Handelskrieg: Zartbittere Zeiten für Chinas Technikbranche
Als sich die USA Anfang 2017 im Handelskrieg gegen China positionierten, zeigte sich die Regierung in Peking selbstbewusst und zuversichtlich – nach außen hin. Doch im Gebäude des zentralen Planungsministeriums NDRC herrschte Alarmstimmung, wie sich chinesische Wirtschaftsjournalisten heute erzählen. Denn den Beamten der Technikabteilungen war klar, was jeder Chef eines chinesischen Technikkonzerns bestätigen konnte: Die eigene Produktion war und ist in erschreckendem Maße auf Hard- und Software aus den USA angewiesen.
Das betrifft nicht nur das vielzitierte Beispiel Huawei, sondern die ganze Branche. China importiert 84 Prozent seiner Chips. Von den 16 Prozent, die aus dem Inland kommen, ist rund die Hälfte von ausländischen Firmen wie Samsung oder Intel vor Ort hergestellt. Bleiben acht Prozent aus unangreifbar eigener Fertigung(öffnet im neuen Fenster). Ein lächerlicher Anteil für den größten Elektrostandort der Welt. Auch Firmen wie Hikvision, einer der Weltmarktführer für Überwachungskameras, oder BBK Electronics (Oneplus, Oppo, Vivo), einer der größten Smartphonehersteller der Welt, droht ein Totalausfall, falls die Amerikaner ihre Lieferungen einstellen.