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Hanson Robotics: Technik, die dir zuzwinkert

Die freundliche Maschine vom Empfang: In wenigen Jahren werden viele humanoide Roboter im Service arbeiten, weil junge Arbeitskräfte fehlen, prophezeit Jong Lee, Chef von Hanson Robotics. Und je mehr eine Gesellschaft sie braucht, desto weniger gruseln sich die Menschen vor ihnen.

Artikel von veröffentlicht am
Jong Lee, humanoider Roboter Han: auf dem Weg heraus aus dem Uncanny Valley
Jong Lee, humanoider Roboter Han: auf dem Weg heraus aus dem Uncanny Valley (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Besoffen ist einer der Gesichtsausdrücke, die Han draufhat. Er verzieht dann das Gesicht und schielt, mit einem Auge etwas mehr als mit dem anderen. Der Roboter kann aber auch anders: Er runzelt die Stirn, kneift die Augen zusammen und sieht richtig böse aus. Dann lächelt er und zwinkert seinem Gegenüber sogar zu.

Inhalt:
  1. Hanson Robotics: Technik, die dir zuzwinkert
  2. Der Roboter empfängt den Gast

Das mache ihn so menschlich, sagt Jong Lee, der Chef von Hanson Robotics, das Han entwickelt hat. Menschlich zu sein, ist für Roboter wichtig. Denn Lee glaubt, dass Roboter künftig in verschiedenen Dienstleistungssektoren einsgetzt werden.

Das von dem US-Robotiker David Hanson gegründete Unternehmen hat sich auf Roboter spezialisiert, die ein Gesicht mit Mienenspiel haben. Die Haut besteht aus Frubber - das ist eine Abkürzung für Flesh Rubber. Frubber ist ein weicher Polymerschaum, den Hanson entwickelt hat. Er wird von etwa 40 Servomotoren bewegt.

Smartphone bringt Han zum Lachen

Gesteuert wird Han über eine Smartphone-App. Darüber kann der jeweilige Gesichtsausdruck ausgewählt werden. Insgesamt sind es rund ein Dutzend, darunter freundlich, empathisch, angeekelt, böse, traurig oder melancholisch. Über einen Drehregler wird eingestellt, wie stark der Gesichtsausdruck ist, also wie sehr Han das Gesicht verzieht. Über ein Touchpad werden schließlich die Kopfbewegungen - Drehung und Nicken - gesteuert.

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Das Unternehmen, das inzwischen seinen Hauptsitz von Texas nach Hongkong verlegt hat, arbeitet an zwei Klassen von Robotern: "Es gibt humanoide Roboter von der Größe eines Menschen und kleine, persönliche Roboter", erzählt Lee. Die großen Roboter sollen nach der Vorstellung von Hanson Robotics im Servicebereich eingesetzt werden: in Geschäften, an Abfertigungsschaltern im Flughafen, an Hotelrezeptionen - in Japan wird in Kürze das erste von Robotern geführte Hotel eröffnet - und natürlich im Gesundheitswesen.

Es fehlt an jungen Arbeitskräften

In wenigen Jahren werde es an qualifiziertem Personal für solche Dienstleistungen fehlen, sagt Lee im Gespräch mit Golem.de. Dafür macht er zwei Entwicklungen verantwortlich: Die Gesellschaften alterten rapide. "In Japan fehlt es heute schon an jungen Arbeitskräften. Es verwundert deshalb nicht, dass Roboter dort so bereitwillig angenommen werden. Der Bedarf ist groß", sagt Lee. "Weshalb werden Fabriken in China schneller als irgendwo sonst auf der Welt auf robotische und automatisierte Produktion umgestellt? Weil der Nachschub an jungen Arbeitskräften, die dort arbeiten können, dramatisch zurückgeht."

  • Han ist der neue Roboter des Unternehmens Hanson Robotics. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Hanson Robotics baue Roboter mit den menschenähnlichsten Gesichtern, sagt Hanson-Chef Jong Lee. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Hans Gesicht besteht aus Frubber, einem Polymerschaum. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Rund 40 Servomotoren aktuieren das Gesicht, so dass Han ein Mienenspiel zeigt. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Er beherrscht gut ein Dutzend Gesichtsausdrücke, die verschieden intensiv ausfallen können. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Gesteuert wird das Gesicht über eine Smartphone-App. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • Roboter wie Han sollen künftig im Dienstleistungsbereich eingesetzt werden. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
  • In etwa einem Jahr könnten die ersten Roboter so weit sein, sagt Lee. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)
Han ist der neue Roboter des Unternehmens Hanson Robotics. (Foto: Werner Pluta/Golem.de)

Zudem wachse in asiatischen Ländern der Mittelstand - also in jenen Ländern, in denen heute viele Servicekräfte rekrutiert werden. Das Pflegepersonal in den USA etwa komme heute häufig aus Asien. Wenn sie aber in Zukunft zu Hause genauso gut bezahlt würden, warum sollten sie dann woanders ihr Auskommen suchen, fragt Lee. "Wer kümmert sich dann um unsere Leute in den USA?"

Roboter sollen ins Dienstleistungsgewerbe

Die Antwort ist für den Chef von Hanson Robotics klar: die Technik. Roboter sollen die Aufgaben übernehmen. Aber nicht einfach automatisierte Systeme, die den Kunden überfordern, sondern solche, die ihn betreuen, mit Freundlichkeit und Respekt behandeln. Für Hanson sind das Roboter, die ihr Gegenüber freundlich anschauen.

"Stellen Sie sich das Personal am Empfang eines Hotels in der Schicht von Mitternacht bis 8 Uhr morgens in einer Metropole vor", sagt Lee. Die Chance, dass ein Gast um diese Zeit freundlich betreut werde, sei relativ gering: "Ist das Personal wach? Wie viele verschiedene Sprachen muss es sprechen? Beherrscht es Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Chinesisch und Japanisch? Wohl kaum. Was ist, wenn ein Gast unhöflich oder gar rabiat wird?"

Das Gegenmodell sei ein Empfang mit einem Roboter.

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Der Roboter empfängt den Gast 
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irata 05. Jul 2015

Einspruch! Ich halte nicht viel von der Uncanny Valley These (zu einseitig), aber im...

hackfin 03. Jul 2015

Wir werden also weniger Arbeitskräfte haben, die an der Rezeption stehen und freundlich...

TrollNo1 02. Jul 2015

Hatte ich auch schon, ich rede auf Englisch oder Französisch, der andere auf Deutsch...

Rababer 02. Jul 2015

Es gibt Leute die sprechen 15 Sprachen flüssig und empfangen Hartz4... man kann ja...

AnonymerHH 02. Jul 2015

das ding ist WIP, noch nicht fertig, da wollen sie schnell mal im kopf rumbasteln können ^^


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