessoren, Mainboards und Arbeitsspeicher. Wir geben in jeder Produktkategorie eine kurze Übersicht und erklären, nach welchen Kriterien man seine Wahl treffen sollte.
Ein Upgrade soll selbstverständlich auch spürbar sein. Damit das so ist, sollte die Leistungssteigerung bei einem neuen Prozessor oder einer Grafikkarte 30 Prozent oder mehr betragen. Erst dann ist auch ohne Benchmark-Software klar erkennbar, dass Anwendungen und Spiele besser laufen als zuvor. Gerade bei Grafikkarten ist daher ein Sprung über nur eine Generation oft nicht sinnvoll, mit Ausnahme der Top-Modelle im High-End-Segment, wo große Leistungsunterschiede durchaus üblich sind.
Prozessoren
AMD und Intel haben im Herbst 2024 neue Prozessoren vorgestellt. Intel hat den Anfang gemacht und die Core-Ultra-200S-Serie präsentiert. Leider sorgt die oft kaum vorhandene Leistungssteigerung gegenüber Raptor Lake für wenig Begeisterung unter unseren Lesern, obwohl Intel gleichzeitig beachtliche Effizienzsteigerungen erzielt hat. AMD erging es mit Zen 5 zunächst ähnlich, auch Ryzen 9000 kam bei vielen Lesern nicht besonders gut an.
Bei beiden Herstellern bleiben ältere Modelle in den unteren Preissegmenten eine gute Wahl, auch durch die verhältnismäßig geringe Leistungsdifferenz zur neuesten Prozessorgeneration. AMD hat mit dem Sockel AM5 dabei die größere Chance, in ein paar Jahren eine neue CPU mit dem gleichen Mainboard nutzen zu können, bei Intel ist aktuell unklar, ob Sockel-1851 eine Zukunft haben wird. Streng genommen ist Arrow Lake nach Meteor Lake bereits die zweite CPU-Generation für diesen Sockel, Meteor Lake gab es letzlich aber nie für Desktop-Mainboards.
Bei der Entscheidung zu Arrow Lake oder AM5-Prozessoren ist zu beachten, dass DDR5 hier zur Pflicht wird. DDR4 wird auch von Intel nicht mehr unterstützt. Falls das Budget für den PC nicht besonders groß ausfallen soll und eventuell bereits vorhandener DDR4-Speicher weiterverwendet werden soll, ist AMDs AM4-Plattform mit Ryzen-5000 dafür am besten geeignet.
X3D, Zen5 oder doch eine Intel-CPU?
Falls der Prozessor lediglich für weniger anspruchsvolle Anwendungen genutzt wird, etwa für einen Büro-PC auf dem nur gelegentlich mal ein paar Bilder bearbeitet werden, und darüber hinaus vor allem Office-Anwendungen und Webbrowsing anstehen, muss man nicht besonders tief in die Tasche greifen. Ein AMD Ryzen 5 5600GT(öffnet im neuen Fenster) mit sechs Kernen ist beispielsweise bereits für unter 100 Euro erhältlich. Falls keine Grafikkarte benötigt wird, wäre ein AMD Ryzen 5 5600G für rund 120 Euro dank integriertem Grafikchip eine gute Wahl.
Aber auch Intel ist keinesfalls immer die teurere Option. Gerade im Preisbereich unterhalb von 300 Euro sind Intel-Prozessoren der Raptor-Lake-Generation wie der Intel Core i5-13400(F)(öffnet im neuen Fenster) , i5-13500(öffnet im neuen Fenster) , aber auch die 12. Generation (Alder Lake)(öffnet im neuen Fenster) gute Optionen. Sofern die Effizienz-Kerne im Multithreading auch genutzt werden, bekommt man hier wesentlich mehr Gesamtleistung im Vergleich zu AMDs Sechskern-Prozessoren.
