Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Hands on Tegra Note: Kleines Tablet mit schnellem Prozessor und Eingabestift

MWC2014
Nvidia will sein Tegra Note noch im März 2014 nach Deutschland bringen. Der Siebenzöller kommt mit starker Hardware und eignet sich dank eines guten Eingabestiftes auch für Notizen und Zeichnungen. Mittels einer Softwarelösung ist die kapazitive Stifteingabe sogar druckempfindlich.
/ Tobias Költzsch
54 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Das Tegra Note von Nvidia (Bild: Fabian Hamacher/Golem.de)
Das Tegra Note von Nvidia Bild: Fabian Hamacher/Golem.de

Mit dem Tegra Note bringt Nvidia ein handliches Android-Tablet auf den Markt, das sich sowohl für Spiele als auch für alltägliche Anwendungen eignen soll. Neben einem schnellen Prozessor und guten Frontlautsprechern hat das Tablet einen Eingabestift, der sich im Gehäuse verstauen lässt und der trotz kapazitiver Technologie auf Druck reagiert. Dies erreicht Nvidia durch eine spezielle Software.

Nvidia Tegra Note - Hands on (MWC 2014)
Nvidia Tegra Note - Hands on (MWC 2014) (00:57)

Zieht der Nutzer den Stift aus dem gut verarbeiteten Gehäuse aus mattem Kunststoff, öffnet sich ein Pop-up-Menü mit einer Auflistung der für die Stifteingabe geeigneten Apps. Auf dem beim Mobile World Congress 2014 gezeigten Modell sind dies ein Schreibprogramm und eine App zum Zeichnen. Der Stift hat eine Gummispitze, die der eines Textmarkers ähnelt. Die Stifteingabe erfolgt kapazitiv, also wie die Eingabe mit dem Finger - Funktionen wie den Digitizer der Galaxy-Note-Modelle hat der Nvidia-Stift nicht. Hierzu zählt die Erkennung des Stiftes, während dieser noch über dem Bildschirm schwebt.

Dank Software druckempfindlich

Nvidia hat beim Tegra Note jedoch durch eine spezielle Software dafür gesorgt, dass der Nutzer die gezeichneten Linien durch erhöhten Druck dicker machen kann - dies ist normalerweise mit kapazitiven Stiften nicht möglich. Das Tablet erkennt, wenn sich die durch den Stift eingegebene Fläche vergrößert - daraus errechnet das Tablet die Verbreiterung der gezeichneten oder geschriebenen Eingabe.

In der Praxis funktioniert das ziemlich gut, so dass auf den ersten Blick nicht zu erkennen ist, dass es sich um einen kapazitiven Eingabestift handelt. Zeichnungen profitieren auch von der speziell geformten Spitze des Stiftes - damit lässt sich deutlich besser arbeiten als mit vielen anderen kapazitiven Stiften.

7-Zoll-Display und Tegra 4

Das Display des Tegra Note ist 7 Zoll groß und hat eine Auflösung von 1.280 x 800 Pixeln. Bildschirminhalte werden noch ausreichend scharf dargestellt, die Farbwiedergabe ist natürlich. Im Inneren des Tablets arbeitet ein Tegra-4-Quad-Core-Prozessor mit fünf Cortex-A15-Kernen, wovon einer hauptsächlich für Hintergrundanwendungen genutzt wird. Der Flash-Speicher ist 16 GByte groß, ein Steckplatz für Micro-SD-Karten bis 32 GByte ist eingebaut. Beim Nvidia Shield kann der Nutzer Apps auf die SD-Karte verschieben - vermutlich wird Nvidia dies auch beim Tegra Note ermöglichen.

Die LTE-Version des Tegra Note unterstützt neben WLAN auch Quad-Band-GSM, UMTS und LTE. Für die LTE-Unterstützung nutzt Nvidia seinen neuen LTE-Chip i500. Dieser ist ein softwarebasiertes Modem, was bedeutet, dass die benötigten LTE-Frequenzen je nach Region einfach aufgespielt werden. Verschiedene LTE-Modems mit unterschiedlichen Frequenzausstattungen sind demnach nicht mehr nötig - das Tegra Note für Nordamerika unterscheidet sich vom Chipsatz nicht von dem europäischen oder asiatischen Modell.

Mapping-Software für externe Controller

Das Tegra Note läuft flüssig in den Menüs, auch grafisch anspruchsvolle Spiele stellen den Prozessor vor keine großen Probleme. Nutzer können Spiele auch mit einem Bluetooth-Gamepad bedienen: Mit Nvidias Mapping-Software Gamepad Mapper kann wie bei Archos' Gamepads jeder Bedienfläche auf dem Display ein physischer Button zugeordnet werden. Dadurch dürften sich fast alle Games spielen lassen.

Die Lautsprecher hat Nvidia auf der Vorderseite eingebaut. Hält der Nutzer das Tablet im Querformat, befindet sich links und rechts vom Display jeweils ein Lautsprecher. Der Sound soll dank einer speziellen Bassreflexkonstruktion voller klingen; tatsächlich hört sich die Tonausgabe gut an und bietet einen deutlich wahrnehmbaren Stereoeffekt. Dies dürfte nicht nur beim Spielen, sondern auch bei der Betrachtung von Videos zur Geltung kommen.

5-Megapixel-Kamera und aktuelles Android

Auf der Rückseite des Tablets ist eine 5-Megapixel-Kamera eingebaut, auf der Vorderseite eine VGA-Webcam für Videotelefonie. Die Qualität der Hauptkamera konnten wir am Messestand nicht abschließend beurteilen.

Das Tegra Note kann dank des eingebauten HDMI-Ausgangs einfach an einen externen Monitor angeschlossen werden. Ausgeliefert wird es mit Android in der aktuellen Version 4.4.2 alias Kitkat, an dem Nvidia kaum Änderungen vornimmt. Updates werden wie beim Shield direkt von Nvidia kommen. Im Gespräch mit Golem.de erklärte ein Unternehmenssprecher, dass künftig auch für das Tegra Note eine Streaming-Möglichkeit ähnlich der des Shield kommen könnte.

Fazit

Nvidia liefert mit dem Tegra Note ein interessantes kleines Tablet, das dank des guten Prozessors, der flüssigen Bedienung und des Eingabestiftes dem Nexus 7 und auch dem Galaxy Note 8.0 Konkurrenz machen könnte. Den kapazitiven Stift hat Nvidia gut durch seine Softwarelösung aufgewertet, auf den ersten Blick unterscheidet sich die Stifteingabe nicht von der eines Galaxy-Note-Gerätes.

Mit einer eigenen Mapping-Software und der Aussicht auf ein mögliches Streaming wie beim Nvidia Shield ist das Tegra Note besonders für Spieler interessant. Der eingebaute Prozessor hat genügend Leistungsreserven, um auch anspruchsvolle Spiele flüssig darzustellen.

Nvidia möchte das Tegra Note in der WLAN-Version im März 2014 in Deutschland auf den Markt bringen. Die LTE-Variante soll wenige Wochen später kommen. Offizielle Euro-Preise konnte uns der Hersteller noch nicht verraten. Ein Sprecher meinte jedoch, dass die bereits genannten US-Preise - 200 US-Dollar ohne Steuern für das WLAN-Modell, 300 US-Dollar ohne Steuern für die LTE-Version - in etwa den Euro-Preisen entsprechen dürften.


Relevante Themen