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Hands on: Handliche Vollformatkamera Nikon D600

Photokina 2012
Noch bevor sie im Handel verfügbar ist, kann die neue D600 von Nikon erstmals auf der Photokina ausprobiert werden. Wir haben uns die Einsteiger-Vollformatkamera angeschaut. Sie ist erstaunlich handlich und verfügt über Extras wie eine Fernsteuerung über mobile Geräte.
/ Petra Vogt
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Die Nikon D600 (r.) im Vergleich zur D7000 (Bild: Petra Vogt)
Die Nikon D600 (r.) im Vergleich zur D7000 Bild: Petra Vogt

Die D600 unterscheidet sich von anderen Nikon-Vollformatkameras deutlich durch das Gewicht: Auch ohne Waage ist sofort spürbar, dass sie deutlich weniger wiegt als die D700 oder die D800. Mit rund 850 Gramm mit Akku ist sie deutlich größer, aber nur rund 70 Gramm schwerer als die D7000, die jedoch nur über einen kleineren Sensor im APS-C-Format verfügt. Die D600 ist rund 150 Gramm leichter als die D800 und etwas kleiner.

Nikon D600 - Hands on (Photokina 2012)
Nikon D600 - Hands on (Photokina 2012) (00:35)

Die Bedienungselemente sind ähnlich wie bei der D800, einzig die AF-ON-Taste auf der Rückseite fehlt. Das Einstellrad auf der Oberseite ähnelt dem der D7000. Wie diese hat die D600 auch zwei Schächte für SD-Karten. Die D800 dagegen hat einen für Compact-Flash- und einen für SD-Karten.

Geringes Rauschen bei hoher Empfindlichkeit

Wie das nächsthöhere Modell D800 kann die D600 mit bis zu einer Empfindlichkeit von 25.600 ISO Bilder aufnehmen, allerdings nur mit 24,3 Megapixeln statt 36,3. Wir haben uns angeschaut, wie gut sich die Kamera dabei schlägt. Unsere Fotos (siehe Galerie) zeigen, dass der Nutzer schon sehr genau hinschauen muss, um die Unterschiede zur D800 zu sehen.

Die minimale Belichtungszeit liegt erstaunlicherweise bei 1/4.000 Sekunde, während die D800 und D7000 sogar 1/8.000 Sekunde erreichen. Zum Auslösen bietet sie den schon von anderen Modellen bekannten Quiet-Modus, der für Konzerte oder ähnliche Situationen geeignet sein soll. Im Test bemerkten wir ein leichtes Ploppen durch den Spiegelschlag, das in ruhigen Situationen durchaus hörbar ist. Da sind spiegellose Systemkameras wie die Lumix GH3 im Vorteil. Sie verfügen über elektronische Auslöser, die völlig geräuschlos sind. Bei Spiegelreflexkameras wäre das nur über Spiegelvorauslösung oder noch stärkere Dämpfung möglich. Allerdings fällt positiv auf, dass die D600 generell angenehm leise ist.

Der Autofokus der D600 verfügt über 39 Sensoren. Die rund 500 Euro teurere D800 hat dagegen 51 Sensoren. Davon sind beim teureren Modell 15 Kreuzsensoren, bei der D600 nur 9. Beim ersten Ausprobieren fokussierte die Kamera sehr schnell und präzise. Der Unterschied war nicht spürbar, dazu wären aufwendigere Tests nötig.

HDR, Zeitraffer und weitere nützliche Zusatzfunktionen

Wie die anderen hochwertigen Nikon-Kameras bietet die D600 einige nützliche Zusatzfunktionen zur Bearbeitung der Aufnahme. Neu ist etwa eine HDR-Funktion wie bei der D800, mit der in sehr kontrastreichen Problem-Lichtsituationen aus zwei Aufnahmen eine mit ausbalancierten Lichtern und Schatten erstellt wird. Für weniger extreme Aufnahmesituationen oder solche, in denen kein zweites Bild aufgenommen werden kann, steht weiterhin die bei Nikon-Kameras schon länger verfügbare D-Lighting-Funktion zur Verfügung. Über die bei höherwertigen Kameras wie der D700 schon eingebaute Funktion für Intervallaufnahmen hinaus, ist nun wie bei der D800 auch eine Zeitrafferfunktion enthalten. Die D600 erstellt darin praktischerweise direkt einen Film aus den Aufnahmen, ein Zusammensetzen der Einzelbilder - wie noch bei früheren Modellen - ist nicht mehr nötig.

Fernsteuerung über optionales WLAN-Modul

Auch das optionale WLAN-Modul WU-1b, mit dem man Bilder übertragen und die Kamera fernsteuern kann, ist vom Grundprinzip her schon bekannt. In der Variante WU-1a wurde es bereits im April mit der D3200 vorgestellt. Allerdings war für (Semi-)Profi-Kameras bisher von Nikon zur drahtlosen Bildübertragung nur der WT-5 erhältlich, der aber rund 550 Euro (Straßenpreis) kostet. Waren die WLAN-Adapter bis zur Generation WT-4 noch zigarettenschachtelgroß, ist der WLAN-Adapter der D600 nicht einmal mehr daumennagelgroß und soll für rund 60 Euro in den Handel kommen. Wir waren gespannt darauf und wollten die Möglichkeiten direkt vom iPad aus testen. Zur Messe war die App auch schon sowohl für Android(öffnet im neuen Fenster) als auch für iOS(öffnet im neuen Fenster) verfügbar. Sie ist unter "Nikon Wireless Mobile Adapter Utility" im Appstore zu finden.

Wie von anderen drahtlosen Übertragungsmedien bekannt, muss zunächst das Drahtlosnetzwerk des mobilen Gerätes mit dem der Kamera verbunden werden. War dies erfolgreich, bietet die App die Möglichkeit, Fotos aufzunehmen oder Fotos anzuzeigen. Für die Aufnahme erhält der Nutzer einen Liveview auf dem mobilen Gerät und kann darauf sogar fokussieren und auslösen. Eine Ferneinstellung von Blende oder Zeit oder weiteren Parametern ist jedoch nicht möglich.

Beim Betrachten der Bilder fällt positiv auf, dass die App alle Bilder auf der Karte anzeigen kann - sogar solche von anderen Kameratypen. Nach der Ordnerwahl gelangt der Nutzer zunächst in eine Katalogübersicht. Dort lassen sich eines oder mehrere Bilder zum Download auswählen. Die Übertragung erfolgte sehr schnell. In unserem Test dauerte es nur 5 bis 10 Sekunden, bis ein rund 6 MByte großes Bild heruntergeladen war. Auch die Anzeige aller Bilder erfolgte sehr zügig und fühlte sich deutlich schneller an als etwa bei der Eye-Fi-Card.

Die Nikon D600 soll noch im September 2012 in Deutschland erhältlich sein. Ohne Objektiv kostet die Kamera 2.150 Euro.


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