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Hardware: Bastler baut 3D-gedruckte Lenkrakete für 96 US-Dollar

Ein Bastler hat eine funktionstüchtige schultergestützte Flugabwehrrakete gebaut – mit Consumer-Hardware, 3D-Drucker und einem Budget von 96 US-Dollar.
/ Andreas Donath
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Selbstgebaute Lenkwaffe (Bild: Alisher Khojayev)
Selbstgebaute Lenkwaffe Bild: Alisher Khojayev

Alisher Khojayev hat ein Gerät entwickelt, das in Form und Funktion einem Manpads ähnelt – einem Man-Portable Air Defense System, also einer schultergestützten Flugabwehrrakete. Das Projekt ist vollständig auf Youtube dokumentiert, wie Toms Hardware berichtet(öffnet im neuen Fenster) . Die Kosten: rund 96 US-Dollar.

Der Großteil der Raketenstruktur ist 3D-gedruckt. Die Elektronik basiert auf handelsüblichen Mikrocontrollern, Sensoren und Komponenten aus dem Baumarkt. Das System verfügt über eine assistierte Zielerfassung, bordgestützte Ballistikberechnungen und einem optionalen kamerabasierten Tracking.

ESP32, GPS und bewegliche Steuerflossen

Wird eine Rakete eingelegt und der erste Schalter betätigt, baut der Werfer eine WLAN-Verbindung zu einem angeschlossenen Computer auf. Dieser verarbeitet die Telemetriedaten der Rakete, berechnet die Flugbahn und sendet die Ergebnisse zurück an den Werfer und weiter an die Rakete selbst.

Ein zweiter Schalter stellt die direkte Verbindung zur Rakete her. Ab diesem Punkt werden Ausrichtungswinkel berechnet und an die Canards weitergegeben – kleine bewegliche Steuerflossen, die den Flugpfad kontrollieren. Im Werfer sitzt ein ESP32-Mikroprozessor, kombiniert mit GPS-Modul, Barometer und Kompass. Die Rakete selbst trägt einen zweiten ESP32 sowie eine MPU6050-Trägheitsmesseinheit zur Lagebestimmung.

Sämtliche Projektdateien und Dokumentationen sind nach Angaben Khojayevs frei verfügbar.

Die Kosten fallen, die Hürden auch

Zum Vergleich: Ein Stinger-Manpad kostet bis zu 480.000 US-Dollar pro Einheit.

Der Einsatz improvisierter Waffen in Konfliktregionen und die wachsende Leistungsfähigkeit von Consumer-3D-Druckern machen es zunehmend realistisch, dass kleine Gruppen Systeme entwickeln, die bislang Rüstungskonzernen und Streitkräften vorbehalten waren.


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