Hands on Sailfish OS: Intelligenter Baukasten zum Basteln und Portieren

Auf dem Jolla läuft eine moderne Linux-Distribution mit Systemd, Btrfs, Qt5 und Wayland. Dank eingebauter Terminals und Root-Zugriff kann das System entdeckt, erweitert und leicht verändert werden. Zudem wird klar, wie es Sailfish OS auf Android-Telefone schaffen kann.

Artikel veröffentlicht am ,
Jolla mit Sailfish OS
Jolla mit Sailfish OS (Bild: Fabian Hamacher/Golem.de)

Binnen weniger Minuten lässt sich das Jolla-Smartphone vom gleichnamigen Hersteller in den Entwicklermodus versetzen. Anwender können dadurch eine eingebaute Terminal-App verwenden oder via SSH auf das Gerät zugreifen. Das ermöglicht Einblicke in die Funktionsweise des Betriebssystems Sailfish OS, was einerseits für Verwunderung sorgt, aber auch einige geniale technische Ideen offenlegt, wie die Kombination aus Android und Linux-Distribution.

Android oder Linux-Distribution?

Inhalt:
  1. Hands on Sailfish OS: Intelligenter Baukasten zum Basteln und Portieren
  2. Mer für Konsolenfreaks

Klassischerweise wird unter dem Begriff Linux-Distribution die Kombination aus Linux-Kernel und GNU-Userspace verstanden, weshalb die FSF und Richard Stallman auch auf die Bezeichnung GNU/Linux für Betriebssysteme dieser Art bestehen. Wegen starker Veränderungen am Kernel, eines eigens erstellten Userspaces und des massiven Einsatzes von Java wird Android jedoch meist als etwas anderes angesehen.

Sailfish OS schafft es dennoch, eine Verbindung zwischen diesen beiden Welten herzustellen. Das liegt hauptsächlich an der Arbeit des Mer-Projektes, das als Middleware zwischen Hardware-Adaption und Benutzeroberfläche fungiert. Mer fasst viele wichtige Programme wie Standardbibliotheken, Compiler oder auch Paketverwaltung zu einer Distribution zusammen, der lediglich der Kernel fehlt.

Libhybris verbindet

Der Kernel kann aus dem Linux-Hauptentwicklungszweig erstellt werden, wenn die vorhandene Hardware unterstützt wird, wie bei Community-Ports für Nokias Entwicklerhandy N950 oder seinem kommerziellen Ableger N9. Darüber hinaus kann aber auch ein Android-Kernel samt Treibern mit Mer verwendet werden. Möglich macht das Libhybris, die Aufrufe zwischen Googles Bionic- und der GNU-Standard-C-Bibliothek Glibc übersetzt. Auf ähnliche Weise können mit Libhybris auch die EGL-Aufrufe zwischen Android-Grafikstack und Wayland übersetzt werden. Der Libhybris-Erfinder Carsten Munk ist Mitbegründer von Jolla und Technikchef des Unternehmens.

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So lässt sich auch verstehen, warum Jolla-Chef Tomi Pienimäki verkündet, Sailfish OS könne auf jedes Android-Gerät portiert werden. Denn technisch ist das prinzipiell kein Problem, schließlich arbeitet auch auf dem Jolla ein Android-Kernel. Ob dazu aber alle Dateien bis auf den Kernel gelöscht werden müssen oder ob ein Dual-Boot möglich sein wird, ist noch nicht bekannt.

Gewöhnlicher Android-Kernel und Alien Dalvik

Der auf dem Jolla eingesetzte Kernel trägt die Versionsnummer 3.4.0 und basiert damit auch auf dem aktuell von Google für Kitkat verwendeten Kernel. Anwender, die über das Terminal auf Sailfish OS darauf zugreifen, bemerken dies aber auf den ersten Blick nicht. Lediglich die nur drei Einträge umfassende Modul-Liste, die Lsmod liefert, die Android-typischen Ordner /data und /system im Wurzelverzeichnis und die zahlreich vorhandenen Wakelocks deuten darauf hin.

Um auch Android-Apps auf dem Jolla auszuführen, kommt das wenig bekannte Alien Dalvik der Myriad Group zu Einsatz. Dieser proprietäre Ersatz für Googles Dalvik ist bereits vor fast drei Jahren vorgestellt worden. Präsentiert wurde Alien Dalvik damals auf einem N900 mit Maemo mit der Aussicht, dies auch auf Meego zu portieren. Beide Systeme sind direkte Vorläufer von Mer.

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Mer für Konsolenfreaks 
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florifreeman 24. Nov 2014

Das muss nach einem Jahr noch einmal klar gestellt werden: Der Unterbau ist KEIN Android...

486dx4-160 08. Jan 2014

Die Karten sind gut, der Routenplaner von N9 ist auch ok, insofern ist das eben der...

tanren 19. Dez 2013

Also ich muss sagen vom optischen her gefällt mir die Sailfish Oberfläche überhaupt...

MistelMistel 17. Dez 2013

Hmm... Amazon liefert noch keine Bomben... Sonst hätt ich Dir da was via Amazon Prime Air...



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