Handy-Rohstoffe: Für ein paar Krümel Gold

Fair-Trade-Produkte sind in Deutschland enorm gefragt - aber nicht im IT-Bereich. Woher die Rohstoffe in ihren Handys oder Computern kommen, ist für Kunden nicht nachvollziehbar. Drei Dokumentarfilme wollen das ändern.

Artikel veröffentlicht am ,
Goldschürfer in Dakwa, Ghana
Goldschürfer in Dakwa, Ghana (Bild: Reuters/Stringer)

"Wollt ihr, dass ich sterbe?" Vielleicht hat auch Ihr Computer damit zu tun, dass ein illegaler Goldschürfer in Ghana seine Existenz bedroht sieht. Der Dokumentarfilm Behind the Screen, aus dem diese Frage stammt und der am 27. April in Potsdam Festivalpremiere in Deutschland feiert, zeigt, woher das Gold für unsere Handys, Smartphones und Computer kommt. Wie andere Rohstoffe legt es einen langen Weg zurück, bis es in den Kommunikationsgeräten für die nördliche Hemisphäre landet - einen Weg, von dem die Kunden bislang nur wenig Notiz nehmen.

Inhalt:
  1. Handy-Rohstoffe: Für ein paar Krümel Gold
  2. Blood in the Mobile
  3. 'Schluss mit der Ausbeutung!'

Metalle, Gold, Lithium und Seltene Erden, Erze wie Coltan oder Mineralien wie Kassiterit - alle diese Rohstoffe werden von der Computerindustrie benötigt und irgendwo auf dem Weltmarkt eingekauft. Kein Unternehmen legt bisher die Handelsketten bis hin zu den Rohstoffen offen, wie unter anderem die NGO PC Global bemängelt. Auch eine Zertifizierung von Fair Trade gibt es im IT-Bereich bisher kaum - obwohl der Absatz von fair gehandelten Produkten in Deutschland boomt und 2011 um 18 Prozent gewachsen ist. Projekte wie das Projekt zur Herstellung fairer Elektronik PHeFE, die eine fair produzierte Computermaus ins Leben rufen wollen, sind Randerscheinungen.

Neben Behind the Screen spüren zwei weitere Dokumentarfilme den Ressourcen nach: Blood In The Mobile und Die Lithium-Revolution. Zusammen mit seinem Team (Sandra Heberling, Produktion, und Simon Fraissler, Kamera/Schnitt) hat sich Regisseur Stefan Baumgartner auf die Suche nach der Herkunft des Rohstoffs Gold begeben. Damit wolle er "Transparenz schaffen", sagt Stefan Baumgartner im Interview.

Die Goldgrube in Ghana

Behind the Screen beginnt seine Suche in Tarkwa in Ghana, bei einem Bauern. Er schaufelt in cyanidverseuchtem Boden nach ein paar Goldkrümeln und filtert sie mühsam über einen feinmaschigen Stoff aus.

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Gold braucht die IT-Branche wegen seiner Korrosionsbeständigkeit und der guten leitenden Eigenschaften. Der kostbare Rohstoff hat in Ghana Goldproduzenten auf den Plan gerufen, die die Bauern der Region abfinden wollen. Anglogold Asahanti und Goldfields heißen die großen Abbaufirmen. Anglogold Ashanti, der weltweit drittgrößte Goldproduzent, rühmt sich mit einem Profit von 3,1 Milliarden US-Dollar und einer verdoppelten Dividende. Goldfields verpflichtet sich in einem 14-seitigen Code of Ethics genannten Papier, nach der Devise "gesetzestreu, verantwortungsvoll und fair" zu handeln.

Davon bekommen die illegalen Goldschürfer in Behind the Screen rein gar nichts zu spüren. Ihr Land, das sie als Bauern bestellten und das zwischen den Gebieten der beiden Goldproduzenten liegt, wurde ihnen weggenommen. Seit elf Jahren warten sie auf eine Entschädigung, sagt Regisseur Stefan Baumgartner. Die Landwirtschaft ist unmöglich geworden, da der Boden durch das Cyanid, das beim Goldabbau verwendet wird, vergiftet ist. Das illegale Goldschürfen steht zwar unter Strafe, aber dem Goldschürfer, genannt Galamsey, bleibt nichts anderes als weiter zu graben, um etwas für seinen Lebensunterhalt zu verdienen.

Obwohl der wertvolle Rohstoff in Ghana liegt, hat der Galamsey fast nichts davon. Auch im Ursprungsland Ghana bleibt nur ein kleiner Teil des Gewinns.

Apple, Dell, Sony und HP haben die größten Gewinnmargen. Danach kommen die Festplattenhersteller, die Auftragsfertiger und am Ende der Kette steht der Arbeiter, sagt Christian Zeller, Professor für Wirtschaftsgeografie im Film.

"Surreale Szenen"

Stefan Baumgartner wählt für seinen Film eine distanzierte Perspektive, die vor allem den Betroffenen vor Ort zu Wort kommen lässt. "Natürlich waren viele surreale Szenen dabei, die man sich so nicht wirklich ausmalt", sagt Baumgartner.

Er habe beispielsweise in der Nähe einer Lagune auf einem Boden gedreht, der aus verschiedenen Schichten von Müll bestand, auf dem Kleinkinder krabbelten. Während sich Baumgartner als Filmemacher zurücknimmt und auf einen Sprecher oder persönlichen Kommentar verzichtet, ist genau das Gegenteil der Ansatz von Frank Piasecki Poulsen.

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Blood in the Mobile 
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Anonymer Nutzer 01. Mai 2012

Seltene Erden sind ein ganz anderes Thema, lassen sich aber nicht so schön...

Bouncy 30. Apr 2012

Neu bei Golem oder freier Redakteur? Den Leser im Artikel direkt anzusprechen...

AdmiralAckbar 30. Apr 2012

Die Rechte,um diese Dokumentationen zum Download anzubieten sind um einiges teurer als...

Llame 30. Apr 2012

hmm



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