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Hardware fürs Homeoffice: Nicht nur Webcams und Notebooks werden teurer

Immer mehr Menschen wechseln ins Homeoffice . Welche Auswirkungen hat das auf Preise von Druckern und Co.? Wir haben Stichproben genommen.
/ Oliver Nickel
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Fürs Homeoffice braucht es einiges an Zubehör. Das ist aber derzeit teurer. (Bild: Razer/Bose/Montage: Golem.de)
Fürs Homeoffice braucht es einiges an Zubehör. Das ist aber derzeit teurer. Bild: Razer/Bose/Montage: Golem.de

Mit den Lockdown-Verschärfungen in Deutschland müssen auch immer mehr Menschen von zu Hause aus arbeiten. Für viele bedeutet das: Neue Hardware muss her. Monitore, Laptops, Tastaturen, Mäuse und anderes Zubehör werden entsprechend knapp – so zumindest die Theorie. Doch welche Hardware ist gerade wirklich nachgefragt? Und haben Distributoren und Händler tatsächlich so große Warenknappheit, wie es wegen der Lieferengpässe bei einigen Komponenten zu vermuten wäre?

Golem.de hat sich die Preisentwicklung einiger beliebter Produkte mittels Preisvergleich angeschaut. Auch haben wir größere Händler in Deutschland angefragt, die hier anonym bleiben sollen. Es zeigt sich, dass tatsächlich einige Produkte im Preis gestiegen sind. Im Vergleich zum vergangenen Lockdown sind es diesmal allerdings nicht nur Webcams und anderes Zubehör. Durch die globalen Einschränkungen in Coronazeiten sind zudem einige Lieferschwierigkeiten zu verzeichnen.

Um einen Trend sehen zu können, haben wir uns jeweils fünf beliebte Produkte in den Kategorien Notebooks, Monitore, Mäuse, Tastaturen, Headsets und Webcams herausgesucht und deren Preisverlauf auf der Vergleichsplattform Geizhals.de in den vergangenen 30 Tagen festgehalten. Das soll nicht repräsentativ sein, sondern eher einen allgemeinen Trend und eine Orientierung darstellen.

Notebooks – günstig wird teurer

Bei Notebooks zeichnet sich ab, dass gerade günstigere Geräte für unter 1.000 Euro im Preis gestiegen sind. Das bei der Käuferschaft beliebte Asus Vivobook S15 etwa kostet mittlerweile 780 Euro. Vor einem Monat waren es noch 650 Euro. Gleiches gilt für das Lenovo V15, dessen Preis von 491 auf 650 Euro gestiegen ist.

Apple Macbook Air M1 – Test
Apple Macbook Air M1 – Test (02:58)

Interessant: Laptops über 1.000 Euro sind relativ wertstabil, möglicherweise weil sie eher nicht als Notfallgerät gekauft werden. Das Macbook Air M1 kostete im Dezember 1.061 Euro und liegt nun bei 1.092 Euro. Der Preis des Lenovo Thinkpad T14 G1 ist von 1.380 auf 1.450 Euro gestiegen, was etwa fünf Prozent mehr sind.

Umso beliebter scheint Microsofts Surface-Produktreihe zu sein. Das Surface Pro 7 kostete vor einem Monat noch etwa 770 Euro in der günstigsten Version. Jetzt sind es 870 Euro. Auch der Surface Laptop 3 und andere Geräte der Serie verbuchen einen Preisanstieg.

"Wir verzeichnen seit Jahresbeginn eine konstant hohe Nachfrage nach Hardware und Homeoffice-Zubehör" , schreibt ein Onlinehändler Golem.de auf Anfrage. Dabei seien allerdings zumindest bei Notebooks und anderer Mobilhardware noch keine Lieferengpässe zu verzeichnen. "Wir erhalten regelmäßig Lieferungen von unseren Partnern."

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Monitore steigen im Preis

Bei den Monitoren ist es so, dass viele Menschen für das spontane Homeoffice eher zu günstigen Modellen greifen. Diese sind folglich im Preis gestiegen. Allerdings weniger als zunächst vermutet: Der sehr beliebte 24-Zoll-Bildschirm Samsung C24F396FHZ kostet statt 111 jetzt 128 Euro. Der etwas größere Benq GW2780 liegt zurzeit bei 166 Euro, eine kaum merkliche Steigerung gegenüber ursprünglich 159 Euro. Gleiches gilt für den günstigen Acer Nitro VG0 VG270, der 234 statt 216 Euro kostet.

