Der Roboter empfängt den Gast

"Er erkennt das Gesicht und die Stimme und begrüßt den Gast: 'Guten Tag, wie geht es Ihnen? Schön, dass Sie wieder bei uns sind'", sagt Lee. Der Roboter sei mit dem Kundenbeziehungsmanagement des Hotels, über das der Gast gebucht hat, verbunden und kenne deshalb dessen Gewohnheiten: "Er weiß, dass der Gast eine späte Abreise bevorzugt. Er kennt das Lieblingsgetränk. Der späte Check-out ist organisiert und auf dem Zimmer steht schon das Getränk. In 60 bis 90 Sekunden ist der Gast der glücklichste Gast aller Zeiten."

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Der Roboter könne dabei komplett autonom agieren. Allerdings glaubt Lee, dass das nicht nötig sein wird. Der Roboter solle einfache Aufgaben übernehmen: den Gast empfangen, ihm die Schlüsselkarte aushändigen oder ihm den Weg weisen. Habe der Gast eine kompliziertere Frage, verbinde der Roboter ihn mit dem Call Center, mit dem er auch verbunden werde, wenn er die Kundenhotline des Hotels anrufe.

Der Mensch hinter der Maschine

Der Roboter sei mit einer Spracherkennung ausgestattet, die die Muttersprache des Gastes erkenne und könne ihn deshalb an einen einen passenden Kundenbetreuer weiterleiten. Der sieht den Gesprächspartner durch die Kamera des Roboters. "Für den Gast sieht es so aus, als sei der Kundenbetreuer direkt vor ihm. Er kann ihn sehen, er kann ihn anfassen", sagt Lee. Diese Konstellation sorge auch für mehr Wohlbehagen: "Wir fühlen uns heutzutage doch besser, wenn wir wissen, dass hinter der Maschine echte Menschen sitzen."

Das Uncanny Valley, also den Effekt, dass Menschen einen Roboter zu menschlich finden und deshalb ablehnen, fürchtet Lee nicht: "Wenn es das Uncanny Valley wirklich gibt, dann sind wir weiter als alle anderen - nämlich schon wieder auf dem Weg heraus", sagt er selbstbewusst.

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Viele Roboter sähen menschlich aus, solange sie stillhielten. Das wecke Erwartungen, die sich dann aber nicht erfüllten, wenn sich der Roboter bewege. "Wir nennen das den Zombie- oder Goldfisch-Effekt", sagt Lee. "Sobald sie sich bewegen, ähneln sie Goldfischen: Sie zwinkern mit den Augen und öffnen den Mund, aber sie haben keinen Ausdruck auf dem Gesicht."

"Unsere Roboter lächeln, schauen finster drein, sie erzeugen Gesichtsausdrücke, die sie natürlich und menschlich aussehen lassen." Sie hätten das auf verschiedenen Konferenzen, Messen und Veranstaltungen mit unterschiedlichem Publikum ausprobiert. Mit Erfolg: "Von 5 bis 95: Wenn unser Roboter sie anlächelt, lächeln sie zurück."

Hanson baut Promi-Roboter

Gründer Hanson entwirft seit gut 20 Jahren Robotergesichter, angefangen hat er damit während des Studiums an der Rhode Island School of Design. Sein erstes war ein Selbstporträt. Zu seinen bekanntesten Robotergesichtern gehört sicher Albert Einstein. Andere Porträtierte sind der Science-Fiction-Autor Philip K. Dick, der Mathematiker und Erfinder Charles Babbage und der arabische Universalgelehrte Ibn Sina, der im Westen als Avicenna bekannt ist.

Seit dem Einstein-Roboter habe sich einiges geändert, sagt Lee. Die Technik sei zwar im Kern noch die Gleiche, aber viel weiter fortgeschritten. Bisher habe sich Hanson Robotics auf Anwendungen in der Forschung spezialisiert und viel mit Universitäten zusammengearbeitet. In den letzten anderthalb Jahren hätten sie die Roboter zu Serienreife weiterentwickelt.

Han ist allerdings noch ein Vorserienprodukt. Als Serienprodukt soll Eva auf den Markt kommen, eine Frau mit asiatischen Zügen, die die gleiche Technik nutzt wie Han. Das soll in absehbarer Zeit passieren. "Wir hoffen, in den kommenden zwölf Monaten einige unserer menschengroßen Roboter in wichtigen Bereichen, darunter im Unterhaltungsbereich und im Gesundheitswesen, zum Einsatz zu bringen", sagt Lee.

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 Hanson Robotics: Technik, die dir zuzwinkert
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irata 05. Jul 2015

Einspruch! Ich halte nicht viel von der Uncanny Valley These (zu einseitig), aber im...

hackfin 03. Jul 2015

Wir werden also weniger Arbeitskräfte haben, die an der Rezeption stehen und freundlich...

TrollNo1 02. Jul 2015

Hatte ich auch schon, ich rede auf Englisch oder Französisch, der andere auf Deutsch...

Rababer 02. Jul 2015

Es gibt Leute die sprechen 15 Sprachen flüssig und empfangen Hartz4... man kann ja...



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