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Goldschürfer in Dakwa, Ghana
Goldschürfer in Dakwa, Ghana (Bild: Reuters/Stringer)

'Schluss mit der Ausbeutung!'

Mit der jahrhundertelangen Ausbeutung seiner Rohstoffe will ein anderer potenzieller Lieferant eines für IT-Geräte bedeutenden Rohstoffes Schluss machen: Bolivien. Das Land wolle nicht mehr "Rohstofflieferant für ein paar Pesos" sein, sagt der ehemalige Minister Luis Alberto Echazu in dem Dokumentarfilm Die Lithium-Revolution. Bolivien besitzt mindestens ein Drittel des weltweiten Lithium-Vorkommens, das für die begehrten Lithium-Ionen-Akkus gebraucht wird.

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In Salzseen liegt der Stoff auf über 3.600 Metern zum Beispiel im Salare de Uyuni. Lithium gibt es nicht im Reinzustand, sondern nur in Verbindung mit anderen Mineralien. Noch ernten die Indianer hier nur einfaches Salz mit Schaufel und Schubkarre. Das ungelöste Lithium wird hier noch nicht wie in den Nachbarländern Chile und Argentinien industriell abgebaut.

"Die Firmen haben lange gebraucht, das zu begreifen, sie dachten, es wäre die Position eines einzelnen Ministers, aber es ist die Haltung der gesamten Regierung und des Präsidenten Morales", erklärt Echazu. Das Land habe ein eigenes Projekt mit staatlicher Unterstützung zur Lithium-Gewinnung beschlossen - auch wenn es damit das internationale Rennen um die Lithiumherstellung vielleicht nicht gewinnen werde. "Schluss damit, dass im Land nur ein kleiner Teil des großen Reichtums bleibt, ohne dass sich die Wissenschaft und die Technik weiterentwickeln!"

Code im Gestein

Können Hersteller von Kommunikationsgeräten überhaupt nachverfolgen, wo und unter welchen Umständen die Rohstoffe für ihre Produkte gewonnen werden?

Das sei unmöglich, sagt ein Sprecher von Nokia Poulsen in Blood in the Mobile. "Es gibt keine Kennzeichnung." In Hannover in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe ist es aber sehr wohl möglich, eine Probe zuzuordnen. Jedes Körnchen kann auf seinen geologischen Fingerabdruck hin untersucht werden, da das bestimmte Alter des Minerals genauen Aufschluss über seinen Ursprungsort gibt.

Von dieser Lösung des geologischen Fingerabdrucks hält die NGO Global Witness allerdings nichts, da die Ergebnisse zu lange auf sich warten lassen. Die Organisation, die versucht, den Zusammenhang zwischen Bodenschätzen und bewaffneten Konflikten aufzudecken, schlägt eine einfache Lösung vor: Die Elektronikindustrie soll ihre Zuliefererkette veröffentlichen.

USA zwingen Hersteller zu Transparenz

Mehr Transparenz bedeutet für die Industrie aber, Vertrauliches preiszugeben, was den Wettbewerb gefährdet. Die USA setzen daher nicht auf Freiwilligkeit, sondern auf Gesetze: Im August 2010 wurde vom US-Kongress ein Gesetz verabschiedet, welches die Elektronikindustrie verpflichtet, die Quellen der Mineralien von in den USA verkauften Produkten anzugeben. Das ist ein Anfang, aber wird es die Produzenten daran hindern, weiter sogenannte Konfliktmineralien zu verwenden?

"Gesellschaften entwickeln sich nur langsam", sagt der Direktor der Abteilung soziale Verantwortung von Nokia in Blood in the Mobile. Die drei Dokumentarfilme versuchen, beim Kunden ein Bewusstsein für die Problematik zu schaffen. Er wünsche sich, dass es "zu einer Selbstreflexion kommt, dass das eigene Konsumverhalten hinterfragt wird und bei dem ein oder anderen eine politische Partizipation stattfindet", sagt Regisseur Baumgartner. Denn eigentlich wäre es doch ganz einfach, wie Regisseur Poulsen bei der Verleihung des Cinema-For-Peace-Preises in Berlin sagte: "Wenn wir nur einen fairen Preis für die Rohstoffe der Dritten Welt bezahlen würden, dann hätten diese keine Probleme mehr."

Nachtrag vom 30. April 2012, 14.37 Uhr Behind the Screen wurde am Abend des 29. April 2012 beim 41. Internationalen Studentenfilmfestival der HFF Konrad Wolf mit dem Focus Award Sustainability ausgezeichnet. Der Preis, der mit 2500 Euro dotiert ist, wird an Filme vergeben, die sich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzen. Das Preisgeld wird vom Deutschen Bundestag getragen.

Behind the Screen von Stefan Baumgartner läuft am Freitag, dem 27. April um 18 Uhr im Thalia 2, Potsdam.

Blood in the Mobile von Frank Piasecki Poulsen, Deutschland 2010, wurde erstmals bei Arte am 11. April 2012 ausgestrahlt, zuvor lief der Film schon unter dem Titel Blutige Handys im WDR in einer 52-minütigen Version.

Die Lithium-Revolution von Andreas Pichler, Deutschland 2012, lief am Dienstag, dem 10. April 2012 auf Arte.

 Blood in the Mobile

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Anonymer Nutzer 01. Mai 2012

Seltene Erden sind ein ganz anderes Thema, lassen sich aber nicht so schön...

Bouncy 30. Apr 2012

Neu bei Golem oder freier Redakteur? Den Leser im Artikel direkt anzusprechen...

AdmiralAckbar 30. Apr 2012

Die Rechte,um diese Dokumentationen zum Download anzubieten sind um einiges teurer als...

Llame 30. Apr 2012

hmm

Eheran 29. Apr 2012

Danke für diese Information. Also ist es auf dauer nicht harmlos, die Kerne von Frückten...



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