Samsungs Monitor The Space – Test
Samsungs Monitor The Space – Test (02:26)

Teurer wird es, wenn wir uns etwa den höherpreisigen 4K-Monitor LG 27UN83A ansehen. Der 27-Zoll-Monitor für ursprünglich 450 Euro kostet jetzt 570 Euro. Ein anderes Beispiel ist Samsungs Space Monitor S27R760Q , der sich durch den platzsparenden Standfuß von der Konkurrenz abhebt. Sein Preis ist von 350 Euro auf mittlerweile 508 Euro angestiegen – Tendenz weiter steigend.

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Ebenfalls großer Beliebtheit erfreuen sich – entgegen unseren Erwartungen – Gaming-Tastaturen.

Alle kaufen teure Tastaturen

Ein Ansprechpartner eines weiteren Onlinehändlers bestätigte uns: Die Nachfrage nach Tastaturen ist in letzter Zeit stark gestiegen. Dabei sind es wohl vor allem teurere Tastaturen mit mechanischen Schaltern , die gekauft werden. Anhand der Razer Blackwidow Elite können wir das sehen: Deren Preis ist von 129 auf 158 Euro gestiegen. Auch die Logitech G915 Lightspeed ist teurer geworden und kostet statt 180 nun 239 Euro; die Roccat Vulcan 122 Aimo liegt jetzt bei 160 statt 130 Euro.

Andere Produkte wie etwa das Apple Magic Keyboard bleiben bei dem hohen Preis von 98 Euro. Das gilt auch für beliebte Bürotastaturen wie das Cherry MX Board 5.0 mit Silent-Switches, das sich bei etwa 90 Euro einpegelt. Günstige Tastaturen wie die Logitech K280e und die Cherry Stream bleiben bei 19 und 21 Euro wertstabil.

Exotische Mäuse werden teurer

Ein ähnlicher Trend zeichnet sich bei Mäusen ab. Es werden eher exotischere Geräte gekauft, die entsprechend im Preis steigen. Die Apple Magic Mouse 2 kostete beispielsweise 68 Euro und liegt jetzt bei 75 Euro, Microsofts skurrile Surface Arc bei 61 statt 50 Euro.

Absurd wird es bei der Logitech G Proteus Spectrum, die ein Auslaufmodell ist. Sie lag vor einigen Tagen noch bei 70 Euro und ist mittlerweile bei 133 Euro angekommen. Der aktualisierte und nahezu baugleiche Nachfolger G502 Lightspeed kostet zurzeit 106 statt 97 Euro.

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Interessant ist, dass für das ergonomische Arbeiten gedachte Peripheriegeräte nicht stark im Preis gestiegen sind. Allerdings ist auch hier ein Anstieg zu verzeichnen. Die Logitech MX Vertical kostet 82 statt 72 Euro. Die Trackball-Maus MX Ergo Wireless liegt derzeit bei 82 Euro und ist damit um 6 Euro im Preis gesunken. Günstigere Mäuse wie die Logitech G G203 und die Cherry MW 4500 Ergonomic Mouse liegen bei 31 und 21 Euro und bleiben damit in etwa gleich teuer.

Es scheint, als würden sowohl bei Mäusen als auch bei Tastaturen eher Gaming-Geräte gekauft, was wir für Homeoffice-Arbeiten nicht unbedingt erwartet hätten. Auf der anderen Seite könnte das eine Gelegenheit für Arbeitnehmer sein, sich die schon immer gewünschte Hardware über das Unternehmen anzuschaffen. Das ist aber reine Spekulation.

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Headsets sind beliebt

Obwohl es bereits vor 2021 einige Regelungen und Homeoffice-Anweisungen gab, scheint die entsprechende Ausrüstung noch immer nachgefragt zu sein. Das gilt auch für Headsets, die zu großen Teilen teurer geworden sind. Dabei sind die offensichtlichen Bürogeräte nicht unbedingt die stark nachgefragten.

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Das Sony Pulse 3D Wireless, welches ursprünglich für die Playstation 5 entwickelt wurde, lag zwischenzeitlich bei 150 Euro statt 100 Euro, pendelt sich jetzt aber wieder beim ursprünglichen Preis ein. Das beliebte Logitech G935 kostet 187 statt 140 Euro. Auch das Kingston HyperX Cloud Alpha ist teurer geworden, der Preis stieg von 75 auf 99 Euro. Das Steelseries Arctis Pro Wireless kostet mittlerweile 347 statt zuvor 300 Euro. Dabei fällt auf, dass all diese Produkte bei vielen Händlern teils gar nicht verfügbar sind und lange Lieferzeiten angegeben werden.

