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Hands on Toughpad 4K: Dünnes 20-Zoll-Windows-Tablet mit 3.840 x 2.560 Pixeln

Ifa 2013
Mit dem Toughpad 4K hat Panasonic sein erstes Tablet mit besonders hoher Auflösung vorgestellt. Es hat einen Intel-Core-i-Prozessor und ist nur 12,5 mm dünn. Golem.de konnte sich das Gerät mit dedizierter Nvidia-Grafik und ungewöhnlicher Stifttechnik bereits anschauen.
/ Andreas Sebayang
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Das neue Toughpad von Panasonic mit 4K-Auflösung (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
Das neue Toughpad von Panasonic mit 4K-Auflösung Bild: Andreas Sebayang/Golem.de

3.840 x 2.560 Pixel bietet Panasonics neues Toughpad und wird deswegen als Toughpad 4K verkauft. Das auf Intel-Technik und Windows 8.1 aufsetzende Tablet ist allerdings kein Begleiter für unterwegs, denn die Bildschirmdiagonale ist mit 20 Zoll ziemlich groß. Das Seitenverhältnis ist im ungewöhnlichen 15:10-Format und nicht 16:10 oder 16:9, wie es sonst bei Notebooks und Tablets üblich ist. Panasonic wollte ein A3-Papier mit dem Panel abdecken können.

Toughpad 4K – Hands On (Ifa 2013)
Toughpad 4K – Hands On (Ifa 2013) (01:23)

Das Display nennt Panasonic ein IPS-Alpha-Display, das trotz seiner Größe und der vielen anzusteuernden Pixel energiesparend sein soll. Es ist trotzdem noch hell und bietet gute Einblickwinkel. Die Technik bietet größere Öffnungen für das Licht, das durch die Subpixel muss. Ein IPS-Alpha-Panel in 4K ist laut Panasonic vergleichbar mit der Leistungsaufnahme eines herkömmlichen IPS-2K-Panels. Dem Hersteller ist dabei eine sehr dünne Konstruktion gelungen. Nur 12,5 mm misst das Tablet. Mit einem Gewicht von 2,36 kg ist es zudem im Vergleich zu anderen Tablets dieser Größenordnung recht leicht. Vor allem aufgrund der Displaygröße ist es nur eingeschränkt transportabel. In einen Notebookrucksack passt das Gerät in der Regel nicht. In einem Büro lässt sich das Gerät aber angenehm von einem Platz zum anderen transportieren.

Pixelgenaue Stifttechnik mit Infrarotsensor

Für Zeichnungen nutzt Panasonic eine Stifttechnik von Anoto, die sich erheblich von der Digitizer-Technik von Wacom oder N-Trig unterscheidet. Die hat zunächst überraschende Nachteile. Der Stift wird per Bluetooth gekoppelt und hält nur sechs Stunden durch. Wacoms Stiftsystem ist passiv und wird über das Display mit Strom versorgt. Das war auch bei älteren N-Trig-Stiften so, bis N-Trig auf AAAA-Batterien wechselte, die aber Monate durchhalten. Der Nutzer eines Anoto-Stifts muss also ständig aufpassen, dass der Akku nicht leer ist.

Per USB kann der Stift in zwei Stunden geladen werden. Für diese erheblichen Nachteile bekommt der Nutzer laut Panasonic 0,1 mm Stiftpräzision dank einer integrierten Infrarotkamera. Zudem wird die Konstruktion des Tablets dünner, das heißt in der Theorie auch, dass der Parallax-Effekt weniger deutlich ausgeprägt ist, der bei herkömmlichen Digitizern und unterschiedlichen Positionierungen stören kann. Der Anoto-Stift spart so 3,5 mm zwischen Panel und Glasoberfläche, so Panasonic. Zudem bietet er 2.048 Druckstufen und muss nicht kalibriert werden. Mit 35 Gramm ist der Stift noch recht leicht, allerdings auch ziemlich dick. Beim Ausprobieren fiel uns dann auch auf, wie nah die Stiftspitze am eigentlichen Panel ist. Die Prototypen waren allerdings noch in einem frühen Zustand, so dass der Stift nicht final beurteilt werden kann. Einen Versatz zur Stiftspitze konnten wir jedenfalls sehen. Der ist konstant und der Nutzer muss sich erst einmal daran gewöhnen.

Toughpad 4K soll später zwei Stifte unterstützen

In der Zukunft soll das Toughpad 4K auch zwei Stifte unterstützen. Im Moment funktioniert jedoch nur ein Stift. Wie bei Tablets üblich, bietet das Toughpad die Erkennung von bis zu zehn Fingern, so dass Teamarbeit an dem großen Display möglich ist. Zumindest auf dem Desktop wird das in den Standardeinstellungen allerdings erschwert. Die 4K-Auflösung wirkt auch auf dem 20-Zoll-Bildschirm noch sehr klein, und Bedienungselemente unter Windows 8.1 zu treffen, war für uns eine Herausforderung. Die Kacheloberfläche funktionierte hingegen, wie zu erwarten war, ziemlich gut mit der Auflösung.

Als Toughpad ist das Gerät robust. Panasonic geht davon aus, dass es einen Sturz aus einer Höhe von 76 cm übersteht. Es wird bei Panasonic in die Klasse Business Ruggedized eingestuft, der Anwender sollte also dennoch sorgsam mit dem Gerät umgehen.

Im Inneren arbeitet Notebook-Technik. Dazu gehört ein Core i5-3437U(öffnet im neuen Fenster) . Außerdem hat das Toughpad 4K einen dedizierten Geforce-745M-Chip (2 GByte Grafikspeicher) von Nvidia. Der Arbeitsspeicher liegt entweder bei 4 oder 8 GByte. Die interne SSD wird mit 128 oder 256 GByte ausgeliefert.

Die Akkulaufzeit gibt Panasonic nur unter Last an. Das Gerät soll bei Benutzung rund 2 Stunden mit einer Akkuladung durchhalten.

Dockingstation bietet Booten über das Netzwerk an

Über eine Dockingstation können weitere Schnittstellen angebunden werden. Darüber sind dreimal USB 3.0, HDMI und Ethernet möglich. Panasonic bietet nur Fast-Ethernet mit 100 MBit/s. Der Port kann dafür für PXE-Boot-Umgebungen verwendet werden. Integriert sind ein USB-3.0-Anschluss, ein SDXC-Kartenleser und bei einigen Varianten auch ein Smartcard-Lesegerät. Zudem hat das Gerät Bluetooth 4.0 (EDR aber ohne LE) und Dual-Band-WLAN (802.11a/b/g/n).

Panasonic will das Toughpad 4K im November 2013 mit Windows 8.1 Pro vorinstalliert auf den Markt bringen. Der Einstiegspreis liegt bei 4.500 Euro für die kleinste Ausstattung, die schon den Stift beinhaltet. Der Stift wird auch einzeln angeboten und kostet etwa 200 Euro.


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