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Hands on Mezzanine: Steuern fast wie im Minority Report

MWC2012
Oblong hat sein Mezzanine genanntes Produkt demonstriert, das mit dem Interface aus dem Film Minority Report verwandt ist. Golem.de hat die Wiimote-ähnliche, aber auf Ultraschall basierende Steuerung ausprobiert und Gefallen an der Präzision des Systems gefunden.
/ Andreas Sebayang
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Die Spatial Wands des Mezzanine-Systems (Bild: Oblong)
Die Spatial Wands des Mezzanine-Systems Bild: Oblong

Mezzanine ist ein System zum kollaborativen Arbeiten an mehreren im Raum angeordneten Bildschirmen. Es ist im Prinzip mit dem Steuerungssystem verwandt, das viele aus dem zehn Jahre alten Film Minority Report(öffnet im neuen Fenster) kennen. Damals war es noch Science-Fiction, basierte aber schon auf den Arbeiten von Oblongs Chefwissenschaftler John Underkoffler. Underkoffler war der Designer des Systems, das im Film gezeigt wurde. Auf dem Mobile World Congress hat Oblong nun sein Mezzanine-System mit einem Steuerungsgerät gezeigt, das zunächst an Nintendos Wiimote erinnert. Oblong nennt es "Spatial Wand". Mezzanine richtet sich an Industriekunden. Endanwender können von dem System nur träumen. Einen Preis wollte uns Oblong partout nicht nennen.

Gestensteuerung Mezzanine – Hands on (MWC 2012)
Gestensteuerung Mezzanine – Hands on (MWC 2012) (00:42)

Was wir uns angeschaut haben, weckte aber schnell den Wunsch, die Installation auch zu Hause zu haben – fernab von der Frage nach dem Sinn, denn die Anwendungen haben einen stark professionellen Charakter. Bilder werden vergrößert, Nutzer können ihre Notebooks mit in die Präsentation nehmen und in Mezzanine integrieren. Anwendungen der Clientrechner sind dann im System sichtbar und können mit dem Controller sogar benutzt werden.

Die Inhalte werden bei dem präsentierten System auf drei Bildschirmen angezeigt. Es ist die Arbeitsplattform, die prinzipiell erweitert werden kann. Seitlich sind zwei Bildschirme angeordnet, die für die Präsentation zuständig sind. Es ist aber auch möglich, das ganze System in einen Präsentationsmodus zu versetzen. Im Hintergrund von Mezzanine arbeitet ein Linux-Server, der für die Integration der Clientrechner, die Anzeige und die Steuerung zuständig ist.

Wii-Erfahrung hilft

Die Steuerung ist erstaunlich leichtgängig, was sicherlich auch an unserer Wii-Erfahrung liegt. Ein Controller wird in die Hand genommen und mit einer Taste werden Dinge gegriffen, Rahmen gezogen oder die Steuerung an einen eingeblendeten Windows- oder Mac-Rechner weitergegeben. Der Nutzer greift also beispielsweise in die Inhalte eines Notebooks hinein. Die genannten drei Modi bietet der dreiseitige Controller. Das Umschalten zwischen ihnen ist kompliziert und gewöhnungsbedürftig. Ein paar Minuten brauchten wir, um uns daran zu gewöhnen, dass der Controller dafür der Längsachse nach gedreht werden muss. Das war auch der einzige Moment, in dem uns das System noch nicht besonders präzise erschien. Es war manchmal nicht nachvollziehbar, warum ein Umschalten zwischen den Modi nicht funktionierte.

Präzise und einfache Bedienung mit dem Zeiger

Die Zeigerbewegungen selbst waren sehr präzise. Es gelang uns, einen Windows-Media-Player zu bedienen, der für so grobe Bedienungssysteme eigentlich nicht gedacht ist. Die Trefferzonen des Mediaplayers sind sehr klein. Ein bisschen Zittern muss der Nutzer überwinden und kann dann die Elemente sehr genau greifen. Sollte es dennoch nicht klappen, werden Elemente des Bildschirms einfach vergrößert. Die Geste dazu ist einfach: Der Nutzer greift das Element und zieht den Controller zu sich.

Auf den Bildschirmen sind kleine Ultraschallelemente aufgebracht, mit denen das sogar ohne Sichtverbindung funktioniert. Beim gemeinsamen Arbeiten ist das notwendig, denn in einer Gruppe steht immer mal wieder jemand im Weg. Auch Tische sind kein Problem für die Technik. Das System erkennt immer, wo sich der Controller befindet und welche Lage er hat.

Mehrere Spatial Wands

Auch gemeinsames Arbeiten ist an den Bildschirmen möglich, da mehrere Controller verwendet werden können. Auf dem Mobile World Congress sprachen sich die Teilnehmer nicht ab und so konnten wir andere ärgern, indem wir ihnen die Bilder wegnahmen. Die Revanche kam allerdings prompt und beim Videodreh wurde uns der Mediaplayer kurzerhand geklaut.

Über eine ähnliche Geste wird das ganze System in einen Präsentationsmodus versetzt. Dazu hält der Nutzer den Bedienungsstab in der Vertikalen, drückt den Knopf und zieht ihn an sich. So werden auch alle Inhalte verkleinert, nur mit einer Bewegung in die andere Richtung. Mit dem Schwenken von links nach rechts wird die Arbeitsfläche seitlich im Raum bewegt. Das ist notwendig, wenn beispielsweise nicht genug Platz für alle Inhalte ist.

Die zwei seitlichen Bildschirme sind schließlich für die Präsentation gedacht. Nutzer greifen beispielsweise ein Bild und ziehen es zu den Präsentationsbildschirmen für die größere Ansicht. Wird das Bild nicht mehr gebraucht, wirft der Nutzer es mit einer Hochwerfgeste nach oben, dann verschwindet es von der Arbeitsfläche.

Steuerung mit Tiefenkamera von Oblong – MWC 2012
Steuerung mit Tiefenkamera von Oblong – MWC 2012 (00:44)

Die Entwickler arbeiten stetig weiter an dem System. Auf dem MWC wurde auch schon eine Variante gezeigt, die mit einer Tiefenkamera Hände und Gesten erkennt. Das funktionierte trotz des Trubels auf der Messe recht gut. Zurzeit erkennt das System zwei Hände, mit denen der Nutzer arbeiten kann. Auch die Anbindung von iOS-Geräten wird erforscht. Der Lage- und Beschleunigungssensor wird benutzt, um mit den Inhalten zu interagieren oder der Bildschirm eines iPads wird verwendet, um die Arbeitsfläche zu bewegen. Auch diese können ergänzend zu den Spatial Wands genutzt werden. Die Verbindung geschieht über das WLAN.


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