Das Sennheiser PC 8.2, das speziell für Büroumgebungen gemacht ist, liegt momentan bei konstanten 70 Euro. Das Jabra Evolve 2 65 kostet 150 Euro statt 140 Euro. Das Logitech Zone Wireless ist günstiger geworden und kostet 165 statt 175 Euro.

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Webcams sind ebenfalls weiterhin ein beliebtes Gut.

Teure Webcams noch teurer

Auch hier sind vor allem die ohnehin schon höherpreisigen Modelle gefragt. Die Logitech Brio Stream kostet mittlerweile 236 statt 200 Euro. Die Logitech Streamcam ist bei 159 Euro relativ stabil geblieben. Die C930e vom gleichen Hersteller verkauft sich derweil noch immer gut, kostet aber 144 statt 155 Euro. Sie ist also eher im Preis gesunken.

Bei günstigeren Webcams zeichnet sich eher ein Status Quo ab. Die Lenovo 500 FHD Webcam kostet immer noch rund 60 Euro und die noch günstigere Aukey PC-KM1E ist im Preis sogar von 36 auf 30 Euro gesunken.

Sicher hat das auch etwas damit zu tun, dass Webcams leicht durch integrierte Kameras in Notebooks, Smartphones und Tablets ersetzt werden können. Diese bieten teils sogar bessere Aufnahmequalität, weshalb gerade günstige Webcams für die meisten Menschen uninteressant sein dürften.

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Nicht einmal das Homeoffice ist papierlos

Interessant ist auch das Thema Drucker: Menschen, die nicht bereits einen Papierdrucker bei sich zu Hause stehen haben, dürften nämlich mittlerweile etwas länger suchen. Nicht nur sind Laser- und Tintenstrahldrucker derzeit fast überall im Zulauf und nicht direkt verfügbar. Auch spiegelt sich die Nachfrage in den Preisen wider.

Besonders beliebt ist der HP Laserjet Pro MFP M28w, dessen Preis von 135 auf 174 Euro gestiegen ist. Der HP Envy Photo kostet mittlerweile 195 statt 140 Euro, der Canon Pixma TS6350 liegt bei 150 statt 120 Euro, der Epson Workforce WF-4820D bei 190 statt 142 Euro, der Brother MFC-L2710DW kostet 198 statt 177 Euro.

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Während Drucker aber zumindest teilweise noch erhältlich sind, sieht es bei einigen Druckertonern und Tintenpatronen schlechter aus. Ein Beispiel: HP-Tinte 912XL im Multipack war für 72 Euro zu haben, mittlerweile liegen die Preise für verbliebene Ware bei weit über 100 Euro. Zude betragen die Lieferzeiten bei vielen Händlern mehrere Wochen. Schwarzer HP-Toner vom Typ 415X kostet 132 statt 122 Euro.

Lenovo Thinkbook 13s – Test
Lenovo Thinkbook 13s – Test (01:53)

Darauf basierend wäre es sinnvoll, bei einer Neuanschaffung auf einen Laserdrucker zu setzen und zuvor zu schauen, welche Tonerkartuschen damit kompatibel sind. Diese scheinen im Wert zumindest stabiler zu sein, auch wenn sich ein höherer Preis durch die hohe Nachfrage nicht vermeiden lässt.

Das Hardware-Lieferproblem

Angesichts der noch immer anhaltenden Lieferengpässe auf Hardware-Ebene ist es überraschend, dass gerade Notebooks noch in ausreichender Stückzahl verfügbar sind. Dabei haben wir aus mehreren Quellen erfahren, dass die Nachfrage nach Laptops momentan sehr hoch ist. Auch Einzelkomponenten wie Prozessoren und Grafikkarten für Desktop-Systeme sind zurzeit knapp und stark überteuert.

Generell kann auf Basis unserer Informationen noch keine allzu große Warenknappheit festgestellt werden. Allerdings weisen erste Anzeichen von teils drastischen Preissteigerungen bereits auf eine solche hin. Es wird sich zeigen, wie sich Preise und Verfügbarkeiten im Laufe des Jahres 2021 weiter entwickeln.


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