Hans Niemann: "Schach spricht für sich selbst"

Der US-Schachgroßmeister Hans Niemann hat sich erstmals nach den jüngsten Betrugsvorwürfen öffentlich geäußert. In einer Pressekonferenz nach seinem siegreichen Erstrundenspiel bei den US-Schachmeisterschaften in St. Louis erklärte Niemann, dass er im Streit mit Magnus Carlsen nicht nachgeben werde, wie der Guardian(öffnet im neuen Fenster) berichtet.
Niemann hatte in der ersten Runde der Meisterschaften gegen den 15-jährigen Christopher Yoo in 55 Zügen gewonnen(öffnet im neuen Fenster) . Niemann spielte mit den schwarzen Figuren. "Ich glaube, dass dieses Spiel eine Message an jeden ist" , sagte Niemann, dem einer jüngsten Untersuchung von Chess.com zufolge Betrug bei mehr als 100 Onlinepartien vorgeworfen wird.
"Diese ganze Sache hatte damit begonnen, dass ich sagte, dass Schach für sich selbst spricht. Ich denke, dass diese Partie für sich selbst gesprochen hat und gezeigt hat, was für ein Schachspieler ich bin" , sagte Niemann. "Die Partie hat außerdem gezeigt, dass ich nicht kleinbeigeben werde und mein bestes Schach spielen werde – egal, unter welchem Druck ich stehe. Das ist alles, was ich zu der Partie zu sagen habe."
Keine Antwort auf Nachfrage zu Betrugsvorwürfen
Niemann beendete das Interview anschließend mit den Worten "Schach spricht für sich selbst, das ist alles, was ich sagen kann" . Auf die Nachfrage eines Journalisten zu den Betrugsvorwürfen reagierte der Großmeister kurz ab: "Entschuldigung, aber das war's. Ich überlasse das Ihrer eigenen Interpretation."
Vorausgegangen waren Vorwürfe des Weltmeisters Magnus Carlsen, der im September 2022 erstmals angedeutet hatte, dass Niemann nicht sauber spiele. Anschließend gab Niemann Betrug bei zwei Onlinepartien bei Chess.com zu, verneinte weitere Schummeleien aber. Chess.com will anschließend festgestellt haben, dass Niemann in wesentlich mehr Partien betrogen habe. Der internationale Schachverband Fide will eine Untersuchungskommission einrichten, die sich mit den Vorwürfen befassen soll.