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Hands on One X und One S: Displays in HTCs dünnen Smartphones spiegeln wenig

MWC2012
Mit der neuen One-Serie will HTC neu durchstarten und vor allem gegen Samsung als Hauptkonkurrenten im Android -Smartphone-Segment besser bestehen. Mit dünnem Unibody-Gehäuse, wenig spiegelndem Display und umfangreichen Kamerafunktionen sollen Käufer für die HTC-Smartphones gewonnen werden.
/ Ingo Pakalski
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HTCs One X (Bild: Andreas Sebayang/Golem.de)
HTCs One X Bild: Andreas Sebayang/Golem.de

Mit der One-Serie schwenkt HTC voll auf Unibody-Gehäuse, um die Mobiltelefone möglichst dünn zu bekommen. Als Wermutstropfen bedeutet das, dass sich der Akku nicht mehr ohne weiteres wechseln lässt, was in der Android-Welt eher die Ausnahme, aber in der iOS-Welt die Regel ist. Und auch in Tablets sind auswechselbare Akkus die absolute Ausnahme. Offenbar setzt HTC darauf, dass sich Kunden mittlerweile daran gewöhnt haben und sich an fest eingebauten Akkus nicht stören.

HTC One X – Hands on – (MWC 2012)
HTC One X – Hands on – (MWC 2012) (03:05)

Für viele Kunden dürfte der nicht wechselbare Akku kein Kaufhindernis sein, denn nur wenige verwenden Ersatzakkus und vielfach werden Smartphones nach rund zwei Jahren ausgetauscht, wenn die Leistung der Akkus langsam abfällt. Wer allerdings einen auswechselbaren Akku benötigt, wird sich weder das One X noch das One S zulegen.

In einem weiteren Punkt schlägt HTC einen neuen Weg ein und übernimmt auch hier altbekannte Einschränkungen aus der iOS-Welt, die aber auch WebOS-Geräte und Windows-Phone-Smartphones betreffen. Denn das One X und das One S haben beide keinen Steckplatz für Speicherkarten mehr. Auch hier könnte es sich HTC mit Bestandskunden verderben, die auf die Nutzung von Speicherkarten großen Wert legen. Der One X hat 32 GByte Flash-Speicher, im One S sind es 16 GByte.

Das Unibody-Gehäuse des One X hat nur eine Öffnung für die Micro-SIM, ansonsten ist das Gehäuse aus Polycarbonat aus einem Guss. Das Mobiltelefon macht einen sehr stabilen Eindruck. Das Gehäuse des One S ist aus Aluminium gefertigt und lässt sich an einer Stelle öffnen, um Zugriff auf den Steckplatz für die Micro-SIM zu erhalten. Auch das Alugehäuse des One S wirkt angenehm stabil. Aufgrund des kleineren Gehäuses liegt das One S besser in der Hand als das One X, das aufgrund des größeren Displays auch ein größeres Gehäuse benötigt.

Beim One S entschied sich HTC für einen Amoled-Touchscreen mit einer Bilddiagonalen von 4,3 Zoll und einer Auflösung von 960 x 540 Pixeln. Beim One X ist es ein Super-LCD mit einer Größe von 4,7 Zoll und einer Auflösung von 1.280 x 720 Pixeln. Beide Displays werden mit Cornings Gorilla-Glas vor Kratzern geschützt.

Neue Fotofunktionen für HTC-Smartphones

Bei der Displayfertigung wurde die sonst übliche mittlere Beschichtung weggelassen. Das Amoled respektive Super-LCD wurde also direkt unterhalb des Gorilla-Glases laminiert. Durch diesen Kniff wurden die Spiegelungen deutlich verringert, so dass sich die Inhalte auf dem Display selbst wesentlich besser lesen lassen. Zudem reagiert der Touchscreen direkter und das Display zeigt nochmals etwas kräftigere Farben, verspricht HTC. Auffallend war, dass die Unterschiede zwischen dem Amoled- und dem Super-LC-Display nicht mehr so deutlich sind. Nur bei dunklen Farben oder Schwarz wirkt das Amoled-Display deutlich besser.

HTC One S – Hands on – (MWC 2012)
HTC One S – Hands on – (MWC 2012) (01:53)

In die Kameraanwendung hat HTC einige praktische Funktionen integriert: Wird der Auslöser etwas länger gedrückt, werden bis zu 20 Bilder in zwei Sekunden aufgenommen. HTC nennt das Mehrfach-Shot-Funktion. Damit sollen Schnappschüsse besser gelingen. Danach wählt der Anwender die beste Aufnahme, alle übrigen Fotos werden automatisch gelöscht. Während der Videoaufnahme lassen sich jederzeit auch Fotos schießen und auch aus aufgenommenen Videos können Fotos gemacht werden.

Die beiden One-Modelle erscheinen direkt mit Android 4.0 alias Ice Cream Sandwich sowie der neuen Version 4.0 von HTCs Oberfläche Sense. Obwohl es mit Android 4.0 möglich ist, die Android-Bedienknöpfe direkt ins Display zu integrieren, verzichtet HTC darauf und spendiert drei Touchtasten unterhalb des Displays. Das hat den Vorteil, dass sich die nutzbare Displayfläche nicht verringert. Auf den Smartphones gibt es neben der Startbildschirmtaste eine Zurücktaste und eine Taskmanagertaste. Die noch von Android 2.x gebräuchlichen Menü- und Suchentasten sind verschwunden.

Taskmanager á la WebOS

HTC hat den Taskmanager von Android 4.0 überarbeitet. Eigentlich listet der Taskmanager die Anwendungen übereinander auf und Tasks können durch seitliches Herausschieben aus dem Taskmanager geschlossen werden. HTC macht es so, wie es Palm seinerzeit mit WebOS vorgemacht hat. Bei Sense 4.0 werden die laufenden Tasks nebeneinander dargestellt und Tasks werden geschlossen, indem sie nach oben aus dem Bildschirm geschoben werden.

HTCs Stammkunden könnten mit der neuen Linie des Unternehmens unzufrieden sein. Wer auf Speicherkartensteckplatz und auswechselbaren Akku Wert legt, wird die neuen HTC-Smartphones meiden. Dafür erhalten Kunden dünnere Geräte im stabilen Unibodygehäuse, mit pfiffigen Kamerafunktionen und einem wenig spiegelnden Display.


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