Neuere AMD-Prozessoren können vor allem nach dem Kaufpreis ausgesucht werden. Ob Ryzen-7000- oder -9000 macht in den meisten Anwendungen kaum einen Unterschied, die Anzahl der CPU-Kerne ist hier wichtiger. Beide Serien finden zudem in den gleichen Mainboards Platz. Besonders viele CPU-Kerne braucht es nur dann, wenn diese auch genutzt werden, etwa beim Videoschnitt, der Virtualisierung, häufiger Kompression oder Dekompression von großen Datenmengen oder ähnlichen Aufgaben.
Ausnahme für Spieler
Die große Ausnahme bilden Spiele, hier ist die beste Wahl relativ klar. Der AMD Ryzen 7 9800X3D ( Test ) ist die insgesamt beste Spiele-CPU. Abseits der absoluten Spitze lohnt es sich, auch die älteren Ryzen 7 7800X3D, 7600X3D und selbst den immer noch produzierten AMD Ryzen 7 5700X3D für den Sockel AM4 als günstigere Optionen in Erwägung zu ziehen. Der zusätzliche L3-Cache macht die X3D-Serie von AMD in den meisten Fällen zur effizientesten und insgesamt besten Option.
Das heißt jedoch nicht, dass andere Prozessoren völlig untauglich für Spiele wären. Im Gegenteil: Praktisch jeder neuere Prozessor ist für Gaming in allen aktuellen Titeln geeignet und in der Lage, diese flüssig darzustellen. Insbesondere bei knappem Budget kann daher beruhigt auf andere Optionen ausgewichen werden. Sowohl unsere Tests als auch die unserer Kollegen von PCGH geben einen Überblick, wie groß die Unterschiede in einzelnen Titeln ausfallen.
Ist die CPU ausgewählt, geht es ans Mainboard. Hier kann man zum Glück wenig falsch machen, auch wenn die Auswahl auf den ersten Blick erdrückend erscheint. Wir erklären, worauf es hauptsächlich ankommt. Auch die Wahl des Arbeitsspeichers ist oft einfach, wenn man sich an ein paar wichtige Grundsätze hält.
Arbeitsspeicher, SSDs, Mainboards
Bei den Speicherstandards hat sich im letzten Jahr wenig getan. CAMM2 hat sich bisher nicht am Markt etabliert, klassische DIMM-Module bleiben die einzige Option, wenn es um Arbeitsspeicher geht. DDR4 hat hierbei weitgehend ausgedient, lediglich für AMDs AM4-Plattform bleiben sie das Mittel der Wahl. Ansonsten ist DDR5 etabliert und die Auswahl der Module groß.
DDR5 hat sich mittlerweile mit Geschwindigkeiten von 6.000 bis über 8.000 Mt/s (Megatransfers pro Sekunde) durchgesetzt. Einen größeren Unterschied macht die Speichergeschwindigkeit in den seltensten Fällen, unnötig ausbremsen sollte man seine CPU allerdings trotzdem nicht. Bei AMD bleibt DDR5-6000 der beste Kompromiss aus Leistung und Zuverlässigkeit, bei Intel ist bis zu DDR5-6800 problemlos möglich.
Höhere Geschwindigkeiten sind auf beiden Plattformen möglich, abseits der aktuell kaum verfügbaren CUDIMM-Module für Arrow Lake braucht es dafür aber passende und oft teure Mainboards, eine Portion Glück und zudem Geschick beim Einstellen. Das einfache Auswählen des Profiles im BIOS reicht jenseits von DDR5-6000 oft nicht, um einen stabilen Betrieb zu gewährleisten. Nachteile bei der Speicherlatenz im für hohe Frequenzen benötigten UCLK=MEMCLK/2-Modus können AMD-Prozessoren sogar ausbremsen.
Weniger ist mehr
Gut zu wissen ist auch, dass die Kapazität und Anzahl der Speichermodule einen Einfluss auf die mögliche Taktfrequenz der Module hat. Die schnellsten Einstellungen sind nur möglich, wenn lediglich zwei Speicherriegel verwendet werden und diese auch nur einseitig bestückt sind (Single-Rank). Das bedeutet, dass maximal 48 GByte auf zwei 24-GByte-Speicherriegel verteilt sein sollten, wenn hohe Taktfrequenzen das Ziel sind.
