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So bitter wird es nicht werden

Aus Peking ist zu hören, dass die kommunistische Führung sich mit genau solchen Gedankenspielen beschäftigt. Eine Phase schwächeren Wachstums spielt dabei die zentrale Rolle - und wie sie kommunikativ zu vermitteln wäre. Die Konjunkturschwäche war längst absehbar, schon lange vor Trump. Denn nichts wächst ewig. Jetzt könnte Xi Jinping den Durchhänger auf die Amerikaner schieben und die Bevölkerung auf schwere Jahre einschwören. Er kann Trump als Feind und Sündenbock aufbauen und eine neue glorreiche Phase nationaler Stärke nach der notwendigen Krise in Aussicht stellen. "Bitterkeit essen", so nennen es die Chinesen, wenn sie sich schweren Zeiten stellen müssen. Sie erweisen sich hier regelmäßig als zäh und geduldig.

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Doch womöglich wird es gar nicht so schwierig - jedenfalls nicht im Sinne einer essenziellen Krise mit Schlangen an der Suppenausgabe. China ist mit seiner Milliarde begüterter Konsumenten heute so etwas wie ein Planet für sich. Das beweisen die Zahlen der anderen großen Technikkonzerne des Landes wie Alibaba und Tencent. Der Handelskrieg geht bisher an ihnen weitgehend unbemerkt vorbei. Der Anteil des US-Markts an ihren Umsätzen war bisher gering oder hinter Beteiligungen versteckt - ihr Auslandsgeschäft konzentriert sich auf andere Schwellenländer wie Indonesien.

Tencent mag eines der größten Internetunternehmen der Welt sein: Auch heute kommen weniger als drei Prozent des Umsatzes aus Märkten außerhalb Chinas. Und das, obwohl Tencent Beteiligungen an zahlreichen westlichen Spielefirmen hält (PDF), darunter 48 Prozent an Epic Games.

Es tut nur kurzfristig weh

Auch Alibaba steckt den Handelskrieg bisher gelassen weg, obwohl das Unternehmen Probleme mit einer grenzüberschreitenden Plattform für Bestellungen bei chinesischen Lieferanten hatte. Im kommenden Jahr wird der Umsatz auf der konzerneigenen innerchinesischen Einzelhandelsplattform Taobao 130 Milliarden Euro erreichen (PDF). Für das internationale Angebot Aliexpress veröffentlicht das Unternehmen nicht einmal konkrete Zahlen und spricht nur noch von "vielversprechendem Wachstum". Egal. Die Chinesen bestellen im Inland wie verrückt. Was will der Aktionär mehr?

Im Gesamtbild macht der Handelskrieg zwar in China niemanden glücklich, aber die Lage ist bei weitem nicht so katastrophal, wie Trump sie darstellt: ("…ihre Lieferkette zerbröselt und ihre Firmen, ihre Arbeitsplätze und ihr Geld ist alles weg …") Im Gegenteil, China schöpft seit Beginn der Angriffe aus seinen gigantischen Ressourcen an Humankapital und staatlich koordinierter Industriepolitik plus reichlich Geld für Investitionen. Der fehlende Zugriff auf amerikanische Hardware und Software wird kurzfristig sehr weh tun. Doch am Ende stehen die Chancen gut, den Weg zur Eigenständigkeit schneller zu gehen als bisher erwartet.

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 China hat große Ressourcen
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elidor 22. Nov 2019

Auch bei Software ist Deutschland auf dem Weltmarkt nicht ganz uninteressant. Teamviewer...

ultim 12. Nov 2019

Ich bin gerade von einer großen Reihe von Firmenbesuchen in Kina zurückgekommen. Wir...

axotier 12. Nov 2019

Tencent hat 2012/2013 48,4% der ausstehenden Shares an Epic Games gekauft. Seitdem halten...

Ipa 12. Nov 2019

Dafür stürzen die Verkäufe schon Monate zuvor auf ein Rekordtief weil die Leute auf die...

davidflo 11. Nov 2019

... und ich dachte in China essen sie Hunde(suppe)! SCNR :)


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