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Hannover Messe: Merz will westlichen 6G-Standard zusammen mit Trump

Merz will mit Trump den 6G-Standard setzen: "Lass uns das zusammen machen", sagte er zu Trump über eine Kooperation zwischen USA und Europa.
/ Achim Sawall
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Merz spricht auf der Hannover Messe im April 2026. (Bild: Hannover Messe / Screenshot: Golem)
Merz spricht auf der Hannover Messe im April 2026. Bild: Hannover Messe / Screenshot: Golem

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat sich auf der Hannover Messe für eine internationale Spaltung der Mobilfunkstandardisierung ausgesprochen. Er habe zu US-Präsident Trump gesagt(öffnet im neuen Fenster): "Ich habe ihm bei meinem letzten Besuch angeboten: Es gibt ein Thema, bei dem wir zusammen etwas machen könnten, was uns auch technologisch auf Augenhöhe miteinander souveräner machen könnte für die Zukunft. Und das ist 6G. Ich habe ihm gesagt, wenn du willst, machen wir das zusammen. Und dann sind wir stärker als alle anderen in der Welt."

Er habe "eine einigermaßen gute Beziehung zum amerikanischen Präsidenten, was nicht ganz einfach" sei. Dies sei wichtig, weil Deutschland, Europa und die USA so den "technologischen Standard" setzen würden: "Wir entscheiden über die Technologie. Wir setzen die Standards."

Laut Experten bringt Merz damit jedoch sein Halbwissen über die Standardisierung von Mobilfunk zum Ausdruck. Aktuell gibt es mit 3GPP eine globale Organisation, die an der 6G-Standardisierung seit längerem arbeitet. Die Internationale Fernmeldeunion – eine UN-Organisation – hatte zuvor den Rahmen abgesteckt, im Juni 2023 die IMT-2030-Vision verabschiedet und definiert, was 6G können muss.

Auch bei 4G und 5G wurde regional gestartet, man einigte sich dann auf den globalen Standard: unter 3GPP-Standardisierung, das heißt, unter europäischer Governance durch das European Telecommunications Standards Institute (ETSI).

Auch Höttges für westliches 6G

Merz hofft, dass Trump das Angebot annimmt: "Wenn er es nicht annimmt, dann versuchen wir es selbst. Das Selbstbewusstsein haben wir mittlerweile. Wir sind 450 Millionen Konsumenten in der Europäischen Union. Wir sind 100 Millionen mehr als die Vereinigten Staaten von Amerika. Ja, verdammt noch einmal, was hindert uns denn daran, dieses Selbstbewusstsein jetzt auch zu zeigen – und mit diesen Firmen hier zu zeigen, dass wir das können", so der Kanzler.

Auch Telekom-Chef Tim Höttges sagte kurz zuvor in Hannover über KI und Infrastrukturausbau: "Wir kriegen ja in der Zukunft vor allem mobile Anwendungen hinzu. Deswegen ist 6G wichtig. Deswegen arbeiten wir zurzeit auch so intensiv am westlichen 6G-Standard."

Der Standard muss laut Höttges besonders sicher sein, hier könnten die Europäer und die USA eine Vorreiterrolle spielen.


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