Auch bei 64 oder 96 GByte ist es für den Prozessor einfacher, nur zwei Riegel ansteuern zu müssen. Der Betrieb mit vier Modulen ist für den integrierten Speichercontroller am anspruchsvollsten, auch die Qualität des Mainboards spielt hier aufgrund der benötigten Signalqualität die größte Rolle. Mehr als DDR5-6000 ist dabei oft nicht stabil möglich, der Kauf von besonders teuren Speicherkits mit hohen Geschwindigkeiten ist deshalb in diesem Fall auch nicht nötig.
SSDs
PCI-Express 5.0 war im Jahr 2023 das große Thema für NVMe-SSDs. Etabliert haben sich die besonders schnellen SSDs allerdings auch ein Jahr später noch nicht so richtig. Der Geschwindigkeitsvorteil ist im Alltag kaum vorhanden, die Nachteile durch höhere Wärmeabgabe und die dadurch nötige Kühlung der SSDs gibt es aber in jedem Fall. Selbst für schnelle PCs bleiben TLC-SSDs wie die Samsung 990 Pro trotz PCI-Express 4.0 die beste Option.
Zusätzlich ist gerade bei Intel-Systemen zu beachten, dass der M.2-Slot mit PCI-Express-5.0-Unterstützung in fast allen Fällen PCI-Lanes der Grafikkarte, also des oberen X16-Slots, verwendet. Das heißt, dass der Grafikkarte weniger Bandbreite zur Verfügung steht, wenn der darüber befindliche M.2-Slot belegt wird. Ein Blick in die Anleitung des Mainboards gibt hier Gewissheit.
Wer häufig große Datenmengen schreibt, sollte darauf achten, dass es sich um eine TLC-SSD (Triple-Level-Cell) handelt, denn die Schreibgeschwindigkeit von QLC-SSDs bricht je nach SLC-Cache-Größe bereits nach wenigen Gigabyte geschriebener Daten stark ein. Bis der Cache wieder frei ist, schreibt eine QLC-SSD teilweise sogar langsamer als eine HDD. TLC-SSDs sind hier wesentlich schneller und deshalb zu bevorzugen.
Wenn keine großen Datenmengen bewegt, sondern nur gelegentlich Programme oder Spiele installiert werden, kann eine QLC-SSD aber aufgrund der niedrigeren Kosten eine sinnvolle Wahl sein. Auf die Lesegeschwindigkeit hat das zusätzliche Bit pro Zelle keine Auswirkungen. Gerade für hohe Kapazitäten kann QLC eine sinnvolle Wahl sein, etwa bei einer großen Spielebibliothek.
Mainboards
Die Wahl des Mainboards hängt unmittelbar mit dem verwendeten Prozessor zusammen. AM5-Mainboards sind für AMD-Prozessoren der aktuellen Zen4-Generation sowie Zen5 und sehr wahrscheinlich auch der nächsten Generation geeignet. Die X670(E) und X870(E) und die jeweils darunter angesiedelten Serien unterscheiden sich technisch kaum, die verwendeten Chips sind identisch. Die Ausstattung ändert sich allerdings.
Mainboards können überwiegend nach den vorhandenen Anschlüssen ausgewählt werden. Also etwa der Anzahl der USB-Anschlüsse, gegebenenfalls Thunderbolt-Ports, Display-Anschlüsse und Netzwerk-Ports inklusive Wi-Fi und Bluetooth. Auch die Anzahl der PCI-Express-Steckplätze und M.2-Slots sollte auf die Bedürfnisse abgestimmt werden. Andere Kriterien wie Kühlung und Spannungsversorgung sind nur in Ausnahmefällen relevant. Selbst günstige Mainboards sind für allere auf der QVL-Liste befindlichen CPUs auch bei langer Dauerlast geeignet.
