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Handelsstreit mit den USA: Lenovo sieht sich für weitere Zölle gut gerüstet

Trotz der Unsicherheit durch Zölle rechnet Lenovo mit einem höheren Gewinnwachstum gegenüber seinen Konkurrenten.
/ Mike Faust
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Yang Yuanqing, CEO von Lenovo, während einer Präsentation auf dem MWC 2025 (Bild: Lenovo)
Yang Yuanqing, CEO von Lenovo, während einer Präsentation auf dem MWC 2025 Bild: Lenovo

Die Lenovo-Gruppe sieht sich gut auf Herausforderungen durch die von den USA verhängten Zölle gewappnet. Wie das Wall Street Journal (WSJ) berichtet(öffnet im neuen Fenster) , sagte der CEO von Lenovo, Yang Yuanqing, am 22. Mai 2025 in einem Interview, dass nicht die Zölle selbst das Problem seien, sondern die durch diese entstehende Unsicherheit.

Er schätze, dass die von den USA im März 2025 verhängten Zölle einen Einfluss in Höhe von circa 15 Millionen US-Dollar auf das Geschäft von Lenovo gehabt hätten, heißt es weiter. Der größere Schaden sei aber durch die abrupte Ankündigung entstanden, die keine Zeit für Vorbereitungen gelassen habe.

Yang glaubt allerdings, dass sich Lenovo in einem unbeständigen Umfeld deutlich schneller bewege und sich dadurch besser auf Zolländerungen einstellen könne, als dies bei Konkurrenten der Fall sei. Als Begründung verwies er auf die Kombination aus eigener und ausgelagerter Produktion in elf verschiedenen Ländern.

Ähnliche Situation bereits in Indien und Brasilien erlebt

"Auch wenn Zölle unweigerlich zu höheren Kosten führen, werden wir uns schnell anpassen, solange wir wissen, was am Ende dabei herauskommt" , sagte Yang laut dem WSJ. Dabei sei es von entscheidender Bedeutung, dass Lenovo die niedrigsten Kosten in der Branche habe und es dies dem Unternehmen ermögliche, Marktanteile zu gewinnen und die Rentabilität zu steigern.

Die derzeitige Situation bezeichnete der Lenovo-Chef zwar als eine Herausforderung, diese sei aber nicht neu. Er verwies dabei auf hohe Zölle aus Indien und Brasilien, mit denen das Unternehmen in der Vergangenheit konfrontiert gewesen sei und auf die Lenovo mit dem Bau von Fabriken vor Ort reagiert habe. Diese Flexibilität könne man nun erneut unter Beweis stellen, heißt es weiter.

Das WSJ schreibt dazu, dass Lenovo laut Analysten plane, die Fertigung von PCs für den US-amerikanischen Markt von China nach Vietnam zu verlegen, obwohl noch unklar sei, welche Zölle für Vietnam gelten würden. Trotz der Ungewissheit durch die Zölle rechne Yang damit, dass das Gewinnwachstum von Lenovo im gerade begonnenen Geschäftsjahr höher ausfallen werde als bei der Konkurrenz.

Man habe zudem nicht vor, China zu verlassen, da das Land große Vorteile im Bereich der Fertigung biete, was die Kosten und die Effizienz betrifft. Während der Nettogewinn im letzten Quartal sank(öffnet im neuen Fenster) , stiegen die Verkäufe von KI-Computern, von denen Yuang erwartet, dass sie in diesem Jahr 25 Prozent der weltweiten Lieferungen des Unternehmens ausmachen werden.


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