Handy am Steuer: Gericht bestätigt Apples Unschuld an tödlichem Autounfall

Apple handelt nicht grob fahrlässig, weil das iPhone Autofahrer während der Fahrt ablenken kann. Das ist die Begründung für eine Klageabweisung eines US-Gerichts. Die Kläger hatten beantragt, Apple eine Mitschuld bei einem tödlichen Verkehrsunfall zu geben.

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US-Gericht: Apple handelt nicht grob fahrlässig, wenn sich Autofahrer während der Fahrt durch das iPhone ablenken lassen.
US-Gericht: Apple handelt nicht grob fahrlässig, wenn sich Autofahrer während der Fahrt durch das iPhone ablenken lassen. (Bild: Pexels)

Viele Autofahrer verwenden das Smartphone auch während der Fahrt, was durch die Ablenkung zu Unfällen führt. Ein kalifornisches Gericht verneinte nun eine Mitschuld von Apple bei einem Fall, bei dem ein Mensch ums Leben kam. Die Angehörigen sahen bei Apple eine grobe Fahrlässigkeit, weil das Unternehmen keine Maßnahmen ergriffen habe, um den Fahrer vor Ablenkung durch sein iPhone zu schützen.

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Die Kausalkette der Klägerseite sei zu brüchig, so die Begründung der Richterin am Superior Court of California, County of Santa Clara. Ars Technica hatte die vorläufige Urteilsbegründung (PDF) veröffentlicht.

Die Gegenseite argumentierte, dass Apple eine Technik entwickelt habe, um bestimmte Funktionen des Smartphones automatisch zu deaktivieren. Apple halte sogar seit 2014 ein Patent auf eine solche Technik. Das Unternehmen weigere sich aber aus Sorge, Marktanteile zu verlieren, diese Technik einzusetzen.

Seitdem iOS 11 im Juni 2017 angekündigt wurde, ist die Aussage, dass Apple sich nicht um die Fahrsicherheit kümmere, künftig kaum noch aufrechtzuerhalten. In iOS 11 wird eine Nicht-stören-Funktion eingebaut, die verhindert, dass der Fahrer eingehende Nachrichten, Anrufe oder Hinweise von Apps erhält. Die sogenannte Do-not-distract-Funktion kann freiwillig aktiviert werden: Sie erkennt automatisch, ob das iPhone im Auto unterwegs ist und schaltet alle Benachrichtigungen auf stumm. Auch das Display bleibt dunkel, wenn eine Nachricht eingeht.

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Apple könne keinerlei Fahrlässigkeit unterstellt werden, so die Richterin weiter. Dem Unternehmen seien keine Fürsorgepflichten gegenüber dem Kläger aufzuerlegen.

Apple ist schon öfter verklagt worden, weil Autofahrer abgelenkt wurden und dann verunglückt sind. Ein US-Amtsgericht in Texas hatte bereits eine Klage gegen Apple fallengelassen. Die Angehörigen eines fünfjährigen Kindes hatten versucht, Apple zu verklagen (PDF), weil ihre fünfjährige Tochter im Dezember 2014 bei einem Autounfall ihr Leben verlor. Ein Autofahrer, der mit dem Auto der Eltern kollidierte, hatte während der Fahrt Facetime verwendet.

Eine Untersuchung des Automobilclubs von Deutschland (AvD) hat ergeben, dass 53 Prozent der Befragten während der Fahrt schon Nachrichten eingetippt und sogar 72 Prozent Nachrichten gelesen haben.

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