Nur bei Intel-Systemen ist eine Platine mit Z-Chipsatz, etwa Z890 für Core Ultra 200 oder Z790 für Core-i-14xx unbedingt notwendig. Sie bieten als einzige die nötigen Einstellungen, um die Taktfrequenz von dafür geeigneten CPUs mit K-Suffix zu verändern. Auch für Speicher-Tuning gibt es hier die meisten Möglichkeiten. Abseits davon sind günstigere B760-Platinen ebenfalls vollkommen ausreichend, auf die Leistung der CPU bei Intel-Standardeinstellungen haben Mainboards keinen Einfluss.
Bei AMD ist übertakten auch mit günstigeren Mainboards möglich, X670(E) und X870(E) bieten auch dafür erst einmal keinen Vorteil, sie sind lediglich besser ausgestattet und bieten oft vorkonfigurierte Profile, etwa zum Übertakten von Arbeitsspeicher.
Für die allermeisten Anwendungsfälle empfehlen wir daher etwas Geld zu sparen und ein Modell mit B650-Chipsatz zu wählen. Hier gibt schon für unter 200 Euro eine größere Auswahl. Das gesparte Geld kann in eine schnellere CPU oder Grafikkarte investiert werden. Auch ein besserer CPU-Kühler kann sinnvoll sein, ist aber nicht immer notwendig. Wir geben ein paar Tips zur Kühlung.
CPU-Kühler
Falls ein Prozessor bereits mit einem Kühler ausgeliefert wird, wie es bei beiden CPU-Herstellern bei weniger leistungsstarken Modellen der Fall ist, kann dieser selbstverständlich auch langfristig für den Betrieb innerhalb der Spezifikationen genutzt werden.
Allerdings dürfte klar sein, dass die mitgelieferten Kühler eher kostenoptimiert sind. Sie sind also ausreichend, bieten aber weder besonders niedrige Temperaturen, noch sind sie besonders leise. Wer seinem Prozessor beste Bedingungen verschaffen will oder ein empfindliches Gehör hat, braucht deshalb etwas Besseres.
Die Kühler von bekannten Herstellern wie Alpenföhn, Bequiet und Noctua liefern im Regelfall sehr gute Kühlleistung und kommen mit reichlich Zubehör. Wer sichergehen will und keine Lust auf die Lektüre detaillierter Testberichte hat, macht hier wenig falsch. Die Physik kann aber niemand überlisten, daher gilt: Bei CPU-Kühlern kommt es sehr wohl auf die Größe an.
Gut und günstig
Daher können große, aber durchaus günstige Kühler wie der Thermalright Peerless Assassin 120(öffnet im neuen Fenster) und dessen SE- und Mini-Ableger problemlos mit teureren Kühlern mithalten. Wenn es nur auf die Kühlleistung ankommt, lässt sich so für rund 40 Euro jedes Desktop-CPU gut und leise kühlen.
Die Alternative für High-End-Prozessoren sind All-In-One-Wasserkühler. Neben der guten Kühlleistung spielen hier auch die Optik sowie ein aufgeräumter Innenraum des PC-Gehäuses eine große Rolle. Komponenten wie Arbeitsspeicher und SSDs in der Nähe der CPU lassen sich mühelos tauschen, bei großen Luftkühlern geht das oft nicht.
Nachteil ist der oft deutlich höhere Preis verglichen mit guten Luftkühlern, wobei es auch hier nicht gleich ein Modell für über 200 Euro sein muss. Der deutsche Hersteller Arctic Cooling baut mit dem Liquid Freezer III(öffnet im neuen Fenster) einen der derzeit besten und gleichzeitig günstigsten Kühler dieser Art.
Je nach Gehäuse kann die Größe des Radiators ausgewählt werden, die größte Version mit 420-Millimeter-Kühler ist trotz enormer Kühlleistung für unter 100 Euro erhältlich und wurde in mehreren Testberichten als einer der besten Kühler überhaupt gelistet.
