Hands on Ubuntu für Android: Der Linux-Desktop auf Smartphones zum Mitnehmen
Canonical hat zum ersten Mal Ubuntu für Android im Einsatz auf einem Smartphone gezeigt. Was Golem.de sehen konnte, gefiel uns, wenngleich die Arbeitsgeschwindigkeit noch nicht optimal ist. Leider wird Ubuntu nicht als einzelnes Android-Paket angeboten. Wer es haben will, muss auf die damit ausgerüsteten Geräte warten.

Smartphone-Nutzer sollen mit Ubuntu für Android ihren Desktop einfach mitnehmen können. Über ein Dock oder direkt über den HDMI-Ausgang wird das Smartphone an einen Monitor samt Maus und Tastatur angeschlossen. Dann steht der komplette Ubuntu-Desktop zur Verfügung, während zugleich Android läuft.
Noch nicht flott
Beim kurzen Antesten von Ubuntu fiel uns recht schnell auf, dass das System nicht auf einem Desktop, sondern auf einem Smartphone mit Dual-Core-Prozessor arbeitet. Mitunter gibt es kurze Wartezeiten, bis eine Anwendung startet. Dies ist sicherlich auch dem frühen Status der Software geschuldet.
An vielen Stellen, insbesondere in den Systemeinstellungen, war gut sichtbar, dass die Entwickler noch einiges anpassen müssen. Ansonsten funktioniert Ubuntu aber gut. Ist eine Anwendung erst einmal gestartet, wie beispielsweise der Browser, surft es sich recht flott.
Mindestens zwei Kerne
Als Hardwareanforderungen nennt Canonical eine Dual-Core-CPU mit 1 GHz, 512 MByte RAM, einen HDMI-Ausgang, Unterstützung des USB-Host-Modus für Peripherie wie Tastatur und Bildschirm sowie eine GPU zur Grafikbeschleunigung. Dabei läuft Ubuntu sowohl auf x86- als auch auf ARM-Prozessoren.
Ubuntu für Android soll sich leicht in bestehende Smartphones integrieren lassen und Kunden einen Grund liefern, zu Smartphones mit mehr CPU- und Grafikleistung sowie mehr Arbeitsspeicher zu greifen. Canonical hofft, auf diesem Weg Hersteller von Android-Smartphones und Mobilfunknetzbetreiber dazu zu bringen, Ubuntu mit ihren Android-Smartphones auszuliefern.
Thin-Client-Ersatz mit Telefon und SMS
Gezeigt wurde auch eine Remote-Verbindung. Das ist praktisch, wenn etwa Windows-Anwendungen wie Microsoft Office genutzt werden müssen. Der Ubuntu-Desktop ist für Apps von Adobe, Citrix und VMWare zertifiziert. So können die Smartphones als Thin-Client genutzt werden und dedizierte Thin-Clients ersetzen.

Beide Systeme, Android und Ubuntu, teilen sich zudem das Adressbuch und den Kalender. Fotos, die mit dem Smartphone aufgenommen wurden, können unter Ubuntu auf dem Gerät bearbeitet und wieder auf dem Telefon gespeichert werden. Auch der Versand von SMS und das Führen von Telefonaten ist unter Ubuntu für Android möglich. Alle wichtigen Daten werden in Echtzeit mit dem Desktoprechner abgeglichen.
Der Dockprozess selbst ist unproblematisch. Das Smartphone wird ins Dock gesteckt und nach kurzer Wartezeit erscheint Ubuntu auf dem externen Monitor. Drahtlose Maus und Tastatur funktionierten auf Anhieb.
Nicht zum Selbstinstallieren
Erste Android-Geräte mit installiertem Ubuntu soll es noch dieses Jahr geben. Ein Download samt Selbstinstallation ist nicht vorgesehen. Laut Canonical ist das wegen der starken Integration in Android nicht möglich. Es soll sowohl Geräte mit Android 2.3 alias Gingerbread als auch 4.0 alias Ice Cream Sandwich geben. Das ist letztendlich den Partnern überlassen. Schwieriger soll eine Integration in das neue Android nicht sein.
Weitere Informationen gibt es unter ubuntu.com/android(öffnet im neuen Fenster) .
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