Hands on Panasonic Toughpad: 5-Zoll-Smartphone für den harten Einsatz

Der japanische Hersteller Panasonic zeigt auf dem Mobile World Congress (MWC) 2014 ein neues Modell seiner Toughpad-Reihe: Das in Europa noch unbenannte 5-Zoll-Gerät hat ein stabiles Gehäuse, ist wasserfest und bietet Extras wie einen eingebauten Barcode-Scanner. In Japan ist das Gerät bereits unter dem Modellnamen FZ-E1 beziehungsweise FZ-X1 offiziell vorgestellt worden. Wie bei den anderen Toughpads(öffnet im neuen Fenster) liegt der Zielmarkt im Outdoor-Bereich, beispielsweise bei Rettungs- und Sicherheitsdiensten oder Logistik.

Das Toughpad ist aufgrund seines Magnesiumskeletts und dem darüber angebrachten Schutz aus nachgebendem Kunststoff gegen Stürze aus bis zu drei Metern und Temperaturschwankungen zwischen -20 und +60 Grad nach dem militärischen Standard MIL-STD-810G geschützt. Dadurch ist es deutlich größer, dicker und schwerer als ein herkömmliches Smartphone: Die Maße betragen 165 x 87 x 31 mm, das Gerät wiegt vergleichsweise schwere 430 Gramm. Das Smartphone ist zudem nach IP65 und IP68 wasser- und staubdicht: Der Wasserschutz nach IPX8 bedeutet, dass das Toughpad theoretisch ohne Zeitlimit unter Wasser getaucht werden kann.






Am linken Rand ist ein frei konfigurierbarer Knopf angebracht. Unterhalb des Displays befinden sich drei weitere Knöpfe: Bei der Android-Version des Smartphones können diese ebenfalls mit beliebigen Funktionen belegt werden, beim Windows-Gerät sind es die Windows-Standardtasten. Beim Android-Vorführgerät konnte über die drei Tasten der Bildschirm deaktiviert, der Barcode-Scanner eingeschaltet und ein Einstellungsmenü aufgerufen werden.
Barcode-Leser und Platz für Zusatzmodule
Der Barcode-Leser gehört zur Standardausstattung des 5-Zoll-Toughpads. Generell ist die Ausstattung beim neuen Modell soweit fix, anders als beim FZ-G1 kann der Kunde keine Komponenten frei wählen. Dafür können Zusatzmodule wie ein Kartenleser mit dem Gerät verbunden und direkt an das Gehäuse angeschraubt werden.
Das Gehäuse bietet zudem zwei Metallführungen, über die das Toughpad in eine Halterung gesteckt werden kann. Laut Panasonic ist dies unter anderem für den Einsatz bei Rettungsdiensten gedacht, die das Gerät auf diese Weise in eine Dockingstation im Fahrzeug stecken. Eine Kontaktleiste auf der Unterseite verbindet das Smartphone mit der Dockingstation.
Drei Mikrofone und verbesserte Kamera
Das neue Toughpad-Modell hat zwei Lautsprecher, die mit einer Lautstärke von 100 Dezibel auch in lauten Umgebungen gut zu hören sein sollen. Um störungsfreie Telefonate und Aufnahmen sicherzustellen, hat das Gerät drei Mikrofone: zwei für die Tonaufnahme auf der Vorderseite und eines auf der Rückseite, das ausschließlich Störungen herausfiltert.