Grafikkarten
AMD und Nvidia werden voraussichtlich in den nächsten Wochen ihre neuen Grafikkarten-Generationen vorstellen. Bei Nvidia ist das die Blackwell-Generation, aller Voraussicht nach als Geforce RTX 5000 bezeichnet. AMD wird RDNA4 vorstellen, hier gilt die Bezeichnung Radeon RX 8000 als sehr wahrscheinlich. Während Nvidia auch den High-End-Markt bedient, wird AMD sich laut Aussagen des Herstellers auf günstigere Modelle fokussieren.
Stärker als in den vergangenen Jahren bemerken wir die bevorstehenden Launches an der Nichtverfügbarkeit der aktuellen Generation. Wer momentan eine Nvidia Geforce RTX 4090 kaufen möchte, wird sie bei kaum einem Händler finden. Wenn doch Karten gelistet sind, ist der aufgerufene Preis oft utopisch. Wir raten dringend davon ab, aktuell eine High-End-Grafikkarte zu kaufen, es wäre der denkbar schlechteste Zeitpunkt.
Stattdessen sollten die Launches von Nvidia und AMD ab der CES 2025 abgewartet werden. Im Einsteiger- und Mittelklasse-Bereich ist die Marktsituation deutlich entspannter. Während Nvidia einen Vorteil bei der Raytracing- und KI-Leistung bietet und zudem die effizienteren Grafikchips baut, haben AMD-Modelle oft einen Vorteil bei Preis-Leistung, wenn es um Raster-Performance und Speicherausstattung geht.
High-End erscheint zuerst
Es ist so gut wie sicher, dass Nvidia im Januar als erstes das High-End-Segment bedienen wird und erst in den nachfolgenden Monaten die kleineren Modelle folgen werden. Diese Lücke könnte AMD füllen, allerdings könnte eine vermutete AMD Radeon RX 8800 (XT) ebenfalls eher im gehobenen Segment angesiedelt sein. Eine AMD Radeon RX 8600 soll es aber laut AMDs ROCm-Treibern ebenfalls geben.
Im Preisbereich unter 500 Euro sind Grafikkarten daher nur eingeschränkt zukunftssicher, AMD könnte aber auch hier in Kürze eine neue Option bieten. Abseits der Radeon RX 8600 könnte es unter Umständen noch fast ein halbes Jahr dauern, bis die jeweils nächste Generation verfügbar ist. Bei einem guten Angebot kann man also durchaus zugreifen.
Im High-End-Bereich und der oberen Mittelklasse ab etwa 700 Euro ist aber davon auszugehen, dass bereits in wenigen Monaten ein Nachfolger auf dem Markt ist. Preise und Verfügbarkeit sind zwar wie üblich nicht garantiert, mehr fps pro Euro sind aber zumindest sehr wahrscheinlich. Wer aktuell eine teure High-End-Karte kauft, sollte sich mindestens bewusst sein, dass sie bereits in Kürze nicht mehr aktuell ist.
Es kann sich deshalb lohnen, auch einen Blick auf den Markt für gebrauchte Grafikkarten zu werfen. Gerade Enthusiasten versuchen schon jetzt, ihre High-End-Grafikkarten noch schnell zu verkaufen, bevor es im nächsten Jahr vermutlich noch viel weniger Geld dafür gibt. Zu beachten ist allerdings, dass der Garantiezeitraum für früh gekaufte RTX-4000- wie Radeon-RX-7000-Grafikkarten bereits überschritten sein kann. Ein Umtausch bei Defekt ist daher je nach Kaufdatum nicht mehr möglich.
Gehäuse, Netzteile und unser Fazit
Gehäuse
Für den Kauf eines Gehäuses gibt es in der Regel keine besonderen Gründe, auf neue Modelle zu warten. Die wesentlichen Designmerkmale haben Hersteller seit Jahren ausgearbeitet, Innovationen betreffen häufig Details oder die Materialwahl. Im Jahr 2024 haben sich die sogenannten Aquarium-Gehäuse mit von mehreren Seiten einsehbaren Plexiglas-Seitenteilen weiter etabliert.