Die rückseitige Kamera hat Panasonic verglichen mit dem FZ-G1 deutlich verbessert. Sie bietet mit 8 Megapixeln eine bessere Bildqualität, das große LED-Fotolicht sorgt für eine gute Ausleuchtung dunkler Motive. Panasonic hat bei der Kamera auf Kundenwünsche gehört: In vielen Branchen sind Fotos mittlerweile fester Bestandteil von Berichten oder Schadensmeldungen, weshalb die Qualität der Bilder entscheidend ist.
Das Toughpad liegt wuchtiger als normale 5-Zoll-Smartphones in der Hand - Panasonic ist sich momentan selbst noch nicht sicher, ob das Gerät eher ein Smartphone, ein Tablet oder ein Handheld ist. Vom geplanten Einsatzzweck ist das Touchpad kein reines Smartphone - eher ein kleines Tablet mit Telefonfunktion. Dank des gummierten Gehäuses lässt sich das Gerät gut halten, die Ergonomie ist der Hand angepasst. Auch mit nassen Händen dürfte das Toughpad nicht aus der Hand rutschen.
Helles 720p-Display
Das Display hat eine Auflösung von 1.280 x 720 Pixeln und stellt Bildschirminhalte ausreichend scharf dar. Die Farben wirken intensiv, aber nicht unnatürlich. Dank einer maximalen Helligkeit von 500 cd/qm dürfte das Display auch bei heller Umgebungsbeleuchtung gut zu lesen sein. Nutzer können den Touchscreen auch mit Handschuhen störungsfrei bedienen, oder wenn das Display beziehungsweise die Finger nass sind - bei Regen beispielsweise.
Der Akku mit einer Nennladung von 6.200 mAh soll laut Panasonic eine Sprechzeit von 14 Stunden und eine Standbyzeit von über 40 Tagen ermöglichen. Er kann im laufenden Betrieb ausgetauscht werden, ohne dass das Smartphone ausgeschaltet werden muss: Ein interner Akku hält das Toughpad am Laufen, bis der neue Akku eingelegt ist. Eingaben können während des Akkuwechsels nicht gemacht werden: Das Smartphone wird in eine Art Ruhezustand versetzt, sobald der gummiisolierte Rückdeckel abgenommen wird. Innerhalb einer Stunde soll der Hauptakku einen Ladestand von 50 Prozent erreichen.
Die Einschübe für die Micro-SD-Karte und zwei SIM-Karten befinden sich unterhalb des Akkus. Das Toughpad soll neben Quad-Band-GSM und UMTS auch LTE unterstützen, zu den Frequenzen sind noch keine Details bekannt. Auch welchen WLAN-Standard oder welche Bluetooth-Version das Gerät unterstützen wird, ist noch nicht klar.
Komplette Hardwarespezifikationen stehen noch nicht fest
Generell hält sich Panasonic mit Angaben zur Hardwareausstattung momentan noch zurück. Ein Unternehmenssprecher konnte Golem.de allerdings sagen, dass das verbaute SoC ein Quad-Core-Prozessor von Qualcomm sein wird - das genaue Modell stehe allerdings noch nicht fest, ebenso wenig die Größe des Arbeitsspeichers. Auch auf der japanischen Produktseite(öffnet im neuen Fenster) finden sich diese Informationen nicht.






Das Android-Modell des 5-Zoll-Toughpads (in Japan: FZ-X1) kommt mit der veralteten Android-Version 4.2.2, die Windows-Variante (FZ-E1) mit Windows 8 Embedded Handheld(öffnet im neuen Fenster) . Dieses für Unternehmen gedachte mobile Betriebssystem sieht auf den ersten Blick aus wie ein normales Windows Phone 8, bietet aber zahlreiche zusätzliche Funktionen wie VPN, Geräteverschlüsselung mit Bitlocker und bessere Verwaltungsoptionen.
Fazit
Panasonic schafft es mit dem neuen Toughpad, seine Reihe an robusten Outdoor-Geräten um ein gutes 5-Zoll-Smartphone zu erweitern. Mit den Dimensionen herkömmlicher Smartphones ist dieses nicht zu vergleichen - sollte es aber auch nicht: Für den vorgesehenen Einsatzbereich stellt das Toughpad mit seinem stabilen Gehäuse, dem Barcode-Scanner und Anschlussmöglichkeiten eine eigene Geräteklasse dar.
Gerade für Außendienstmitarbeiter oder Angestellte im Logistikbereich bietet das kleinere Gehäuse verglichen mit den bisherigen Toughpad-Tablets einen Komfortgewinn bei gleichem Schutz vor Witterungsbedingungen. Das 5-Zoll-Toughpad könnten sich Nutzer sogar mit einer speziellen Halterung um den Arm schnallen, ohne groß in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt zu sein.
Die Trennung in ein Android- und ein Windows-Modell bietet interessierten Käufern die Möglichkeit, ein für ihre Nutzungs- und App-Anforderungen passendes mobiles Betriebssystem zu wählen. Etwas ärgerlich ist, dass Panasonic die mittlerweile überholte Android-Version 4.2.2 installiert - gerade im Businessbereich dürfte ein aktuelles Android mit allen relevanten Sicherheitspatches vorteilhaft sein.
Panasonic plant, das neue Toughpad im Sommer 2014 in Deutschland und Europa in den Handel zu bringen. Der Preis soll bei 1.200 Euro liegen.