Wer bereits ein Gehäuse besitzt, in dem ausreichender Platz auch für neue Komponenten wie größere Grafikkarten oder CPU-Kühler ist, kann beruhigt das alte Gehäuse weiter nutzen. Neben der Optik fällt das höchstens durch fehlende Typ-C-Ports auf, die unter anderem für externe SSDs praktisch sind.
Gerade für den Sommer sollte wie üblich auf ein ausreichendes Kühlkonzept geachtet werden. Für einen Büro-PC ohne leistungsfähige Komponenten reichen ein bis zwei Gehäuselüfter bereits aus. High-End-Rechner sollten allerdings von drei bis fünf Lüftern mit Frischluft versorgt werden, um auch bei niedriger Lüfterdrehzahl genügend Luftzirkulation zu haben.
Netzteile
Am 80-Plus-Standard hat sich in den vergangenen Jahren wenig getan, auch 12-Volt-Only ist weiter nicht am DIY-Horizont zu sehen. Ältere Netzteile können bei ausreichender Qualität und Leistung weiterverwendet werden, sollten aber gerade für Leistungsspitzen etwas überdimensioniert sein. Die Empfehlungen der Grafikkartenhersteller sollten beachtet werden.
Bei einem Neukauf sollte neben hoher Effizienz auf das Vorhandensein von mindestens einem 12V-6x6-Kabel geachtet werden, auch ATX 5.1 ist wichtig. Die Stecker sind Pin-Kompatibel zu 12VHPWR, bieten aber zusätzliche Sicherheit und sollen falsches Einstecken effektiver verhindern, um Defekte durch Überhitzung auszuschließen. Der neuere ATX-Standard enthält zudem Vorgaben für Leistungsspitzen, die das Netzteil verkraften muss, ohne dabei abzuschalten oder gar einen Defekt zu erleiden.
Wer den Kauf einer zukünftigen High-End-Grafikkarte plant, sollte zur Sicherheit ein Netzteil mit zwei 12V-6x6-Kabeln kaufen. Die Leistungsaufnahme von Grafikkarten dürfte zwar auch in der nächsten Generation nicht über 600 Watt steigen, aus Sicherheitsgründen könnten Hersteller aber einige Modelle mit zwei Stromanschlüssen ausstatten, die auch zwingend beide belegt werden müssen.
Fazit
Gute Nachrichten für alle, die einen neuen PC bauen wollen: Es ist ein guter Zeitpunkt, die Komponenten dafür zu kaufen. Wer jetzt damit beginnt, sollte allerdings in Erwägung ziehen, einige Wochen mit der integrierten Grafikeinheit des Prozessors auszukommen oder eine ältere Grafikkarte zu verwenden, sofern vorhanden.
Besonders High-End-Grafikkarten werden in Kürze durch neuere Modelle ersetzt, die aktuelle Generation ist oft schon nicht mehr bei Händlern lieferbar. Schnäppchen im Abverkauf gibt es daher nur selten. Nur im unteren Preissegment ändert sich zumindest kurzfristig nichts, hier könnte sich die Intel Arc B580 zum Preis-Leistungssieger entwickeln und diesen Status für einige Monate halten.
AMD hat bei Prozessoren derzeit klar die Oberhand. Intel Arrow Lake kann sich trotz guter Energieeffizienz und hoher Leistung nicht durchsetzen, da selbst Intels eigene Vorgängergeneration in vielen Fällen gleiche oder sogar bessere Rechenleistung bietet und auch LGA-1851 kaum Vorteile mit sich bringt. Für Spieler sind AMDs X3D-CPUs zudem oft ein so klares Upgrade, dass Intels Angebote derzeit oft nicht einmal beachtet werden. Ebenso ist AMDs Versprechen, Plattformen langfristig zu unterstützen ein wichtiges Entscheidungskriterium.



